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1 Pinguin 100 Fälle
Nachlese

Herausgeber: 2 Monkeys
Entwickler: 2 Monkeys

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Autor: Sonja R.
Datum: 27.03.2010

Ein kleiner Pinguin in seinem Ei, gemütlich eingerichtet, verpasst den Zeitpunkt, an dem er eigentlich hätte schlüpfen sollen. Die anderen gehen schon zur Schule und geben ihm Hilfestellung, das Versäumte nachzuholen. Wenn da nicht dieser Übereifer wäre! Wie Jungs nunmal so sind, wollen sie die Mädchen beeindrucken. So macht sich der kleine Pengoo auf die Flossen, um Perlen zu sammeln. Ist eine Perlenkette doch der Traum von Lilu. Dass er in einem Fischernetz landet und weit weg von Zuhause nach Neuseeland gebracht wird, hat er dabei nicht einkalkuliert. Es ist Zeit, den Weg nach Hause anzutreten!

Das nenne ich mal eine Arbeitsteilung: Papa wird auf das Ei gesetzt, während Mama fischen geht. Aber vielleicht ist das ja auch der Grund, warum Pengoo seinen Ausschlüpfzeitpunkt verpasst ;) Ein Zeitlimit gibt es ohnehin nicht, so hat er es nicht ganz so eilig. Da die Ursache aber bei dem defekten Wecker gesucht wird, ist deine erste Aufgabe, die Einzelteile des Weckers zu finden und ihn zu reparieren. Solche Aufgaben ziehen sich durch das ganze Spiel. Du suchst nach Liste oder nach Silhouetten (von denen du immer nur drei siehst, andere dann nachrutschen), oder musst auch Objekte finden, die dir nicht auf irgendeine Weise vorgekaut werden. Diese Gegenstände sind in Silhouetten zu setzen oder auch Tieren und anderen Gestalten zu geben. Frustrierend und nervig war dabei das Skelett im Klassenzimmer, da einige Knochen zum Einsetzen schlecht anklickbar waren und zudem das Ganze noch klein gehalten war.

Wer da was haben möchte, erkennt man, wenn man mit der Maus über die Figuren geht. Der Igel will Äpfel, der Wolf ein Kind, die Katze eine Maus. Apropos Maus: Die kannst du nicht einfach so nehmen und dem Kater geben. Sie flüchet und versteckt sich immer wieder neu - im Kühlschrank, im Gulli - immer wieder müssen Gegenstände geöffnet oder zur Seite geschoben werden. Aber letztendlich treibst du sie doch zum Kater, der sie mit kauenden Geräuschen verspeist. Das wiederum fand ich nicht so toll, denn von der Aufmachung her muss man einfach glauben, dieses Spiel ist für Kinder gemacht. Allerdings ist es andererseits für Kinder teilweise zu schwierig.

Die Orte, an denen es immer eine Fülle von Aufgaben gibt, verändern sich für jede neue Aufgabe. Ist dir eben noch der Regenschirm aufgefallen, der deutlich rechts stand, wird er garantiert an dieser Stelle nicht mehr sein, wenn du ihn bei der nächsten Aufgabe wirklich brauchst. Das macht es immer spannend, obwohl du dich länger in einer Szene aufhältst.

Das Spiel verfügt über eine wunderbare Grafik im Comicstil, aber die Objekte sind teilweise sehr schwer versteckt. Oft sieht man nur einen Zipfel des begehrten Gegenstandes. Die Verschiebbarkeit der Gegenstände trägt ihren Teil dazu bei, denn es gibt keinen Hinweis, welche das sind. Es bleibt dir nur, auszuprobieren. Manches davon kann auch hinter einem im Wind wippenden Ast verborgen sein, so dass du es nicht immer siehst, sondern nur, wenn der Ast den Blick darauf frei gibt. Dabei hilft der Tipp, der sich anfangs schnell, aber später langsamer auflädt, wenn du ihn häufiger gebraucht hast. Musik und Geräusche passen sehr gut zu dem Geschehen.

Aber dieser Pengoo ist einfach eine Wucht und ungeheuer niedlich in seiner Unwissenheit. Er hat mich oft zum Schmunzeln gebracht. Wenn man bedenkt, dass sein Name auf seiner Eierschale stand, ist es ja auch gar nicht so abwegig, wenn er zu einem Hund sagt: "Wir müssen deine Eierschale finden, aus der du geschlüpft bist, darauf steht dein Name". Auch der Erzähler-Pinguin, der ab und zu den Kopf hereinsteckt, hat seine Qualitäten. Bildung gehört nicht dazu, hat er doch die Pinguine mal eben in die Arktis als Lebensraum verfrachtet. Dabei bleibt das Spiel auch hartnäckig und vor allem Kinder sollten wohl aufgeklärt werden, wo Pinguine wirklich leben.

Er schliesst Freundschaften mit Hund Noodles, Kater Vasily, Schildkröte Pamela, Clownfisch Jim und noch einigen anderen. Ich hätte auch Freundschaft mit ihm geschlossen, wenn er mir über den Weg gelaufen wäre. Die Dialoge, die das Kennenlernen und den Weg nach Hause zwischen den Episoden beschreiben, sind mit Humor gemacht und wert, gelesen zu werden.

Die Minispiele treten häufig und passend zum Spielverlauf auf. Sie sind nach zweieinhalb Minuten überspringbar, manchmal steht auch der Tipp für einen nächsten Schritt zur Verfügung. Sie sind dabei sehr vielfältig und mit genauso viel Phantasie wie das ganze Spiel gemacht. Entwirre Knoten, um Pengoo aus einem Spinnennetz zu befreien, setze die Zahnräder in den Wecker ein, ordne Requisiten bestimmten Filmen zu, Puzzles und vieles mehr. Einen recht hohen Anteil haben dabei auch die Arcade-Spiele, von denen der Flug auf dem Albatross nur eins von vielen ist. Fische fangen und die besagten Perlen für Lilu gehören neben anderen ebenfalls dazu.

Als ich das Spiel das erste Mal gespielt habe, hatte ich einige technische Mängel, die aber bei einem weiteren Spielen verschwunden waren. Es ist möglich, dass sie an einem fehlerhaften Download lagen. Das wird im Endeffekt erst die Praxis zeigen, wenn viele sich das Spiel herunter geladen haben.

2 Monkeys hatten so viele schöne Ideen und echte Begeisterung, die sie in die Darstellung der Geschichte investiert haben. Die 15 Episoden mit unterschiedlich viel Leveln garantieren Stunden an Spielzeit. Das Ende hört sich nach einer Fortsetzung an und darauf kann man wohl sehr gespannt sein. 1 Pinguin 100 Fälle ist scheinbar für Kinder gemacht, aber wer als Erwachsener auch nur einen Funken Humor besitzt, muss es sich einfach ansehen.

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