Witches' Legacy: Der dunkle Thron


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elefun Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 27.07.2015


Nett, wie das Strickjäckchen - wenn man es hat ist es gut, aber man macht sich nicht die Mühe, aufzustehen, um es zu holen
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Zu Ehren ihres Bruders Leben und Werk, erschafft die gute Hexe Lynn das Tom Charleston Museum der Magie. Doch kurz vor der Öffnung wird Lynn in einen Spiegel gezogen, ihre Mutter Carrie in einen Raum gesperrt, der kleine Imp von einem Skelett festgehalten. Nur du, als Lynn's Ehemann und Hexenjäger Edward bist verschont geblieben. Du folgst Lynn und stellst schnell fest, dass sie offensichtlich unter einem Fluch steht.

Es stehen vier Modi zur Auswahl des Schwierigkeitsgrades zur Verfügung, einer davon mit einigen, wenigen individuellen Einstellungsmöglichkeiten. Als zusätzlichen Helfer gibt es eine Karte, die zuverlässig anzeigt, wo es aktuell etwas zu tun gibt. Der Tipp dient ebenfalls als Richtungsanzeiger und für Aktionen, die du selbst nicht erledigen kannst, hast du den Imp. Der benötigt ab und an Gegenstände, die du ihm anreichen musst. Gut gemacht: wer die Vorgängerspiele nicht kennt oder seine Erinnerung auffrischen möchte, findet im Hauptmenü ein Buch mit der Geschichte von Lynn.

Bei den Wimmelbildern finden wir zwei Varianten, die Umriss-Suche und Wortsuchliste mit kleineren Interaktionen. Manchmal muss sich die Wortsuchliste erst erarbeitet werden, manchmal finden sich hinter den gefundenden Gegenstände Kleinteile, die, angeklickt, am Ende das Inventarobjekt ergeben oder dazu führen, manchmal finden sich hinter gelösten Wortsuchspalten Gegenstände, die eingesetzt werden müssen, um das Inventarobjekt zu finden. Dazu kommen Wimmelbilder bei denen du Dinge direkt in einer Art Nahansicht suchen musst. Manche Wimmelbilder werden 2x gespielt, meist aber in zeitlich akzeptablen Abständen. Später im Spiel wirst du auch mal nur simple "Suche x von Y" -Szenen finden. Die meisten sind mit mehr oder weniger aufwändigen Interaktionen versehen. Als Alternative zu den großen Wimmelbildszenen (nicht denen in den Nahansichten) gibt es ein Memory.

Bei den Puzzles bleibt Elefun Games mit Witches' Legacy: Der dunkle Thron im vorwiegend einfachen und vor allem wohl bekannten Bereich. Memory ist eine bevorzugte Variante, die sich gleich mehrfach findet. Passend zum Gesamtspiel sind auch die Puzzles grafisch gut gemacht, haben allerdings nur selten Bezug zur aktuellen Situation.

Der Imp, der im letzten Spiel noch ziemlich gezappelt hat und nervig war, ist deutlich ruhiger geworden. Klickst du ihn an, wird er Dinge, die du ihm beim letzten Mal geschenkt hast, vorzeigen, damit spielen, sie essen oder was auch immer. Ansonsten macht er seine Mätzchen, wenn er gefordert ist. Natürlich sind diese Mätzchen eine künstliche Verlängerung der Spielzeit, doch zumindest hat man das hier sehr nett verpackt.

Ebenfalls eine künstliche Verlängerung sind die von A-nach-B-zurück-nach-A-Aktionen und die erzwungene Wartezeit durch die Ladezeiten macht es auch nicht angenehmer. Die tauchen nicht nur beim "Ortswechsel" auf, sondern auch bei Nahansichten. Besonders gern genommen sind da die, für die man noch nicht alles hat. An einem Ort ist der Radius extrem groß bei einer solchen Nahansicht, so dass man mehrfach dort landet, ohne es zu wollen. Inklusive Ladezeiten beim "Ein- und Ausgang". Nimmt man die relativ geringe Gesamtspielzeit dazu, könnte man auf den Gedanken kommen, dass die Ladezeiten nicht technisch, sondern strategisch bedingt sind.

In der Sammleredition: Hier gibt es zusätzlich in jeder Puzzle-Teile und veränderliche Objekte zu finden. Die Puzzleteile dienen in den Extras dazu, maximal 4 kleine Legepuzzle zu machen, die dir vier mehr oder minder Beteiligte mit ein paar kurzen Sätzen vorstellen. Ansonsten gibt es Auszeichnung (eine für die gefundenen, veränderlichen Objekte), Musik, Bildschirmschoner, eine "Kunst-Galerie" (Szene im noch nicht ganz fertigen Zustand, aber auch keine Konzepte) und Hintergründe. Während du dir das ansiehst, erzählt dir eine Männerstimme noch mal Teile der Geschichte. Im Extra-Spiel, ebenfalls eher auf der kurzen Seite angesiedelt, führt ein Hilferuf Lynn und Edward wieder zurück in die andere Welt, da das Böse dort erneut sein Unwesen treibt.

Diverse Aktionen machen überhaupt keinen Sinn. Dazu gehört auch, dass für manches, was leicht zu erreichen wäre, der Imp benutzt wird, während wir locker an einem großen Gebäude nach ganz oben reichen können, um uns mit einem Steingesicht herumzustreiten. Stellenweise zieht sich das gesamte Spiel wie Kaugummi, was wegen der erwähnten, kurzen Spieldauer, schon erstaunlich ist. Geschichtlich kommt es bis zum Ende nicht wirklich in Schwung. Man gewinnt in Witches' Legacy: Der dunkle Thron den Eindruck, das Lynn's Ehemann Edward ein echter Langeweiler sein muss, dessen Motto "Eile mit Weile" vermutlich ins Hemdchen gestickt wurde.

Technisch gesehen ist Elefun Games einfach noch nicht oben angekommen. Im Bereich Wimmelbild müht man sich, abwechslungsreich zu sein, doch so wirklich erfolgreich ist man nicht. Bei den Puzzles hält man es mit Altbewährten. In Zeiten wie diesen rutscht Mittelmaß schnell nach unten ab (zumindest wenn man Qualitätsbewußtsein hat). Elefun muss aufpassen, dass sie dort nicht landen. Witches' Legacy: Der dunkle Thron jedenfalls sticht mit nichts Positiven heraus, ist rundherum Mittelmaß und leider in der Technik dann noch drunter. Die Normalversion kann man spielen, wenn halt sonst nichts da ist.