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Club der Ermittlerinnen: Tod in Scharlach

Herausgeber: Oberon Media
Entwickler:Floodlight Games


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Autor: Claudia K.
Datum: 2008

Floodlight Games und Jane Jensen, dass ist definitiv ein Gespann, dass für eine gute Story, wunderbare Grafiken und ein interessantes Spiel bürgt. Club der Ermittlerinnen, nach dem Erfolgsroman von James Patterson konzipiert, zeigt das in beeindruckender Weise. Wir haben eine hier eine gelungene Kombination von Detektiv-Abenteuer und Wimmelbildspiel.

Die Leiche einer jungen Frau wurde gefunden, die nicht nur offensichtlich vergiftet wurde, sondern auch noch mit einem Brandzeichen versehen. Wer würde so etwas tun und warum? Du ermittelst in diesem Spiel nicht nur in einer Rolle, sondern gleich in drei. Lindsey - die Kommissarin des Morddezernates, Claire – die forensiche Pathologin und Cindy, die Journalistin.

Du suchst in den insgesamt 9 Ermittlungen und 14 unterschiedlichen Szenen nach zweierlei Objekten. Einmal in typischer Wimmelbildmanier, Dinge, die eigentlich nichts mit der Geschichte zu tun haben und nur den Wimmelbildcharakter unterstreichen sollen. Zum anderen suchst aber auch Inventarbobjekte, die Du z.B. im Labor begutachten musst, über ein Mikrofilmlesegerät auf Verbindungen überprüfst oder sie sind Teil eines Puzzles, dass Dich in Deinen Ermittlungen einen Schritt weiter bringt.

Für die zu findenden Objekte stehen Dir pro Ermittlung 5 Hinweise zur Verfügung. Es gibt keine Möglichkeit, mehr Hinweise zu erarbeiten oder sonst wie zu bekommen. Und das kann ein Problem sein. Die Entwickler sagen selber, dass dieses Spiel eine MINDESTauflösung von 1024x768 Pixeln haben sollte. Und wenn auch sonst solche Angaben bedeuten, dass das das Optimum ist und ein bisschen weniger schadet nichts, hier bedeutet es Minimum!

Die Grafiken sind wunderschön, das ist gar keine Frage. Nur sind viele von ihnen so klein und zart gezeichnet, dass man kaum eine Chance hat sie zu sehen. Dazu kommen dann Szenen im Dunkeln, wo manche Objekte selbst mit Hinweis nur schwierig zu erwischen sind. Das ist ärgerlich, zumal man, verlässt man die Szene oder beendet das Spiel, beim Neuanfang wieder genau da anfängt, wo man aufgehört hat. Es gibt keine Möglichkeit ein Level erneut zu beginnen, es sei denn mal legt ein neues Profil an. Dann aber hat man, was den Wiederspielfaktor des Spieles erhöht, andere Objekte. Nur Inventarobjekte, die für Puzzle oder zur Beweisführung dienen, sind immer gleich und liegen immer am gleichen Platz.

Fingerabdrücke, Namen oder Telefonnummern werden am Kriminalcomputer überprüft. Blut, DNA und andere Spuren im Labor. Dort suchst Du Dir in der Regel erst einmal das nötige Zubehör (das mehr oder minder immer am gleichen Platz liegt) und musst dann die Prüfsubstanzen sortieren. Nach einem aufwendigen Puzzle, dessen Hinweise von mal zu mal komplizierter werden folgt dann ein Prüfspiel, bei dem die Lösung sozusagen in Rauch gleich mitgeliefert wird. Mich persönlich haben beide Spiele geärgert. Das erste ist aufwendig und nur wenige Leute werden sich die Mühe machen, es zu lösen. Das zweite dagegen erweckt den Eindruck, dass ein Spieler nicht in der Lage ist, die Reaktion einer Lösung zu sehen. Ausserdem wird es schlicht und ergreifend langweilig, immer und immer wieder das Gleiche zu tun.
Glücklicherweise kannst Du alle Puzzle wegklicken, indem Du einfach auf lösen klickst. Es hat keinerlei Konsequenzen, ob Du ein Puzzle selber löst oder nicht. Auch hier denke ich: Schade, ein bisschen mehr Anreiz, ein Puzzle selber zu lösen, wäre nett gewesen. Allerdings mag dieser Lösungsmodus andererseits dazu dienen, dass man das Spiel nicht nach dem dritten Mal im Labor frustriert in die Ecke wirft.

Cindy dagegen muss immer mal wieder im Archiv ihrer Zeitung nach Verbindungen fahnden, wobei die Mikrofilme erst gefunden und dann sortiert werden müssen. Anschliessend gilt es dann im Computer nach dem Jahr zu suchen, in dem es eine Verbindung gab. Als Belohnung erhält man einen Zeitungsartikel, der eine neue Spur aufwirft. Oder sie geht ins Café, wo sich die Journalisten treffen um neue Informationen zu erhalten. Dort gilt es ein Wortspiel zu lösen, für dass man Münzen braucht (welche immer an der gleichen Stelle liegen). Leider hat es in diesem Spiel für eine englischen Übersetzung nicht gereicht. Wenn Du also das Spiel auf deutsch spielst, weil Du kein Englisch kannst, musst Du diese Puzzle lösen lassen (oder in unseren Walkthrough schauen).

Der Club der Ermittlerinnen geht über das hinaus, was man bei einem normalen Wimmelbildspiel erwartet. Es zeigt auf, wie Detektiv Abenteuer sein können. Es hat grossartige Grafiken. Und ist doch kein Spiel, dass man uneingeschränkt empfehlen kann. Es fehlt an Politur in den Untersuchungen. Und an Abwechslung. Die wunderschönen Grafiken können frustrierend sein, denn der Spieler möchte spielen und nicht bewundernd ein Gemälde betrachten. Für diese Grafiken sind fünf Hinweise zu wenig. Das Spiel ist zeitweise langweilig, einfach weil Dinge immer an der gleichen Stelle liegen und zwar die Dinge, die wichtig sind. Gleichzeitig gibt es keine Hilfe mit dem Archiv Computer z. B. zumal die Eingaben nicht immer zwangsläufig bekannt sind. Dann bleibt wieder nur, das Spiel lösen zu lassen, was frustiert. Dazu die fehlende Übersetzung beim Wortspiel im Café.

Ein gutes Spiel, bei dem viel ausser acht gelassen wurde. Bei dem darauf gebaut wurde, dass nur erfahrene Spieler mit einer guten Hardware spielen. Und für Anfänger ist das Spiel ganz sicher nicht geeignet.


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