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Was ich noch sagen wollte....Preiserhöhung bei BFG.de - einige Gedanken
Autor:Claudia K.
Datum: 24.06.2010

Ab heute ist es nun so weit: BigFish Games.de (sowie das französische und spanische Portal) erhöht seine Preise um 2,00 Euro. Der monatliche Beitrag und das Einzelspiel kosten von heute 7,99 Euro. Die Sammler-Editionen kosten nun 23,99 Euro. Die Schnäppchen (Angebot des Tages, Fang der Woche) haben sich ebenfalls um 1 Euor auf 3,99 Euro erhöht.

Seit BigFish Games dies lapidar, kurz und ohne weitere Worte seinen Mitgliedern mitgeteilt hat, haben wir uns in zahlreichen Emails bemüht, eine Stellungnahme von BigFish Games zu bekommen, aber leider ohne Erfolg. Erfolg dagegen hatte Mathilde, eine Gamesetterin. Sie hat uns gestattet, den relevanten Teil aus ihrer Antwortmail von BigFish Games zu veröffentlichen:

"....alle Unternehmen müssen vorsichtig abwägen, ab wann man Preise erhöhen kann, um Kostensteigerungen aufzuwiegen. Natürlich hat sich der Preis in Prozenten deutlich erhöht, dennoch handelt es sich vergleichsmäßig um einen sehr geringen Preis für Spiele. Wir sind zurzeit in der Lage viel mehr Spiele, Angebote des Tages, Woche Spiele und Sammlereditionen anzubieten. Um dies weiterhin anbieten zu können, mußten wir unsere Preise erhöhen. Auch wenn die Schwankung des Euros ein wichtiger Grund der Zeitwahl war, macht dieser nicht alle Kosten aus, die sich jährlich erhöht haben. Die änderungen betreffen alle europäischen Märkte also den deutschen französsischen und spanischen....."

Nun, man möge mir verzeihen: Mein rechtes Auge verliert gerade ein Lachtränchen, mein linkes ein Wuttränchen.

[Ironiemodus an:] Wir sind wirklich zutiefst betroffen, dass das kleine Europa, dass einen vergleichsweise geringen Marktanteil ausmacht, Kosten verursacht, die BFG zwingen, die Preise zu erhöhen.[Ironiemodus aus]

Natürlich: Wer ein Zweigbüro in Europa (Irland) aufmacht, hat Kosten. Dem Spieler nutzt das zwar nicht wirklich etwas, ein Kundendienst, der in Seattle sitzt, aber eben zu "europäischen" Geschäftszeiten arbeitet, wäre billiger gekommen, liebe Fische. Das hätte euch jeder sagen können. Aber vermutlich ging es da eher darum, euch auch auf europäischem Boden besser einzunisten. Und dafür soll der Kunde zahlen. Aber natürlich ist das nur ein Punkt, der die Kosten in die Höhe treibt.

Ihr seid "zur Zeit in der Lage mehr Spiele, Angebote des Tages, Woche Spiele und Sammlereditionen"? Ach, hört das irgendwann wieder auf? Und dann sinken die Preise wieder? Kaum zu glauben, oder? Ihr seid in der Lage, mehr zu bieten, weil vieles davon schon auf dem Markt war, nun aber auch bei euch angeboten wird - vor allem Playfirst Spiele müssen in euren Katalog integriert werden, nachdem ihr euch mit denen "zusammen getan habt". Das ist das "mehr". Und die Kosten.

Ihr bringt mehr Angebote des Tages, mehr "Fänge der Woche"? Hört sich nicht logisch an, denn pro Tag und Woche geht nur eines. Und ist das wirklich nötig? Wer Qualität anbieten möchte, kann das nicht zu Dumping-Preisen tun. Das ist wirtschaftlich nicht möglich. Genau das habt ihr aber getan und damit dafür gesorgt, dass die Qualität gesunken ist und kleinere Teams kaum noch eine Chance haben, die Kosten für ein Spiel wieder herein zu bringen. Gleichzeitig habt ihr eigene Rücklagen und billige Teams genutzt, um eigene Spiele scheinbar qualitativ hochwertig erscheinen zu lassen. So habt ihr den Eindruck erweckt, dass die niedrigen Preise durchaus gerechtfertigt sind.

Als die Preiserhöhung bekannt wurde, ging man zunächst davon aus, dass sie sowohl für den amerikanischen als auch für den europäischen Markt gelte. Und zuerst waren da die Reaktionen überwiegend positiv. Denn der amerikanische Markt bestimmt auf Grund seiner Größe das Preis/Leistungsverhältnis. BFG bestimmt zum Teil, auf Grund seiner Größe, über das Preis-/Leistungsverhältnis. Doch dann stellte sich heraus: nur die europäischen Portale sind davon betroffen. Und gemeinsam mit dieser Erklärung, die Mathilde erhalten hat, lässt das nur wenig Spielraum für Spekulationen:

Der Spieler soll mehr bezahlen, ohne dafür mehr zu erhalten. Eine Änderung des vielfach angesprochenen Qualitätsverfall in der Masse der Spiele ließe sich nur über den amerikanischen Markt regeln, nicht über den verhältnismäßig kleinen Markt Europa. Es ist davon auszugehen, dass auf dem amerikanischen Markt täglich ein Vielfaches dessen verkauft wird, was über alle drei europäischen Märkte reinkommt. Es wird also: keine besseren Spiele geben, es wird keine besseren Übersetzungen geben, es wird ganz sicher auch keine Änderung der BFG Geschäftspolitik geben, die besagt: Ob ein Spiel nun Fehler hat oder nicht, verkauft es. Wird der Fehler behoben, bringen wir ein Update und das war es dann auch. Wenn nicht, halten wir es trotzdem auf dem Markt. Gibt ja genug Spieler, die sich nicht beschweren und keinen Ersatz verlangen.

Der europäische Markt ist noch nicht eng genug an BFG angebunden. Die Preiserhöhung sorgt dafür, dass mehr Geld in die Taschen von BFG fliesst und mehr und mehr Spieler die Billig-Angebote kaufen. Natürlich wird es Spieler geben, die sich von BFG abwenden, aber noch mehr werden rennen und sich die Billig-Angebote holen, bzw. nicht auf anderen Portalen kaufen, sondern abwarten bis ein Billig-Angebot bei BFG ihr Interesse erweckt. Das schadet den anderen europäischen Portalen und sorgt so dafür, dass sich BFG mehr und mehr Boden erkämpft um mehr und mehr seinen Einheitsbrei verkaufen kann.

ABER: Wer trägt Mitschuld an diesem Gesamtdilemma? Man kann BFG nicht allein dafür verantwortlich machen. Soviel ist klar.
Denn: WIR, die Spieler. WIR haben Mitschuld. Wir schreien nach mehr und mehr und schneller und schneller. Immer mehr Spiele, jeden Tag eines, zwei, drei. Ist uns klar, das BFG uns inzwischen TÄGLICH 2 Spiele anbietet? Nicht nur eines? Das aktuelle Spiel (oder eben die Vorankündigung) und dazu das Angebot des Tages. Nicht zu vergessen, dass es ja auch immer einen Fang der Woche gibt. Das sind 15 Spiele pro Woche. Und noch immer schreien wir fünf Minuten nach dem wir ein Spiel beendet haben: MEHR MEHR MEHR! Nun, wer von Euch spielt 15 Spiele in der Woche? Oder auch nur 10? 5?
Natürlich, wenn ein Spiel 4, 6 oder mehr Stunden dauert, dann funktioniert das natürlich nicht. Man kauft/verkauft nicht so viel. Also wurden die Spiele immer kürzer und der Spieler hat immer mehr gekauft, um an die gleiche Spielzeit zu kommen. Und wohlwissend, dass man ja nicht jedes Spiel mag, haben wir dann wieder geschrieen, gerufen, gefleht: MEHR!! Und es wurde uns mehr gegeben. Mehr als wir spielen konnten. Aber weniger als wir spielen wollten. Denn die Menge sagt ja nichts über die Qualität aus.

Es ist eine Spirale: Der Entwickler muss immer schneller produzieren, um die Nachfrage zu befriedigen - schnell produzierte Spiele können keine akzeptable Länge bringen und auch inhaltlich nicht hochwertig sein. Folge: Der Spieler ist schnell damit fertig, aber nicht wirklich befriedigt. Also werden viele Angebote auf den Markt geworfen, der Spieler greift, im Glauben an ein Schnäppchen, zu. Mit dem selben Ergebnis: Nett, aber nicht ausreichend: MEHR!!!! Der Entwickler reagiert. Und produziert schneller.... Da diese Spiele aber den "Lebensunterhalt" nicht einbringen, sitzen einige Leute des Teams in der Zwischenzeit an einem anderen Spiel. Das etwas länger ist. Etwas besser. Das dem entspricht, was sie bis vor 2 Jahren noch regelmäßig produziert haben. Dann werden noch ein paar Kleinigkeiten dazu gegeben und das Ganze wird als Sammler-Edition zum dreifachen Preis gekauft. Einem Preis, der in den allermeisten Fällen qualitativ nicht gerechtfertigt ist. Aber zumindest einen Teil der Kosten wieder reinbringt.

WIR, die Spieler haben dem Ganzen Vorschub geleistet. Die "Geiz ist Geil" - Mentalität hat uns blind werden lassen, für Qualität. Hat dafür gesorgt, dass wir lieber beim Billiganbieter kaufen, anstatt im Fachgeschäft. Ohne uns zu fragen, welche Auswirkungen das auf den Hersteller hat.

Vielleicht sollten wir anfangen umzudenken. Auch Gamesetter. Es gibt von unserer Userin Gyanda einen schönen Beitrag im Forum. Wo sie beschreibt, wie sie fast die billigen Brötchen im Supermarkt gekauft hat, aber dann doch noch zu ihrem kleinen Bäcker gefahren ist (Beitrag hier nachzulesen, ohne Registrierung sichtbar). Vielleicht sollten wir das auch tun, wenigstens ab und an? Beim Fachhändler kaufen, direkt beim Entwickler selber. Und dafür dann auch einen etwas höheren Preis in Kauf nehmen. Etwas weniger "Mehr" schreien, aber dafür gezielter aussuchen, was wir spielen. Nicht jedes Spiel "haben müssen", sondern warten, bis etwas kommt, dass den Preis lohnt. Und in der Zwischenzeit mal ein Buch lesen, die Sonne genießen, etwas anderes tun. Wir greifen für weniger inzwischen viel tiefer ins Portemonaie als noch vor einem Jahr. Und es wird schlimmer werden, denn bedenkt: Ein Spiel braucht mindestens 6 Monate, bis es auf dem Markt ist. Die Folgen einer jeglichen Änderung trifft also immer erst viel später ein.

Es ist unsere Überzeugung, dass wir noch nicht auf dem qualitativen Tiefpunkt angekommen sind. Aber vielleicht kann der Spieler sein Scherflein dazu tun, dass es anders wird. Zeigt BFG, dass es euch nicht um den höheren Preis geht, sondern um das, was dahinter steht. BFG will nicht, dass ihr bessere Spiele bekommt. BFG will, dass ihr viele Spiele kauft.

Für Spieler, die nur deutsch Spielen: Es gibt andere deutschsprachige Portale. Deren Einzelpreise sind höher (auch bei Deutschland-spielt, obwohl deren Clubpreis niedriger ist, als der bei BFG bis gestern war). Wir werden euch diese Portale in der nächsten Zeit versuchen näher zu bringen. Schaut, ob ihr da nicht Spiele findet, die den Preis lohnen! Weil sie euch länger unterhalten, weil sie dem Entwickler die höhere Einnahmen bringen. Und dafür dann etwas weniger Spiele kaufen. Letztendlich kommt ihr billiger dabei weg. Im übrigen gibt es für das spielen zwischendurch ja auch Online-Spielportale, die kostenlos los sind oder nur wenig kosten. Weniger als ein Spiel, dass nur einmal gespielt wird.
Für englisch-spielende Spieler: Viele Entwickler bieten ihre Spiele auch selber an. Ja, zu einem höheren Preis als die Clubs. Aber der Unterschied zu BFG ist nun viel geringer. Vielleicht doch lieber mal 2 Euro mehr und dafür den Entwickler direkt unterstützen?

Wir glauben, dass es Wege gibt, ein klein wenig Änderung zu bringen. Nur ein klein wenig, um zu zeigen, dass wir nicht so dumm sind, wie uns einige zu halten scheinen.

Auch Gamesetter wird sich überlegen, wie wir eine solche Änderung unterstützen können. Zum Beispiel mit mehr Informationen über die Entwickler und mehr Auswahlmöglichkeiten zum Download. Auch wir haben "Mehr!" geschrieen. Aber auch wir sind lernfähig.

Eure


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