A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Whispered Legends: Der Fluch von Middleport


tassen
Herausgeber: Gogii Games
Entwickler: Gogii Games

Download: Deutschland-Spielt
Download: BigFish Games.com

Autor: Elke M
Datum: 20.06.2014
Deutsch: 17.11.2014

Totalausfall aus dem Hause Gogii
~~~~~~~~~~~~~~~~~

Immer mehr Einwohner des sonst ruhigen Städtchens Middleport verschwinden auf mysteriöse Weise. Berichte über Monster, grässliche Schiffe und besessenen Artefakte schaffen sogar den Weg in die Londoner Zeitungen. Dort wird gemutmaßt, dass es sich um einen uralten Fluch handelt. Wir, ein Inspektor aus der Hauptstadt und Mitglied der Gesellschaft der Königlichen Skeptiker, werden deshalb dorthin beordert. Wir sollen diese Gerüchte zerstreuen und das Rätsel um die seltsamen Vorkommnisse lösen.

Abgesehen von einer mittelmäßigen Grafik, nicht animierten Personen und teilweise furchtbaren Stimmen, haben sich Gogii fleißig woanders bedient. Die Ortsansicht von Middleport ist 1:1 von einem berühmten Foto der bayrischen Kleinstadt Rothenburg ob der Tauber übernommen (glaubst du nicht? Andere Webseiten haben sich bereits darüber lustig gemacht - siehe hier), den Soundtrack hat man sich beim 3-Gewinnt-Spiel „Tales of Empire“ organisiert. Dazu quält man uns mit unzähligen Zwischensequenzen und Gesprächen, die oftmals endlos erscheinen und das sowieso schon kurze Spiel künstlich in die Länge ziehen. Auffällig ist auch, dass wenn wir einen Gegenstand aufnehmen, dieser bei einem erneuten Besuch der Szene wieder an gleicher Stelle zu sehen ist, obwohl er sich bereits in unserem Inventar befindet. Erst wenn die Rauchwolke daran vorbeigezogen ist, verschwindet er endgültig.
Und da sind wir schon bei einem anderen ärgerlichen Aspekt. Einige Durchgänge sind gelegentlich durch diese eben erwähnte Rauchwolke versperrt. Allerdings können wir uns über die beigefügte Karte zu dem eigentlich nicht verfügbaren Ort bewegen. Doch danach sind alle Bedienelemente wie Menü, Tipp, Karte, Richtungsanzeige usw. außer Kraft gesetzt, so dass wir „Whispered Legends: Der Fluch von Middleport“ nicht einmal mehr auf dem üblichen Weg verlassen können. Abhilfe schafft hier ein zweites Profil, bei dem wir es tunlichst vermeiden sollten, uns anfangs über die Karte fortzubewegen. 

Bei vier angebotenen Schwierigkeitsstufen unterscheiden sich die ersten drei lediglich durch die Aufladezeiten von Tipp und Skip und in der Häufigkeit des Glitzerns. Im Kunden-Modus können wir uns die Geschwindigkeiten des Hinweis-Buttons und überspringen individuell einstellen. Zusätzlich ist auch wählbar, ob wir die Wimmelbilder und die Rätsel schwieriger möchten. Wenn wir uns aber dafür entscheiden, können wir es im Nachhinein nicht mehr ändern und müssen uns entweder mit den leichten Minispielen begnügen oder mit einem neuen Profil von vorne beginnen.

Wie bereits erwähnt, gibt es eine Karte, die uns transportiert. Zudem sollte sie anzeigen, wo im Augenblick Aufgaben zu erledigen sind. In dieser Hinsicht arbeitet sie eher unzuverlässig, doch es spielt keine Rolle, denn Inventargegenstände werden zeitnah meistens noch in der gleichen Szene eingesetzt. Die Wege sind kurz, so dass wir sie gut auch ohne Hilfsmittel bewältigen können und im Notfall steht uns zudem der Tipp zur Verfügung. Im Journal wird die Geschichte mitgeschrieben und darüber sehen wir auch, welche der vielen Sammelobjekte wir bereits gefunden haben. Zum einen sind 44 Steckbriefe der Vermissten überall verteilt und dann völlig zusammenhangslos noch 11 Tiere und 18 Büsten. Natürlich wurden die Dinge so „versteckt“, dass wir auf den ersten Blick alles finden.

Auch in der Handhabung stoßen wir auf die eine oder andere Schwierigkeit. Müssen wir beispielsweise mit der Axt Bretter zerschlagen, dann klicken wir diese in unserer Ausrüstung an und dann auf das Holz. Nach dem ersten Hieb wandert das Werkzeug zurück ins Inventar, so dass wir es erneut aufnehmen und damit zuschlagen müssen. Das wiederholen wir so lange, bis die Aufgabe erledigt ist.

Insgesamt zehn überfüllte Wimmelbilder sind zu bewältigen. Allesamt sind Wortsuchlisten, die kleine Zwischenschritte beinhalten, um an ein Objekt zu gelangen. Manche Utensilien sind winzig oder in dunkleren Regionen, so dass sie schwer ausfindig zu machen sind.

Auch die zwanzig Rätsel lösen wir eher nebenbei. Einige sind zumindest in Ansätzen ganz nett, in der Ausführung aber eher schlampig programmiert. So sollen wir z. B. in einer Schießbude auf verschieden farbige Enten schießen, um den Highscore zu knacken. Das Schussfeld ist allerdings so großzügig bemessen, dass es keine Rolle spielt, ob wir das Tier auch wirklich treffen oder nur in seine Nähe zielen. Zusätzlich suchen wir noch gleiche Paare, lassen Ringe rotieren, vertauschen Kacheln, um ein Bild zu erstellen und wiederholen eine Zahlensequenz beim Telefon.

Wer sich alle Einspieler ansieht und die Minispiele selbstständig löst, wird trotzdem nach guten zwei Stunden ein Finale sehen, dass genauso inkonsequent gestaltet wurde, wie der Rest des Spiels. Bis zu diesem Zeitpunkt haben wir weder ein Monster, noch ein grässliches Schiff noch irgendwelche besessenen Artefakte gesehen. Lediglich ein maskierter Bösewicht kaspert um uns herum, der ab und zu in ein schwarzes Wölkchen gehüllt ist. Und auch die Sammelobjekte, die wir über unser Journal noch einmal ansehen können, erweisen sich als bedeutungslos.

„Whispered Legends: Der Fluch von Middleport“ ist ein absoluter Totalausfall in Sachen Unterhaltung, Handlung und Grafik. Nichts, aber rein gar nichts ist bei diesem Spiel unser Geld wert. Auch dann nicht, wenn es ein Sonderangebot ist. Dazu kommen die unverschämt kurze Spielzeit und der Fehler in der Programmierung. Meine Empfehlung ist hier eindeutig: Bitte Finger weg!


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top