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Whispered Secrets: Grausame Schönheit


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: GrandMA Studios

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 31.03.2020


Wimmelbild-Abenteuer mittlerer Länge mit schönen Wimmelbildern
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Von unserer Freundin Cathy werden zu einem alten Hospital gebeten, offenbar gehen dort unheimliche Dinge vor. Dort angekommen müssen wir feststellen, dass in der Tat verschiedenes unheimlich ist und überall Gefahren lauern.

Wir haben es hier mit (gemäßigtem) Horror zu tun, die Gruseleffekte werden wohl nur die zartbesaiteten unter uns schaudern lassen. Der Einsatz von Monstern (die nun allerdings von der harmlosen Sorte sind, nämlich irrlichternde Hände oder auch Gebisse) trägt eher wenig zum Gruseln bei. Und dass sie jedes mal auf dieselbe Art zu beseitigen sind, wird schnell ermüdend, zumal die Lösung der Probleme immer in der Anwendung von gewöhnlichem Salz besteht.

Die Grafik erinnert an frühere Spiele Spiele von ERS, Szenen und Charaktere sind gemalt, erfreulicher Weise sind die Farben nicht wie zuletzt des öfteren gesehen in grellen Farben gehalten, sondern alles ist natürlich dargestellt.

Die Geschichte ist nicht eben völlig neu, folgt aber auch nicht ausgetretenen Pfaden. Als störend empfunden wurde die Rolle einer im Hospital angetroffenen Journalistin, deren hauptsächliche Funktion ist, uns anzuschreien, wir mögen uns gefälligst beeilen. Was hier nun wirklich ziemlich neu ist, ist die Tatsache, dass wir mehrfach vor Alternativen gestellt werden, von denen wir eine auszuwählen haben. Dergleichen gab es zwar schon gelegentlich, aber hier hat die Wahl tatsächlich Folgen. Zweimal folgt entweder ein Minispiel oder Wimmelbilder, mindestens zweimal unterscheiden sich die anschließenden Aufgaben. Nach gewisser Zeit landen wir dann aber stets wieder an gemeinsamer Stelle und es geht identisch weiter. Durch dieses Angebot wird erheblich dazu beigetragen, dass der Wiederspiel-Wert höher ist als normal.

Die angebotenen Hilfen sind einerseits die übliche Karte und ein Tipp, beide mit Transportfunktion. Dazu gesellt sich ein Tagebuch, in dem wesentliche Ergebnisse fest gehalten werden, und in dem wir auch Videosequenzen wiederholen können. Es wird dies nicht unbedingt benötigt, kann aber durchaus von Nutzen sein.

Die Wimmelbilder stellen neben der erwähnten Wahl von Alternativen die Stärke des Spiels dar. Viele werden zweimal besucht, dann jeweils von verschiedener Art. Wir haben hier neben klassischen Suchlisten, gewöhnlich mit Interaktionen oder auch eingebetteten Minispielen, Mustersuche, Silhouetten und Rätsel, bei denen ausschließlich mit den Objekten der Szene interagiert werden muss. Ergänzt werden sie von Suchbildern im Fenster, die meist anschließend weiter bearbeitet werden und von den bekannten Folgen von Bildern, bei denen durch extrem einfaches Verrücken von Objekten die Vorgeschichte erzählt wird.

Die Minispiele sind teilweise in zwei Varianten – leicht und schwierig – im Angebot. Alle lassen sich überspringen und auch neu starten. Der Schwierigkeitsgrad reicht von leicht bis mittelschwer mit einigen wenigen anspruchsvolleren Varianten. Hier treffen wir fast ausschließlich auf bekanntes Material, das aber ansprechend präsentiert wird.

Der Abenteuerteil besteht überwiegend aus 08/15-Aufgaben, immerhin wird hier und da darüber hinaus gegangen. Schwierig wird es eher selten. Nervig ist die Tatsache, dass andauernd entgegen jedem Sinn und Verstand andauernd beteiligte Charaktere uns Gegenstände überreichen, immer schön eins nach dem anderen und eben fast immer unter Missachtung von Plausibilität. Extrem wird es gegen Ende, wenn die angeschnallte Cathy offenbar in jeder Hand etwas bei sich hat, das sie uns wie beschrieben nicht etwa gleich überlässt, sondern erst nach Erledigung einer weiteren Aufgabe.

Die Sammlerausgabe ist ausnahmsweise reichhaltig bestückt. Suchfreunde kommen voll auf ihre Kosten: Es gibt Sammelobjekte und Chamäleonobjekte zu finden, dazu oft sehr schwer zu findende Kräuter. Außer dem (allerdings kurzen) Bonuskapitel können wir noch ein Detektivrätsel lösen, sofern wir alle Kräuter gefunden haben. Diese lassen sich aber zum Glück auch noch nachträglich suchen. Dazu können wir einige Wimmelbilder und Minispiele nach spielen, bei letzteren leider nur wenige und vor allem nicht die interessantesten. Das übliche Material rundet den Bonusteil ab.

Fazit:
Whispered Secrets: Grausame Schönheit punktet mit gelungenem und abwechslungsreichen Wimmelbildern und der Tatsache, dass mehrfach durch die Anwahl einer von zwei Alternativen tatsächlich unterschiedliche Folgen entstehen. Die Länge ist eher guter Durchschnitt, das Ende zufriedenstellend und abgeschlossen. Was wir nicht mehr für möglich gehalten haben: Ausnahmsweise kann sogar die Sammlerausgabe empfohlen werden.