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Club der Ermittlerinnen: Kleine dunkle Lügen
(Women's Murder Club: Little black Lies)


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Herausgeber: i-play
Entwickler: Floodlight Games

Wenn Du Club der Ermittlerinnen: Kleine dunkle Lügen auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Sonja R.
14.12.2010

Im Frühjahr 1975 bist du Zeuge eines Mordes und siehst danach im Heute auch, dass jemand 24 Stunden zuvor in seinem Auto gefangen war. Für die Polizei sieht es hinterher nach einem Selbstmord durch Autogase aus, jedoch wird auch die Forensikerin Claire benachrichtigt. Nicht, weil man an einen Mord glaubt, sondern weil ihr Name mit Lippenstift an die Windschutzscheibe des Autos geschrieben wurde. Da es sich bei der Toten auch noch um eine Freundin handelt, beginnt Claire natürlich mit ihren eigenen Ermittlungen und wird zurück in das Jahr 1975 geführt.

Dabei ist sie nicht allein, denn während des Spiels wechselst du zwischen ihr und den Freundinnen, Lindsay ist Polizistin und Cindy Reporterin. Jede kann durch ihre Arbeit ihren Teil zur Aufklärung beitragen. Die Ermittlungen beginnen nach Begutachtung des Tatorts in der Kleinstadt Cypress View, da sich das Opfer Regina dort vorher zuletzt aufgehalten hat.

Deine Fähigkeiten werden aber schon am Tatort gefordert. Untersuche den Auspuff des Autos, den Innenraum, nimm Proben für das Labor. Da Reginas Laptop verschwunden ist, ist eine nähere Betrachtung des Strandes nötig. Damit du ihn nicht unnötig ablaufen musst, benutzt du das Aussichtsfernrohr und ich muss ehrlich sagen, dass mich das doch begeistert hat.

Es ist dein erstes Wimmelbild in diesem Spiel, das du mit dem Fernrohr absuchst mit einem Gefühl, als ob du tatsächlich damit am Strand stehst. Überhaupt sind alle Wimmelbilder sehr deutlich, nicht überladen und sowohl in der Umgebung eingepasst als auch mit Suchlisten, deren Objekte genau dorthin passen. Manche Gegenstände sind vielleicht etwas klein, aber das liegt einfach daran, dass auch die Größenverhältnisse stimmen. Die Listen sind weitesgehend zufällig und ein oder mehrere Objekte gehen daraus ins Inventar.

Leider wiederholen sich auch über das Spiel die Wimmelbilder immer wieder, wobei es nicht ausbleibt, dass du auch Gegenstände mehrmals auf der Liste wiederfindest. Der Tipp in Form einer Taschenlampe hilft dir durch Anzeigen einens Objekts, wenn du etwas nicht finden kannst. Er lädt sich recht langsam auf, wobei die Taschenlampe dabei immer heller wird.

Auch ausserhalb der Wimmelbilder ist die Taschenlampe dein Tipp. Sie benötigt dort keine Aufladung, aber wer nicht alle, manchmal recht langen, Dialoge konzentriert mitliest, kann dann auch schonmal mächtig auf dem Schlauch stehen. Denn wenn es dort einen Hinweis gibt, mit der Bibliothekarin zu sprechen und du den überliest bzw. überhörst, hast du ein Problem. Die Klingel in der Bibliothek weist nämlich nicht die übliche blaue Hand auf, bei der du etwas tun kannst. Warum eigentlich nicht? Als Strafe, weil du nicht alles genau verfolgt hast? Genausogut kann man denken, die Bibliothekarin kommt von selbst, wenn man die Bücherei betritt. Das wäre Service!

Der Tipp hilft in dem Fall absolut nicht weiter. Normalerweise erwarte ich, dass ich einen Hinweis bekomme. In Textform oder im Anzeigen einer Richtung, wo es weitergeht. Besonders fehlt das, wenn du etwas übersiehst, das du eigentlich ins Inventar hättest nehmen müssen. Hier bekommst du eine komplette Lösung für das Level, das du bis zu der Stelle durchlesen musst, an der du nicht weiterkommst. Das finde ich sehr schade, denn dem Spieler wird dadurch die Möglichkeit genommen, mit einem Hinweis selbst darauf zu kommen. Zumal auch über das Notizbuch die Lösung angewählt werden kann. Das ist völlig in Ordnung und ein Service am Spieler, aber dann doch bitte nicht als Tipp dasselbe. Für mich ist das ein ganz klarer Minuspunkt für das Spiel. Das Buch hilt da eher, da es Stichpunkte enthält, was zu tun ist. Aber wenn du nicht weisst, wie, stehst du ebenso dumm da.

Innerhalb der 8 Untersuchungs-Level bewegst du dich frei, auch über eine Karte in andere Bereiche um die Kleinstadt herum - z.B. in den Blackwood Forest. Die Abläufe sind logisch, denn wenn wir mal auf den Anfang zurückkommen: Da Claire im vergossenen Kaffee Reginas ein Schlafmittel findet, ist der nächste Schritt, im Müllcontainer am Tatort die Scherben der Kaffeetasse in einem Wimmelbild zu finden. Durch den Aufdruck der Tasse von Cypress View geht es mit den Ermittlungen dann in der Kleinstadt weiter. Dort darfst du erstmal den Festplatz wieder herrichten, indem du alles Mögliche wieder an den richtigen Platz setzt. Zeugenaussagen bringen dich immer weiter.

Man merkt daran, dass dieser 4. Teil vom Club der Ermittlerinnen sehr abwechslungsreich und vielschichtig ist. Minispiele sind so in das Spielgeschehen eingebunden, dass sie als Bestandteil der Geschichte zu sehen sind. Du untersuchst die Blutproben im Labor, mischst Farben, musst Einwohner von einem alten Foto auf ein neues identifizieren oder hast ein Schieberätsel der besonderen Art. Nicht allzu häufig schiebt man Bügeleisen und Schuhe durch die Gegend oder löst auch mit einer Bibliothekarin ein Kreuzworträtsel. Sie sind direkt von Beginn an überspringbar, das ist nicht so toll. Dass man allerdings mehrmals in der Bibliothek dasselbe Passwort für das Lager eingeben muss, hätte man sich wirklich schenken können. Dafür ist der Lagerroboter darin schon wieder genial.

Die Grafik ist so gut, dass du sogar kleines Ungeziefer über die Wand laufen siehst. Musikalisch wird das Geschehen passend untermalt. Trotzdem gibt es ein paar Kritikpunkte für das Spiel. Wenn du nicht vollkommen konzentrierst spielst, wirst du öfters als dir lieb ist, nicht weiterkommen. Hier kommt dann der zweite dicke Minus-Punkt zum Tragen, nämlich die integrierte Lösung, die einen Hinweis vollständig ersetzt. So ganz toll fand ich es auch nicht, dass ich den Schraubenzieher im Werkzeugkasten nicht nehmen konnte, nur weil ich noch nicht durch das Schlüsselloch gesehen hatte. Wenn ich nunmal erst den Werkzeugkasten untersuche und dann erst die Tür, ist es mehr als verwirrend, wenn ich dann noch nichts habe, obwohl ich versucht habe, es zu vorher nehmen.

Insgesamt ist Club der Ermittlerinnen 4: Kleine dunkle Lügen ein gelungenes Spiel mit einigen Schwachpunkten. An den 8 Kapiteln hast du gut zu tun, wenn du dich nicht verführen lässt, die Minispiele direkt zu überspringen. Das kann die Spielzeit um eine geschätzte Stunde verkürzen. Nach Beendigung des Spiels kannst du alle Wimmelbilder noch einmal vom Hauptmenü aus absuchen und auch die verschiedenen Sountracks abspielen. Das Spiel bietet tatsächlich einiges von dem, was andere als eine Sammleredition zu einem teurerem Preis verkaufen.


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