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Whispered Secrets: Verfluchter Reichtum


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: GrandMa Studios

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 20.07.2019


Einfaches Wimmelbild-Abenteuer mit abwechslungsreichen Wimmelbildern
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Wir werden im nun schon neunten Teil der Serie als Detektiv von einem alten Bekannten, Lord Abel, gerufen, um den Tod seiner Frau Mary aufzuklären. Es gibt zwar anfänglich eine Reihe von Verdächtigen, in der Familie stimmt offenbar so einiges nicht.

Während der Ansatz der Geschichte als Krimi zunächst gefällt, gleitet das Geschehen sehr schnell in wohlbekanntes und ausgetretenes Gelände ab. Nicht nur, dass wir allzu schnell den richtigen Verdacht hinsichtlich des/der Schuldigen gewinnen, auch der Einsatz der verstorbenen als Geist bringt allenfalls ein gequältes Gähnen hervor. Hinzu kommt eine unerfreulich große Menge an Ungereimtheiten. So werden wir gleich zu Anfang aufgefordert, ein Pferd zu satteln, während es bereits gesattelt ist. Dass der Sattel selbstverständlich (wie so vieles andere) zunächst kaputt ist, stellt sich dann erst später heraus. Bei einem Verkaufsstand wird ein Freiexemplar einer Zeitung angeboten, wenn man eine Schnalle kauft. Tatsächlich bekommt man aber beim Kauf die Zeitung selbst, in der zugegebenermaßen eine Schnalle liegt. Wie leider üblich landen wir wieder einmal in einem Gefängnis und entkommen diesem durch einen Mechanismus zum Öffnen des Ausgangs in eben diesem Gefängnis. Und pausenlos finden wir Gegenstände an den unrealistischsten Orten, bzw. bekommen sie auf möglichst unplausible Weise von jemandem überreicht.

Schon wieder haben wir es mit einem Gadget zu tun, diesmal ist ein Detektiv-Koffer zum Sortieren von Beweisen. Wer weiß, was die Entwickler geritten haben mag, dessen Einsatz so zu gestalten wie sie es getan haben. Es handelt sich um ein vollkommen sinnfreies Herumklicken ohne Sinn und Zweck, da für jeden Beweis umgehend das Fach hervor gehoben wird, in das er gehört.

Das Ende der Geschichte ist zumindest insofern befriedigend, als es einen echten Abschluss bietet. Die Spieldauer ist nicht annähernd vergleichbar mit der älterer Spiele, aber für heutige Verhältnisse im oberen Durchschnitt.

Die unterwegs zu erledigenden Aufgaben sind mehrheitlich vielfach erlebter Standard. Natürlich ist eine Leiter zu reparieren, und gleich zu Anfang (sicherheitshalber später erneut) kommt die sagenumwobene Haarnadel zum Einsatz. Es kommen zwar keine Embleme vor, aber dafür dasselbe in grün in Form von Fragmenten und dergleichen.

Auffällig ist, dass in hohem Maße auf der Schiene der Zeitschinderei gefahren wird. Dazu gehört der bereits erwähnte Detektiv-Koffer, viele Einspieler und die mehrfach zu erledigende "Aufgabe", ein Foto in die Szene zu halten. Haben wir Nägel aus einem Balken zu ziehen, müssen wir das einzeln tun, wobei das dafür verwendete Werkzeug jedes mal zunächst wieder im Inventar verschwindet. Die Liste ließe sich fortsetzen, aber man wird verstehen, was gemeint ist.

Wer kein Problem mit den genannten Mankos hat, wird aber mit einem weitgehend unterhaltsamen Spiel für zwischendurch versorgt.

Ein Lichtblick sind die Wimmelbilder. Sie sind sehr abwechslungsreich und bieten neben den klassischen Wortsuchlisten, Paarsuche, Mustersuche und Zurücklegen. Sie enthalten häufig Interaktionen, allerdings der eher einfachen Art und sind schön in die Szenen eingebettet. Ihnen zur Seite stehen erneut die vollkommen überflüssigen Suchbilder im Fenster, in denen meist nichts zu suchen, sondern nur anzuklicken ist.

Bei den Minispielen hätte man sich beschränken sollen. Eine erschreckend große Anzahl ist auf die Zielgruppe Kindergarten zugeschnitten. Immerhin treten auch einige auf, bei denen tatsächlich das Gehirn eingeschaltet werden muss.

Die Grafik ist angemessen, insbesondere die Gestaltung der Charaktere ist sehr gut gelungen. Lediglich die Farben gefallen weniger, sie sind meist zu grell geraten und wirken daher häufig unrealistisch.

An Hilfen steht ein zuverlässiger Tipp mit Transportfunktion zur Verfügung sowie eine Karte, ebenfalls mit Transportfunktion. Diese arbeitet nicht durchgängig ohne Mängel, gelegentlich werden Orte mit aktiver Aufgabe nicht markiert.

Leider ist die deutsche Fassung auch nicht ohne Mängel: An einer Stelle wird schuldig mit unschuldig verwechselt, ein Schraubendreher wird als Schraubenschlüssel bezeichnet, der Genitiv wird nicht korrekt verwendet.

Die Sammlerausgabe ist vergleichsweise reichhaltig bestückt. So haben wir in jeder Szene eine oder mehrere Südenkarten zu suchen, die großteils nicht sofort ins Auge fallen, in den meisten Szenen gibt es Chamäleonobjekte, die nicht so gut versteckt sind, und in Nahansichten liegen häufig Puzzleteile. Das Bonuskapitel fällt gegenüber dem Hauptspiel nicht weiter ab, dazu gibt es einen Epilog. Dieser ist ein komplexes Wimmelbild und wird dann verfügbar, wenn alle Sündenkarten gefunden werden. Zum Glück können diese auch nachträglich gesucht werden. Etliche Minispiele und Wimmelbilder können nach gespielt werden, dazu kommt das übliche Material.

Fazit:
Wer ein einfaches Spiel ohne nennenswerten Anspruch, aber mit guten Wimmelbildern sucht und sich an einer unausgegorenen Geschichte nicht stört, kann hier bedenkenlos zuschlagen. Die anderen Spieler sollten unbedingt (wie ja eigentlich immer) zunächst die Demoversion herunter laden.