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9: Die dunkle Seite von Notre Dame

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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Play Favorite Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 11.02.2013
Deutsch (Normal): 29.07.2013


Nach deiner erfolgreichen Einführung als Auserwählter in 9: The Dark Side wirst du nunmehr nach Frankreich gerufen. Während des Festivals für Narren geschieht vor den Augen der Zuschauer das Unfassbare: Die Wasserspeier von Notre Dame werden lebendig und entführen eine junge Frau. Das Publikum hält es für eine gelungene Festivaleinlage, aber ein Pariser Inspektor weiß es besser und ruft dich zur Hilfe. Du musst als Tourist agieren, denn die Öffentlichkeit darf nicht wissen, was wirklich los ist.

Geschichtlich gesehen ist 9: Die dunkle Seite von Notre Dame eher schwere Kost. Mit der angeblichen Grundlade von Victor Hugo's Roman Notre-Dame de Paris (Der Glöckner von Notre Dame) hat es aber nicht viel zu tun. Das Narrenfestival, der missgestaltete Glöckner und aus der Zigeunerin Esmeralda, wurde die Tochter Esme. Ansonsten gibt es eine nicht unkomplizierte Geschichte, die letztendlich aber natürlich darauf hinaus will, dass das Böse über das Gute siegen möchte. Wen dieser Teil nicht so interessiert, der wird recht dankbar sein, dass man die vielen Notizen nicht lesen muss.

Schaut man sich die Bilder von 9: Die dunkle Seite von Notre Dame an, so glaubt man anfänglich, das große Los gezogen zu haben. Klare, schöne Grafiken mit kräftigen Farben. Leider aber verschwindet die Freude spätestens mit der ersten Wimmelbildszene. Denn was grundsätzlich immer noch schön ist, wird leider dadurch überschattet, dass Play Favorite Games ganz offensichtlich glaubt, nur das Dunkel ist wirklich böse. Und so kann man vieles in den dunkeln Ecken, in den dunkelen Räumen oder Orten einfach nicht erkennen. Tageslicht verträgt das Spiel nur ganz schlecht, die beste Bildqualität bekommt man, wenn man in einem abgedunktelten Raum ohne Lichteinfall spielt. Das ist nicht immer und durchgehend genug, aber häufig genug, um es frustrierend zu machen.

Die Wimmelbilder sind mit mehr oder weniger vielen interaktiven zusätzlich versteckten Objekten versehen, manchmal auch mit zusätzlichen Nahaufnahmen. Etwas Neues ist dabei nicht zu verzeichnen, aber die Szenen sind meist nicht völlig überladen und passen zum zeitlichen und atmosphärischen Spielverlauf. Der Tipp zeigt hier manchmal leider bei Interaktionen nicht beide benötigten Objekte an, was schon wegen der Sichtschwierigkeiten sehr unschön sein kann.

Außerhalb ist der Tipp ein Texthinweis. Aber auch hier, wie bei so einigen anderen Entwicklern: "Hole Gegenstand A in B und gehe damit nach C damit du D damit machen kannst. Der Hinweis: "Gehe nach A" oder (da du A auch schon im Inventar haben kannst) "Gehe nach B" würde als Tipp völlig ausreichen. Auf der anderen Seite hat es auch etwas Positives: Bereits nach 15 Minuten Spiel hast du derartig viel offene Baustellen, dass es kaum möglich ist, dir alles zu merken. Eine Karte gibt es allerdings auch noch. Diese zeigt dir an, wo du gerade bist und wo es etwas zu tun gibt. Dabei passiert es aber auch mal, dass du an einem angezeigten Ort im Moment nichts, später aber, wenn du die anderen Orte abgegrast hast, durchaus etwas machen kannst. Da das aber nicht immer so ist, bleibt nur: Auf gut Glück rumschauen. Da die Karte eine "Springfunktion" hat, verkürzt sie aber definitiv die vielen, vielen, vielen Wege, die du zu laufen hast.

Die "vielen, vielen Wege" liegen allerdings auch daran, dass die Abläufe nicht immer logisch sind. Allein das Gerenne, um an einer Stelle eine Spinnwebe wegwischen zu können, ist einfach lächerlich. Hier wird echtes Spiel einfach durch Rennerei und sinnlose Aktionen ersetzt. Eigentlich erwartet man nach einiger Zeit quasi, dass man einen Schlüssel finden muss, um eine Dose zu öffnen, in der ein Schlüssel ist, der eine Schublade öffnet, in der der Schlüssel ist, den du brauchst. Nein, ganz so schlimm ist es nicht, aber ab und an kommt es einem exakt so vor. Viel zu oft erlebt man Situationen, in denen man mühsam ein Puzzle gelöst hat und der Erfolg eigentlich gleich Null ist. Es bringt dich nicht weiter.

Die Puzzles sind ebenfalls eine zwiespältige Angelegenheit. Es sind alte Bekannte, aber vor allem grafisch meist sehr gut gemacht. Sie sind nicht allzu schwierig, aber ein paar Kopfnüsse sind dabei. Sie haben, wenn nötig, eine Neustart-Funktion, aber einige von ihnen sind reine Geduldspiele, die einfach endlos dauern. Und dann kommt erneut Frust auf. Denn wenn man bei einer Mehrfachaufgabe, die eh schon lange dauert, bei einem falschen Klick kurz vor dem Ende wieder ganz von vorn beginnen muss, dann ist die Überspring-Taste einfach eine willkommene Serviceleistung und keine Notlösung.

Niedlich ist ganz sicher der kleine steinerne Wasserspeier, der zu deinem Wegbegleiter wird. Allerdings ist der Einsatz sehr minimiert. Drei oder viermal wird er nur benutzt. Den meisten Spaß hat man mit ihm, wenn man ihn manchmal an Stellen einsetzt, wo er sicherlich nichts erledigen kann. Die Kommentare sind witzig, ebenso wie die Stimmen. Überhaupt ist das gesamte Voice Over größtenteils sehr gut gelungen. Der französische Akzent der englischen Sprache ist einfach hübsch.

9: Die dunkle Seite von Notre Dame ist ein Spiel, bei dem eine Bewertung schwer fällt. Einerseits erkennt man das hohe Produktionsbudget und die Kreativität der Entwickler. Es wird deutlich, dass ihnen viel an der Geschichte liegt, aber sie zwingen nicht jeden dazu, diese auch im Detail zu verfolgen. Die Grafiken sind großartig, zumindest wenn man sie erkennen kann. Das Spiel hat eine gute Länge, 4-4,5 Stunden, allerdings ist dies dann auch dem Marathon und den Dauerpuzzles zu verdanken. Es gibt viel zu tun, aber auch Vieles, was einfach nur unlogisch und frustrierend ist. Zurück bleibt das Gefühl, dass 9: Die dunkle Seite von Notre Dame einen Entwickler hat, der viel kann, aber zuviel wollte.


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