Weeping Skies


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Herausgeber: Alawar
Entwickler: Somer Games

Download: Deutschland-Spielt
Download: BigFish Games.com

Autor: Uschi W.
Datum: 02.03.2016
Deutsch: 22.03.2016

Unterhaltsame, kurzweilige Detektivgeschichte in der 1940er Märchenwelt
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Dein Vater Sherlock Steel ist nicht nur ein berühmter Privatdetektiv, sondern leidet auch an einer seltenen Krankheit, die ihn zusehends altern lässt. Nur ein astronomisch teures Elixier kann ihn noch retten. Da kommt dir (Rachel Steel) ein neuer Auftrag gerade recht. Des gestiefelten Katers Frau, Beauty (sie erinnert sehr an Jessica Rabbit) ist entführt worden und für ein horrendes Honorar sollst du sie befreien. Also machst du dich mit deinem treuen Assistenten Vince, einem Erdmännchen, auf den Weg und stolperst geradewegs in ein rasantes Abenteuer.

Zu Beginn darfst du aus 3 Schwierigkeitsmodi wählen, keiner davon ist benutzerdefiniert; das stört aber nicht wirklich, da beim 1. Modus Tipp und Überspringen sehr schnell laden. Die Karte ist sehr spartanisch, aber übersichtlich,  und, so wie der Tipp, meistens zuverlässig. Beide transportieren.

3 Helfer begleiten dich durch das ganze Spiel. Zum ersten ist es dein Freund und Mitarbeiter Vince, der dir nicht nur Tipps gibt, sondern auch schwererreichbare Gegenstände bringt. Von ihm bekommst du auch das magische Vergrößerungsglas, durch das du interessante Stellen in den einzelnen Szenen finden kannst. Bist du mit der Lupe genau über der Stelle, glitzert es. Schlussendlich findest du recht bald einen Phönix, der nicht nur Kerzen anzünden, sondern auch beispielsweise Ranken verbrennen kann.

Die Grafik ist leider etwas düster, aber wunderschön. Sehr detailverliebt präsentieren sich die einzelnen Szenen. Die Personen sind weder schlecht noch gut animiert, leider können wir das Gesprochene nur lesen und nicht hören. Der Sound im Hintergrund ist nicht störend, aber durchgehend der selbe.

Zuerst verfolgen wir den Entführer, aber bald schon ergibt sich eine überraschende Wendung nach der anderen, und schlussendlich müssen wir die Welt retten und zwar vor Mr. Mystic, ein geheimnisvoller Fremder, von dem Rachel, die doch alle Gauner der Stadt kennt, noch nie etwas gehört hat. Auf deinem Weg triffst du  Mr. Mystics Schergen, die dir, dank deiner Überredungskünste, auch auf deiner Odyssee helfen werden.  Da die Story sehr komplex ist, ist das Tagebuch  sehr nützlich.

Vor allen Dingen ist es erstaunlich, wie neu und unterhaltsam doch einige der Aktionen sind. Auch Somer Games kommt nicht ganz ohne dem Altbewährten anderer Wimmelbildspiele aus und doch wirst du immer wieder überrascht sein. Es ist mehr als erfrischend, endlich keine Pölster mehr aufschlitzen zu müssen, in die irgendein verquer denkender Mensch, Eigenartiges eingenäht hat. Eine gute Portion Humor rundet die Geschichte noch ab.

Du wirst nur eine Art von Wimmelbildern finden, sehr lange interaktive Wortlisten. Hier gibt es im Gegensatz zu anderen Wimmelbildspielen, keinen Zeiger der sich in eine Hand oder ein Rädchen verwandelt, wenn du zur richtigen Stelle kommst, das ist eine angenehme zusätzliche Herausforderung. Außerdem gibt es kaum ein Objekt, das dich anspringt, keines ist jedoch so versteckt, dass es frustrierend wäre. Jedes Wimmelbild wird zweimal mit anderen Gegenständen gespielt. Also, wenn du einmal nicht mehr weiter weißt, könnte sich in einer bereits abgeschlossenen Szene ein Wimmelbild aufgetan haben.

Die Minispiele wurden in Weeping Skies nicht neu erfunden aber gut in das Spiel integriert. Sie sind zwar einfach zu lösen, aber sehr abwechslungsreich. Du wirst unter anderem folgendes finden: Unterschiede suchen, eine Figur fertig anziehen, Glühbirnen richtig einschrauben,  Labyrinth- und Matherätsel; Zeichen, Bilder und Schwerter zusammensetzen. Obwohl sie  nicht gerade harte Nüsse sind,  wirst du an den Rätseln viel Spaß haben.

Gegen Ende konnte ich  ein kleines technisches Problem feststellen. Um Pflanzengift zu brauen, benötigen wir zunächst Spinnengift, nachdem ich endlich die Stelle gefunden habe, wo ich die Flasche hinhalten muss, verschwand diese plötzlich mitsamt dem Spinnengift. Außerdem konnte ich eine Beere nicht in die Giftpresse legen. Wenn euch das auch passiert, einfach aus dem Spiel aussteigen und wieder starten: Schaden behoben!

Fazit: Weeping Skies ist ein schnelles, spannendes Spiel, wie wir es schon lange nicht mehr gesehen haben. Auf interessante, beachtenswerte Weise, verbindet es  die 40er Jahre mit der Märchenwelt und wir treffen auf viele Bekannte aus Film und Märchen.  Bis auf ein paar Kleinigkeiten, niedriger Schwierigkeitsgrad bei den Minispielen und kleinen technische Unannehmlichkeiten, ist es ein wirklich gelungenes  Spiel vom kleinen Entwickler Somer Games, das lange Spaß verspricht und  deswegen 4 Tassen verdient.