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Witch Hunters: Zeremonie bei Vollmond


tassentassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Top Evidence Studio

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 05.08.2014
Deutsch (Normal): 27.11.2014


Wimmelbildabenteuer ohne Abenteuer, Ideen und Logik
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Aus einem zerbrochenen Spiegel entsteigt in unserem Haus ein fieser Gnom. Verschiedene Hexen terrorisieren daraufhin unsere Familie, entführen oder verwandeln sie in unheilvolle Kreaturen oder Tiere. Immer wieder rollt man uns Steine in den Weg, um eine Befreiung unserer Lieben zu verhindern. Doch wir geben nicht auf und versuchen, einen nach dem anderen ausfindig zu machen und alles Böse zu eliminieren.

Die Handlung, die zwar einfach gestrickt ist, ist genauso unlogisch wie der Ablauf in vielen Situationen. Trotz unzähliger Zwischensequenzen und Dialoge gerade zu Beginn, bleibt bis zum Ende vieles im Dunklen und wird auch darüber hinaus nicht aufgeklärt. Dazu enden die Einspieler abrupt und besitzen keinen fließenden übergang zur nächsten Szene. Die Stimmen passen nicht zu den Darstellern, obendrein sind sie auch nicht animiert. Zu guter Letzt stellt sich dann noch die Frage, was der Gnom, den wir z. B. schon aus der Haunted Legends-Reihe von ERS kennen, für eine Funktion hat, außer dass er uns nichts Gutes will? Einziger Pluspunkt ist hier tatsächlich nur die Grafik, die nicht zu überladen wirkt und trotzdem farbenfroh erscheint.

Es gibt drei Schwierigkeitsgrade, aus denen wir auswählen können. Sie gliedern sich in „Normal“, „Fortgeschritten“ und „Schwer“, wobei sich alle nur in der Häufigkeit des Glitzerns und in der Aufladegeschwindigkeit von Tipp und überspringen unterscheiden.  Ein Wechsel in einen anderen Modus ist danach nicht mehr möglich. Zusätzlich wird uns noch ein Tagebuch zur Verfügung gestellt, in dem eine Aufgabenliste und die Karte mit Springfunktion integriert sind. Wir können darin sehen, wo wir uns im Augenblick befinden und an welchem Ort noch etwas zu tun ist. Allerdings arbeitet sie sehr unzuverlässig, da auch die Räume als aktiv markiert sind, bei denen wir nur z. B. eine von 15 Spiegelscherben ablegen können. Und genauso wirr funktioniert auch der Hinweisgeber. Immer wieder führt er uns an unsinnige Orte, um dort etwas aus unserem Inventar zu platzieren, was noch gar nicht vollständig ist. Wichtige Informationen erhalten wir zudem immer noch als Notizzettel, so dass wir in unserem Journal nichts nachschlagen müssen. Nur die zunehmende Anzahl der Zimmer und Außenbereiche wird uns gelegentlich Probleme machen, auch die Tatsache, dass wir viele Aufgaben, die wir am Anfang erhalten, erst gegen Ende erledigen können.

ärgerlich ist ebenfalls, dass es so viele logische Schwächen gibt. Vor uns befindet sich z. B. eine vernagelte Schublade und wir haben doch tatsächlich ein Brecheisen im Gepäck. Allerdings ist es uns nicht vergönnt, dieses auch zu benutzen, denn wir brauchen unbedingt Termiten, um von denen das Holz zernagen zu lassen. Ein anderes Mal ist der Kühlschrank vereist und wir müssen dieses unbedingt Schmelzen lassen. Zum Glück erhalten wir eine glühende Kohlezange, die wir aber sofort unter kaltes Wasser halten, um sie abzukühlen. Nein, wir suchen so lange weiter bis wir einen Bunsenbrenner gefunden haben!

Insgesamt 16 Wimmelbilder sind ins Geschehen eingefügt worden. Bei allen handelt es sich um Wortsuchlisten. Die wenigen Interaktionen beschränken sich meistens auf das öffnen einer Schublade oder eines Kästchens. Die Gegenstände sind gut erkennbar und oft wissen wir schon vorab, welches Objekt wir danach für unser Inventar erhalten. So ist es auch kein Wunder, dass wir eine Auszeichnung (nur Sammleredition) dann erhalten, wenn wir ein Wimmelbild in unter 30 Sekunden lösen oder auch drei Begriffe in einer Sekunde finden. Im Bonuskapitel der Sammleredition spielen wir übrigens jedes Wimmelbild ein zweites Mal und dazu sind einige vom Hauptteil übernommen worden.

Auch bei den wenigen Rätseln haben sich Top Evidence Studio überhaupt keine Mühe gegeben, gängiges Material so langweilig und einfach gestaltet, dass es sich nahtlos in die Mängelliste dieses Spiels einfügt. Gegen Ende wiederholen sich die Minispiele dann auch noch, wie z. B. Sequenzen nachspielen oder gleiche Paare finden, das insgesamt dreimal vorkommt. Dazu gesellt sich ein simples Tic Tac Toe, das Rotieren von Bildausschnitten, eine Waage, die wir ausbalancieren müssen und ein Labyrinth. Der Abschuss ist aber eine Billard-Variante, bei der es zwar eine weiße Kugel gibt, mit der wir aber nicht die anderen farbigen Kugeln anspielen müssen, sondern die es ebenfalls einfach nur zu versenken gilt. Es spielt überhaupt keine Rolle, wie oft wir eine Farbe anspielen oder auch daneben treffen, es ist nur von Nöten, dass irgendwann alle Kugeln vom Tisch verschwunden sind.

Da ist es schon fast eine Freude, dass sehr geübte Spieler in unter drei Stunden den Hauptteil beenden werden. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir weder eine Vollmond-Zeremonie gesehen, noch wissen wir, wo sich unsere Familienmitglieder nach ihrer Rettung aufhalten noch wohin der Gnom verschwunden ist, nachdem er vom Spiegel eingesaugt wurde. "Zum Glück" gibt es da ja noch das Bonuslevel, das genauso anfängt, wie die Normalversion geendet hat. Wir spielen größtenteils erneut die gleichen Schauplätze und Wimmelbilder, lediglich vier andere Rätsel wurden eingefügt. Und obwohl in der Beschreibung steht, dass es die Sichtweise unserer Schwester darstellen soll, merken wir sofort, dass die Handlung einfach nur abgeschnitten wurde, um eine Sammleredition daraus zu machen. Geradezu lächerlich wirken da die 35 Chamäleonobjekte, die noch hastig eingefügt wurden und die wenigen Auszeichnungen. Auch Musik, Wallpapers und Konzeptkunst stellt man uns großzügig zur Verfügung, zudem können wir neun eintönige Rätsel erneut spielen.

„Witch Hunters: Zeremonie bei Vollmond“ hat so gar nichts, was es empfehlenswert macht. Es ist viel zu kurz, zu einfach und zu lieblos, als dass es auch nur den Preis einer Normalversion wert wäre. Eine bodenlose Unverschämtheit ist allerdings die Sammleredition inkl. ihrer dürftigen Extras. Vorkenntnisse zum Vorgänger sind nicht notwendig, da es eine eigenständige, wenn auch schwachsinnige Handlung ist. Ich vergebe eine Tasse für die Grafik und eine Tasse dafür, dass es tatsächlich noch schlechtere Spiele gibt, zwar wenige, aber doch vorhanden. Bitte unbedingt zuerst zur Probe spielen und dann entscheiden.


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