Whispered Secrets: Schweigen ist Gold


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Grandma Games Studios

Download (Normal)): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 26.08.2015

Durchschnittliches Spiel mit unterdurchschnittlicher Spielzeit
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In Rockshire brechen Minenarbeiter durch eine Tunnelwand und trauen ihren Augen kaum. Eine Höhle mit unvorstellbaren Schätzen, inklusive einer mysteriösen Truhe tut sich vor ihnen auf. Glücklich nehmen sie, was sie geht. Wenig ahnen sie, was sie damit auslösen. Doch schon bald kommt das Böse in die Stadt. Kurz darauf tauch Bonni Turner mit ihrem kleinen Sohn in deinem Detektiv-Büro auf. Ihr Mann Bill ist einer der Minenarbeiter in Rockshire, doch seine Familie hat den Kontakt mit ihm verloren und die Behörden behaupten, dass er nie dort gewesen sei.

Du machst dich unverzüglich auf den Weg, doch schon kurz nach deiner Ankunft kannst du dich des Gefühles nicht verwehren, dass du unerwünscht bist. Würde man ansonsten einen Bluthund auf dich hetzen?

Vier Modi stehen zur Verfügung, einer davon mit individueller Auswahl der einzelnen Bestandteile des Schwierigkeitsgrade. Dazu gibt es als Helfer eine Karte, die neben dem Hüpfvergnügen auch alle wichtigen Informationen anzeigt und einen roter Panda, der dir zur Hand geht, wenn es um Krabbeln und Klettern geht. Der Tipp dient nicht nur als Hinweisgeber, sondern auch als Teleporter und ist, wie auch die Karte, zuverlässig.

Bei den Wimmelbilder gibt es anfänglich Wortsuchlisten mit Interaktionen, manche davon spielt man 2x. Später im Spiel (soweit man von "später" sprechen kann), werden die Interaktion etwas weniger, dafür gibt es mehr "finde x von y". Doch diese Phase gibt sich wieder. Die Suchszenen sind nicht besonders auffällig, aber auch nicht abgrundtief langweilig; sie fallen in keiner Richtung besonders ins Gewicht. Bis auf eine.

Whispered Secrets wird in den Jahresabstimmungen sicherlich keine der üblichen Auszeichnung erhalten, doch in einer Kategorie ist dem Spiel eine Medallie sicher: Es verfügt über die dümmlichste Wimmelbildszene in der Geschichte des Wimmelbild-Genre <- hier klicken, wer es sehen möchte, ohne das Spiel zu kaufen). Man stelle sich vor, man wird von einem wütenden Mann mit einem Messer angegriffen. Und während dieses Angriffes wächst dir nicht nur unverhofft ein dritter Arm (mit den Händen der beiden anderen Arme hältst du den Angreifer zurück), sondern suchst auch noch so wichtige Dinge wie Radieschen, die Zahl 5, Lauch, eine gebackene Kartoffen, Tomaten (ob der Szene-Designer wohl hungrig war?)! Gratulation GrandMa Games Studios, das ist wirklich und wahrhaftig ein Höhepunkt in meiner nun fast 10jährigen Wimmelbild-Spiel-Karriere.

Wäre das alles, gäbe es die Auszeichnung zwar trotzdem, aber man könnte darüber hinwegsehen. Ein Bösewicht bedroht dich mit einer Pistole und schiesst daneben, ok, das kann passieren. Du verfolgst ihn (wie blöd kann man sein, vorallem nachdem man vorab gehört hat, wie dieser Gestalt aufgetragen wurde, dich loszuwerden), er steht vor dir, schiesst - aber nicht auf dich, sondern auf den Kronleuchter. Warum? Und wie um alles in der Welt landest du, vom Kronleuchter getroffen, anschließend in einem überfluteten Gewölbe? Wo du doch vorher in einem massiven Steinhaus in der Halle standest? Und nein, bewußtlos warst du nicht; zumindest gibt der Einspieler das nicht her.

Die Puzzles haben teilweise ein bedauerliches Manko; einige vefügen nicht über eine Neustartfunktion. Das ist ärgerlich; zwar benötigen nicht alle eine solche Möglichkeit, doch wenn man sie vermisst, dann sind es Knobeleien. Interessant gemacht und ein frischer Start könnte Sorge tragen, dass niemand frustriert diese Puzzles einfach überspringt. Den Rest kann man kaum überspringen, in der Regel ist man schneller fertig als die Aufladefunktion.

Eine immer wieder kehrende Funktion sind Skizzen, die in die Szenen gelegt werden müssen. Ein Kreuz zeigt, wo etwas versteckt ist, was ohne die Karte unverständlicher Weise nicht gefunden werden kann. Visuell kann man sich nicht beschweren; Whispered Secrets: Schweigen ist Gold ist schön anzusehen, aber kommt auch hier nicht über den Standard hinaus. Das Hauptmenübild ist das Beste im gesamten Spiel.

Die Geschichte ist zumindest nett geschrieben, aber wer nicht auf Notizen und Einspieler steht und diese gerne überspringt, wird früher oder später völlig den Faden verlieren, wer denn hier nun gut und böse ist. Das macht an sich aber nicht so viel; das befriedigende Ende bringt alles wieder ins Lot und ist eindeutig. Allem voran allerdings eindeutig zu früh: 2:34 Std. zeigte die Anzeige in den Notizen am Ende des Hauptspieles an. Im Vergleich dazu ist das Bonuskapitel schon fast lang, denn die Uhr stoppte hier bei 3:28 Std.

Wer die Sammleredition gekauft hat, sucht in jeder Szene zwei, insgesamt 72, Edelsteine. Wer nicht alle findet, wird am Ende das "dritte Bonus-Kapitel" nicht spielen können (vermutlich sind es, wie beim Vorgänger, eh nur wenige Minuten), denn eine Möglichkeit der "Nachsuche" gibt es über die Extras nicht. Man müsste das Spiel inklusive Bonusspiel, das eine für sich stehende, aber ans Hauptspiel angelehnte, Geschichte erzählt, komplett noch mal spielen. Die Extras bieten neben einem Workshop (Bilder der Entwicker "bei der Arbeit"), Filme, Musik und Auszeichnungen auch noch die Möglichkeit Wimmelbilder und Puzzles erneut zu spielen.

Alles in allem bietet Whispered Secrets: Schweigen ist Gold weder in der Normal-, noch in der Sammlerversion irgendeinen Grund, es zu kaufen. Zu durchschnittlich in Spiel, Geschichte und Grafik, dazu unterdurchschnittlich in der Spielzeit. Entwickler und Auftraggeber sollten nicht durch Käufe ermutigt werden, solche Spiele zu produzieren. Man kauft doch auch keinen halbvollen Becher Jogurth.