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Three Cards to Midnight
Nachlese

Herausgeber:RealArcade
Entwickler: Big Finish Games

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Autor: Claudia K.

Eine junge Frau weiss nicht warum sie gerade dort ist, wo sie ist. Sie weiss nicht, wie sie dort hin gekommen ist, sie weiss nicht wer ihr Gegenüber ist und es scheint, dass es Dinge in der nahen und fernen Vergangenheit gibt, die sie nicht weiss. So beginnt die Geschichte, die sich im weiteren Lauf so einem echten Psychothriller ausweitet. Dein Ziel ist es, Jess, der Hauptfigur, zu helfen ihr Gedächtnis wieder zu finden und darüber hinaus auch zu klären, wo ihre Eltern sind, was in Jess' Vergangenheit geschah und wieso das alles, was jetzt geschieht gerade jetzt geschieht.

Mit Hilfe von Tarotkarten kehrt Jess an verschiedene Orte zurück, die in ihrer Vergangenheit eine Rolle gespielt haben. Zu Beginn eines jeden Levels wird Jess zwischen zwei und vier Begriffe nennen, die ihr spontan in den Sinn kommen. Deine Aufgabe ist es nun, in der entsprechenden Szene Dinge zu finden, die mit diesen Begriffen in Verbindung stehen. So musst in einem Restaurant, in dem sie am Abend vor ihrem Geburtstag mit ihrem Freund gegessen hat, zum Beispiel nach Dingen suchen, die mit "Zucker" in Verbindung stehen. Die Zuckerdose ist da noch recht einfach und auch der Kuchen. Das der Kubikwürfel auf dem Boden mit dem Verbindungswort "Zucker" zum Zuckerwürfel kommt, ist da schon schwieriger. Findest Du einen der Begriffe, wird er Dir in der Liste angezeigt, hast Du alle Begriffe gefunden, so ist das Level von der Sucheinheit her beendet. Die Liste selbst ist in "links" und "rechts" aufgeteilt, was Dir eine Hilfe ist. Denn links bedeutet, dass das Verbindungswort vorne steht, wie bei "Zuckerwürfel". Hast Du Begriffe für die rechte Spalte zu suchen, dann muss der Verbindungsbegriff hinten stehen, wie z.B. bei Box-Ring. Wobei Du in diesem Fall aber nicht nach einem Boxring suchst oder Boxhandschuhen, sondern eine Schachtel für einen Ring findest. Es gilt also auch des öfteren mal um die Ecke zu denken.

In vielen Leveln gibt es zusätzlich noch ein Puzzle. Und die sind wahrlich nicht von schlechten Eltern. Bis wir in einem 5-zackigen Stern diverse Linien mit Zahlen bestückt hatten, die alle die Summe 24 ergeben mussten, haben drei Leute eine ganze Zeit geknobelt. Und auch einen Stern hintereinander in zwei verschiedenen Farben zusammenlegen hört sich erst mal ganz einfach an, bis man die Aufgabe dann vor sich sieht und feststellt, dass man das leider mit nur 8 Einzelteilen tun muss. Verzwickt, aber das Erfolgserlebnis ist bei solchen Puzzlen um ein erhebliches höher, also bei den sonst üblichen 3x7 Rätseln, die in vielen Spielen serviert werden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Erklärungen für die Puzzle eher minimalistisch sind. Dein Kopf ist gefragt. Überspringst Du ein Puzzle, wird Dir in der Kapitelgesamtbewertung ein Stern abgezogen. Diese Sterne brauchst Du am Ende des Spieles.

Ein Zeitlimit gibt es nicht, aber drei unterschiedliche Modi, nämlich Easy, Challenge und Gamer. Je nach Modus musst Du mehr oder weniger Gegenstände finden, erhältst mehr oder weniger Hinweise und hast mehr oder weniger Fehlversuche. Wir haben in der mittleren Stufe gespielt, so dass die folgenden Angaben für den Challenge-Modus gelten: Für jedes Level erhältst Du 3 Hinweise. Ein gefundener Gegenstand bringt Dir Punkte und für 100 Punkte erhältst Du einen weiteren Hinweis. Diese können aber nicht mit ins nächste Level genommen werden. Für jeden Fehlklick wird Dir von den 10 erlaubten einer abgezogen. Hast Du keine Fehlversuche mehr über und klickst noch mal falsch wirst Du das gesamte Levell noch einmal spielen müssen. Auch wenn Du beim letzten Begriff bist, Du musst alle Begriffe noch einmal finden. Es sind aber immer die gleichen und sie liegen immer am gleichen Platz.

Verlässt Du das Kapitel, also zum Beispiel nach der zweiten Karte und beendest das Spiel, wirst Du das komplette Kapitel neuspielen müssen. Die Speicherung erlaubt nicht, dass Du bei der Karte weiter machst, bei der Du aufgehört hast. Ein Minus in meinen Augen und ausgesprochen lästig. Zwar liegen die Dinge an den gleichen Plätzen, aber einige der Puzzle sind sehr aufwendig, selbst dann, wenn Du die Lösung weisst. Du wirst aber auch diese erneut spielen müssen.

Zwischen den Leveln und am Ende eines Kapitels wird die Geschichte weiter erzählt. Nach und nach findet Jess heraus, was passiert ist und was ihre Bestimmung zu sein scheint. Das geschieht ausschliesslich in Voice Over, es gibt keine geschriebenen Untertitel. Die Geschichte selber ist spannend und mit einem immer stärker werdenden Touch des Übernatürlichen, was einem ja schon durch die Tarotkarten klar wird. Es ist eigentlich die beste Geschichte, die ich bisher in einem Spiel gesehen habe. Aber: Die Geschichte ist so stark mit dem Spiel verknüpft, dass es keinen Sinn macht, hier etwas zu überspringen - obwohl Du alle Vidoscenen mit der Spacetaste wegdrücken kannst - ohne die Geschichte ist dieses Spiel eher sinnlos. Die Charaktere sind, bedingt durch die Videoszenen, durchaus eindringlich. Sie sind nicht verniedlicht sondern zeigen sich, wie sie sind.

Was mich dazu bringt, warum ein doch eigentlich neuartiges Spiel mit toller Story vergleichsweise niedrig bewerten wird: Es gibt zahllose Gründe, warum jemand ohne Ton spielen möchte. Er ist taub oder auch nur hörgeschädigt, er möchte seine Umgebung nicht stören, hat aber keine Kopfhörer, kann englisch besser lesen als verstehen, wohnt in einer lauten Gegend, der PC hat nicht die beste Hardware für Sound. ... Wie gesagt, es gibt viele Gründe. Aber das hat Big Finish Games nicht interessiert. Dazu sprechen die Sprecher auch nicht absolut klar. Es sind menschliche Stimmen, was nur bedingt von Vorteil ist. So lispelt die Hauptfigur zum Beispiel. Eine andere Spielfigur hat einen starken Dialekt. Es gibt einen Teil wo jemand mit so einer Art Geisterstimme spricht. Ich habe es nicht verstanden. Diese Woche wurde bei uns im Nachbarhaus renoviert. Das hat teilweise so viel Krach gemacht, dass ich ich das Gesagte nicht hören konnte. Es gibt auch keine Optionen, die zumindest erlauben würden, die Geräusche auszuschalten oder die Musik. Oder die Lautstärke zu regulieren. Oder im Window-Mode zu spielen. Big Finish Games hat für Dich entschieden und so musst Du spielen. Ob das jetzt für Dich und Deinen PC die besten Einstellungen sind oder nicht.

Und dazu von mir ein klares NEIN. Ich mag es nicht, wenn mir vorgeschrieben wird, wie ich zu spielen habe. Ich mag es nicht, dass ich undeutlich sprechenden Menschen in einem Spiel zuhören muss, weil es keinen Text gibt. Ich mag es nicht, wenn ich zu Spieleinstellungen gezwungen werde, die für mich nicht die optimalen sind. Und ganz sicher mag ich es nicht, wenn ich auch noch dafür bezahlen muss, dass mir Dinge aufgezwungen werden, die nicht gut sind.

Das Ende ist dann auch noch sehr enttäuschend. Die angeblich 8 Kapitel sind nur 7. Das letzte ist das Finale, bei dem es für Dich zwei Klicks zu tun gibt. Wenn Du grundsätzlich, so wie ich, keine Ahnung von Tarotkarten hast und/oder haben möchtest, sind diese beiden Klicks rein zufällig. Es scheint, dass Du immer zumindest einen Teilsieg davon tragen wirst. Es macht den Anschein, dass man uns früher oder später mit dem nächsten Teil beglücken wird, der dann vielleicht auch offen bleibende Fragen beantworten wird.

Zusammengefasst kann man sagen: Eine sehr gute und innovative Spielidee. Eine spannende Story, die einen mitreissen kann (sofern man sie versteht in jedem Sinn dieser Worte), schwierige Puzzle, die einen fordern: Aber: Nicht alle Begriffe, die es zu finden gibt, machen einen Sinn. In den letzten drei Kapiteln gibt es die Puzzle nicht mehr, die die aufkommende Langeweile (über das Spiel, nicht bezüglich des Fortganges der Geschichte) auflockern. Die Grafiken der Suchszenen sind durchschnittlich, wir haben erheblich bessere gesehen. Die Videoszenen sind nett, aber auch nicht mehr. Dazu keine Untertitel, keine Optionen, am Ende wird man gezwungen, den gesamten Abspann zu sehen. Realarcade hält es auch nicht für notwendig zu erwähnen, dass eine Soundkarte benötigt wird. Es soll Menschen geben, die so etwas nicht haben.

Mein grösster Wunsch für dieses Spiel: Hätten doch die Entwickler der Spielidee diese Idee jemandem gegeben, der weiss, wie man ein Spiel daraus macht.

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