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Uncharted Tides – Port Royale


tassentassentassen
Herausgeber:Artifex Mundi
Entwickler: Cordelia Games

Download (Sammler): Purplehills.de

Autor: Andreas
Datum: 22.10.2019


Wimmelbild-Abenteuer ordentlicher Länge mit anspruchsvollen Wimmelbildern
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Erfrischender weise angesiedelt in einem Piraten-Umfeld werden wir konfrontiert mit der Aufgabe, den Vater einer der beiden Protagonisten zu finden. Dabei spielen wir abwechselnd als Tochter Mary Jane und junger Abenteurer Jack, der offenbar über Erfahrungen mit eher weniger legalen Tätigkeiten hat.

Die Geschichte wird ansprechend voran getrieben, jedoch ist von einem deutlichen Wermutstropfen zu reden. Zwar wird immer wieder der Versuch unternommen, die Zusammenhänge und die Vorgeschichte zu beschreiben, aber das gelingt letztlich so gar nicht überzeugend. Was da in der Vergangenheit wirklich geschehen ist, erschließt sich leider nicht. Die Hoffnung, dass das Bonus-Kapitel die Lücke schließt, erfüllt sich nicht. Das Ende kommt nach überraschend langer Spieldauer und deutet sehr auf eine mögliche Fortsetzung hin.

Zunächst zeigt sich erneut die Eigenart der Spiele von Artifex Mundi, es für den Spieler möglichst umständlich zu machen. Das Hauptmenü ist, wie leider nunmehr schon gewohnt, karg. Wir müssen zur Profilwahl einen Untermenüpunkt anwählen, ebenso für die Einstellungen. Als Spielmodi stehen die üblichen vier Varianten zur Verfügung, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar. Leider können wir auch hier wieder nicht die überflüssige Einblendung von Bannern und dergleichen abschalten.

Bei der Grafik gewinnen wir den Eindruck, es seien zwei verschiedene Teams am Werke gewesen. Während die Hauptszenen recht klar gezeichnet sind in realistischen Farben, sehen die meisten Wimmelbilder gänzlich anders aus. Sie sind eher gemalt, wie erfahrene Spieler es von den ERS-Spielen her kennen. Hier ist keineswegs alles deutlich zu erkennen.

Die Animationen der Charaktere sind eher durchschnittlich, aber akzeptabel geworden. Die Lippenbewegungen sind nicht durchgehend synchron.

Die Wimmelbilder schwanken zwischen zwei Extremen. Etliche sind sehr einfach mit minimalen Interaktionen, darunter finden sich auch einige Miniversionen im Fenster, wobei die Suchliste mit Silhouetten gestaltet ist. Eines ist sehr umfangreich und stellt eher eine Kreuzung zwischen Wimmelbild und Minispiel dar, ein anderes, bei dem Muster gesucht werden müssen, ist recht schwierig. Schwierig ist es gelegentlich auch, die geforderten Objekte zu erkennen, was der erwähnten Grafik geschuldet ist. Mehr als einmal konnte ich selbst mit Hilfe des Tipps das verlangte kaum erkennen.

Die Minispiele bewegen sich großteils im leichten bis maximal mittelschweren Bereich. Hier treffen wir so gut wie ausschließlich auf gute alte Bekannte. Beispiele hier sind geschlossene Pfade erzeugen, Bilder durch Umsortieren erzeugen, ein Labyrinth und ein sich häufig wiederholendes, bei dem Riegel in der richtigen Reihenfolge entfernt werden müssen. Mindestens zwei Minispiele zeichnen sich durch eine lausige Maussteuerung aus.

Im Abenteuerteil müssen wir unser übliches Lamento zu Gehör bringen. Womöglich haben die Entwickler die zunehmenden Beschwerden über endlose Embleme vernommen. Tatsächlich kommen hier keine vor. Aber Vorsicht: Ihre Rolle wird von ziemlich genau 13 Dekorationen übernommen, Mehrfachexemplare nicht mit gezählt. Auch sonst wird eingesetzt,was das Zeug hält, gern zum Zweck, ein neues Objekt zum Einsetzen an anderer Stelle zu finden. Hier ist alles in allem leider eine erhebliche Einfallslosigkeit zu beklagen.

An Hilfen stehen wie gewohnt ein zuverlässig arbeitender Tipp und eine Karte mit Transportfunktion zur Verfügung.

Die Sammlerausgabe ist durchschnittlich gut bestückt. Neben dem üblichen wie Errungenschaften und dergleichen können in den meisten Szenen je ein Sammelobjekt gesucht sowie viele Minispiele und Wimmelbilder nach gespielt werden. Das Bonuskapitel behandelt die unmittelbare Vorgeschichte, in der sich Jack und Mary Jane treffen, ist aber ansonsten völlig unabhängig von der Hauptgeschichte.

Fazit:
Die Stärken des Spiels liegen in der Länge und im Umfeld der Geschichte. Der Abenteuerteil überzeugt weniger, die Wimmelbilder sind akzeptabel, die Minispiele am unteren Rand des Durchschnitts. Durchschnittlich ist ebenfalls die Sammlerausgabe und letztlich das gesamte Spiel.