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Web of Deceit: Die Schwarze Witwe


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Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Blam! Games

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Monika K.
Datum: 15.10.2012
Deutsch (Sammler): 17.01.2013

Wer ein Spiel entwickelt, das von Spinnen handelt, muss damit rechnen, dass sich einige Spieler das Spiel erst gar nicht anschauen, da sie unter einer Spinnenphobie leiden. Das mag bei dem einen oder anderen Spiel schade sein, bei diesem Spiel ist es jedoch nicht weiter schlimm. Man verpasst nämlich rein gar nichts. Im Gegenteil: Man erspart sich Frustration und ärger über die Spielemacher!

Der Spieler kommt in eine Stadt, die von einer Frau beherrscht wird, die mehrere Spinnen zur Hilfe hat. Diese sind jedoch nicht echt, sondern aus Metall und jagen nicht unbedingt große Angst ein. Und auch die Spinnenherrscherin überzeugt nicht so recht. Erinnert sie doch zu sehr an die böse Frau aus dem Spiel "Dark Parables: Der Orden der Rotkäppchen". Oder war es die aus "Living Legends: Die Eisrose"? Gleiche Person - gleiche Stimme - gleiches Spiel?
Im Hauptspiel durchläufst Du viele Schauplätze und öffnest unzählige Türen, um dort diverse Aufgaben zu erfüllen und Gegenstände zu sammeln, die Du meist schnell verwenden kannst. Manchmal ist das Inventar sogar leer.

Der Tipp, der das Beste von Web of Deceit: Die Schwarze Witwe ist, hilft Dir wenn Du nicht weiter weißt. Das wird des öfteren vorkommen, denn einen roten Faden, an dem sich der Spieler orientieren könnte, gibt es nicht. Dadurch stellt sich auch keine Atmosphäre ein, weil Du einfach nicht weißt, warum Du das alles tust und was wohl als nächstes zu erledigen ist.

Die vielen Wimmelbilder, die man oft zweimal spielt, können auch nicht über die Langeweile und Orientierungslosigkeit  im Spiel hinwegtäuschen. Sie sind zugemüllt und es gibt nur die üblichen Interaktionen wie den Pinsel in die Farbe tauchen o.ä. Manche Gegenstände sind so unfair im Dunkeln versteckt, dass man zwangsläufig den Tipp benutzen muss.

Bei den Minispielen gibt es auch keine überraschungen. Uralte und unkreative Logikspiele, die vom Schwierigkeitsgrad sehr unterschiedlich sind. Mal brauchst Du nur drei oder vier Knöpfe zu drücken und ein anderes Mal liegt eine harte Nuss vor Dir, die nur mit viel Geduld und Klickmarathons zu lösen ist. Ein seltener Lichtblick ist, dass es eine Neustart-Funktion gibt und die Spielbeschreibungen ausführlich sind. Rechenfreunde werden sich freuen, denn viele der Puzzles haben mit Zahlen zu tun.

Die Logik wurde auch einige Male außer Acht gelassen: Eine Spinne, groß wie ein Maikäfer, springt auf einen hohen Baum und stößt einen Gegenstand hinunter! Ein anderes Mal öffnest Du einen Spinnenkokon, um daraus eine Rolle Klebeband zu nehmen. Wofür sammeln Spinnen Klebeband und wie benutzen sie es wohl?

Die Grafik ist wunderschön, eben Standard wie bei fast allen Spielen dieser Art. Aber auch hier gibt es keinerlei Highlights oder Neuheiten. Nicht ein Vogel, der auf einem Baum sitzt oder eine Blume, die leicht vom Wind bewegt wird. Die Musik nimmt man kaum wahr, so unscheinbar ist sie und die Videosequenzen, die sich zwar im Rahmen halten, kann man über sich ergehen lassen, sofern man sie nicht wegklickt - mehr nicht.
Das Tagebuch hätte sich Blam!-Games sparen können, da nur wiederholt wird, was im Spiel passiert ist. Warum sollte man sich antun, die lahmen Handlungen auch noch zu lesen?

Eine Karte ist zwar vorhanden und man kann sich sogar von einem Ort zum anderen bringen lassen.  Wenn man mit der Maus über die Karte fährt, wird ein Bild des jeweiligen Schauplatzes gezeigt. Aber da keine Hinweise verzeichnet sind, wo noch etwas zu erledigen ist, oder wo man überhaupt ist, wird sie eher weniger gebraucht und man klickt eher den Tipp an. Außerdem ist sie etwas umständlich zu erreichen, da man erst das Tagebuch und dann die Karte anklicken muss.

Irgendwann nach ca. 4-5 Stunden ist Web of Deceit: Die Schwarze Witwe auf einmal zu Ende. Keine Dramatik am Ende, kein glücklicher Spieler, keine toten Spinnen - nichts! Das Bonusspiel, das ca. 1,5 Stunden dauert, macht die Enttäuschung perfekt: Es folgen einfach mehrere Schauplätze hintereinander, an denen Du lustlos Deine Aufgaben erledigst, die nichts miteinander zu tun haben.

Es kommt keinerlei Spannung auf, man entwickelt keine Sympathie zur Hauptperson, da sie zu anonym, zu unscheinbar ist und zu wenig in Erscheinung tritt. Wie am Anfang schon erwähnt, können selbst die riesigen Spinnen keine Gänsehaut oder wenigstens ein Prickeln hervorrufen, da sie einfach nicht genug im Spiel integriert sind und kaum in Aktion treten. Man latscht durch die leblose menschen- (und tier-)freie Stadt und muss Dinge tun, die ein etwas erfahrener Spieler mindestens schon 1000 Mal getan hat - ohne die geringste Abwechslung!

Spieler, die sich einfach nur etwas vor Spinnen ekeln, können das Spiel bedenkenlos spielen. Richtige Hardcore-Phobiker sollten lieber die Finger davon lassen, da es da so einen "Kampf der Giganten" gibt. Das ist aber auch die einzige Szene (ca. 5 Sekunden lang), in der es etwas lebhaft wird. 

Web of Deceit: Die Schwarze Witwe gehört in die Schublade mit den unterdurchschnittlichen Spielen und verdient wegen der befriedigenden Spielzeit wohlwollende 3 Tassen. Von der Sammleredition ist unbedingt abzuraten. Wer gern viel Wimmelbilder spielt, ein Mathe-Ass ist, keinen Wert auf Details und liebevolle Gestaltung legt sowie auf eine Handlung verzichten kann, der ist mit diesem Spiel ausreichend bedient.


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