Where Angels cry: Die Tränen der Gefallenen


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Cateia Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 06.10.2015


Unverschämt kurz und auch sonst nicht gerade auf der positiven Seite
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Dein Auftrag: Reise im 13.Jahrhundert nach Spanien. Es hat den Anschein, dass Inquisitor Augustine seinen Verstand verloren hat. Er ist besessen von der Hexenjagd und die Menschen leben in ständiger Furcht vor seinen Schergen. In Portenero angekommen, erlebst du den Inquisitor gleich in Aktion. Es scheint, dass Miguela, die Wolfskönigin der Grund für seine Obsession ist. Wirst du herausfinden, was es mit Augustine und Miguela auf sich hat?

Eine Besonderheit gibt es zu Beginn: Du wirst, hast du deinen Spielernamen eingegeben, gefragt, ob in den Optionen etwas ändern möchtest. Dort kannst du nicht nur die Lautstärke ein- oder auf Fenstermodus umstellen, sondern auch, unabhängig vom Schwierigkeitsmodus, bestimmen, ob du bei Auszeichnungen benachrichtigt werden oder eine Notiz bezüglich Spezialobjekten erhalten möchtest, automatisch oder selbstständig die Dialoge fortgesetzt werden oder die Ortsnamen angezeigt werden sollen. Bei der "normalen" Auswahl stehen dir dann wieder drei vorgegebene und ein individiueller Modi zur Verfügung.

Eine Karte gibt es, die je nach Modus auch anzeigt, wo es etwas zu tun gibt und grundsätzlich mit einer Sprungfunktion ausgestattet ist. Etwas, was leider dringend notwendig ist, will man nicht der Schuhsohlenindustrie ein Vermögen hinblättern. Die Karte ist zudem zwar leicht zugänglich, aber unhandlich, weil man immer nur Teilgebiete sind und hin- und her klicken muss, um die gewünschten Orte zu finden. Da vor allem aber nicht nur Wimmelbilder zu einem späteren Zeitpunkt an Stellen auftauchen können, die man schon längst erledigt glaubte, lohnt es sich, einen Modus zu wählen, der eine "Hier ist was zu tun"-Anzeige auf der Karte beinhaltet. Zusätzlich gibt es noch eine Schaltfläche im unteren Bereich des Spielfeldes; ist diese aktiviert, wird einem jede Richtung angzeigt, die aktuell gewählt werden kann.

Rätsel sind oft mit Container belegt: man klickt etwas an, es öffnet sich ein Container mit Blasen, die durch Umrisse anzeigen, was eingelegt werden muss, um sich den Gegenstand zu nutze zu machen. Die Puzzles sind in der Mehrzahl langweilig, wiederholen sich oder müssen gar in mehreren "Schwierigkeitsstufen" hintereinander gespielt werden. Nur wenige bieten ein wenig Geduld oder Anspruch.

Zu Anfang gibt es Wimmelbilder (Wortsuchlisten und Umriss-Suchen), an deren Ende noch Interaktionen erfolgen müssen, um an das Inventarobjekt zu kommen. Allerdings hört das sehr schnell auf. Es dauert aber lang genug, als dass sich der Demospieler denken könnte, dass es so weiter geht. Nun, tut es nicht. Es gibt zwar noch ein paar Worträtsel, aber die meisten Wimmelbilder bestehen aus interaktionslosen Wortsuchlisten in sehr aufgeräumten und übersichtlichen Szenen. Teilweise erhältst du am Ende Gegenstände, die nicht einmal auf deiner Liste standen. In diesen Szenen fällt besonders auf, dass man sich, obwohl es eben nicht übervoll ist, nicht sonderlich darum schert, dass es im 13. Jahrhundert noch keine Taschenuhren gab oder andere Dinge, die zum Teil erst später entdeckt oder später so modern gestaltet wurden.

Grafisch bleibt Cateia weiterhin einer der schlechtesten Anbieter. Zwar wirken die Szenen auf den ersten Blick sehr atmosphärisch, doch schaut man genauer hin, entdeckt man kaum Liebe zum Detail, wenig Tiefe und hat den Eindruck, als sei alles irgendwie geglättet worden. Ladezeiten sind ab und an deutlich durch einen schwarzen Bildschirm bemerkbar, die Dialoge sind zu lang, die Geschichte recht schlecht erzählt und vor allem unlogisch. Der Inquisitor, der alles tötet, was nicht bei drei auf dem Baum ist, verschont dich, den er als Gefahr erkennt, immer wieder.

In der Sammleredition sucht man noch nach Raben und Tauben; die Raben schalten die Hintergundgeschichten frei, das Bonusspiel erzählt, wie alles begann. Wimmelbilder und Puzzles können erneut gespielt werden, allerdings erst, wenn auch das Bonuskapitel gespielt wurde. Wie dieses Spiel, dass zeitlich kaum an drei Stunden kommt (inklusive Bonusspiel) zur Sammleredition wurde, ist absolut unverständlich.

Man kann es nur wiederholen: Weder als Sammleredition noch als Normalversion entspricht das Spiel dem, was Spieler heute erwarten dürfen. Es ist unverkennber wo Engel weinen (where angels cry): Gleich hier, im Spiel. Die Tränen der Gefallenen (Die Tränen der Gefallenen - die Gefallenen im biblischen Sinne) sind eher die Tränen der Spieler, die versehentlich zu diesem Spiel gegriffen haben.