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Twilight Phenomena: Die Freakshow

tassen tassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.com

Autor: Elke M.
Datum: 21.02.2015
Deutsch (Sammler): 02.04.2015

Desaströser dritter Teil einer vorab nur mittelmäßigen Reihe
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Auch nachdem unsere Eltern tot sind, haben wir und unsere Schwester Judith die liebgewonnene Tradition beibehalten, einmal im Jahr eine Zirkusvorstellung zu besuchen. Judith ist überglücklich, als sie als Assistentin des Magiers auserkoren wird. Doch nach der Vorstellung ist sie verschwunden und der Zauberer hält uns ein Dokument unter die Nase, in dem steht, dass unser Geschwisterchen nun für ihn arbeitet. Wir sind sofort misstrauisch und stellen schnell fest, dass Judith nur als Versuchskaninchen für einen übergeschnappten Mann dient. Doch es ist zu spät und eine erste Verwandlung hat bereits stattgefunden. Gelingt es uns, das Versteck ausfindig und alles rückgängig zu machen?

In typischer ERS-Grafik bewegen wir uns anfangs durch eine knallbunte, maßlos überladene Zirkuswelt. Doch wer sich hier bereits freudig die Hände reibt, sei gewarnt. Anschließend müssen wir den „Zoo“ des Zauberers durchqueren und spätestens da ist für die meisten Tierfreunde wohl der Spaß vorbei. überall stoßen wir auf geschundene und verletzte Vierbeiner, die nur aufgrund einer Spende von uns gerettet werden können. Und erst ab diesem Zeitpunkt erklärt sich auch die Sache mit dem Glücksrad, das wir vorher beim Jahrmarkt besuchten. Alle 30 Sekunden haben wir die Möglichkeit, dreimal das Rad zu drehen und erhalten daraufhin 1, 3 oder 5 Münzen. Der Sinn dahinter bleibt uns da aber noch verborgen. Also marschieren wir nach einigen Versuchen und etlichen Geldstücken im Gepäck weiter. Im Tierpark später können wir diese einsetzen, haben natürlich viel zu wenige dabei, um alle Tiere zu erlösen, eilen wieder zum Rummel, bewegen erneut das Glücksrad, um mit genügend Groschen zurückzukehren. Diese ganze Aktion ist vollkommen bedeutungslos für das weitere Spielgeschehen und steht so gar nicht im Zusammenhang mit den anderen Aktivitäten des übeltäters.

Vier Schwierigkeitsstufen stehen zur Auswahl, eine davon ist kundenorientiert und wir können uns diese aus wenigen Unterpunkten selbst zusammenstellen. Außerdem erhalten wir ein Tagebuch und eine Kamera. Mit der Kamera dürfen wir für dieses Journal Bilder aufnehmen und wieder löschen, das allerdings ohne weitere Bedeutung. Erst wenn im Spiel das Kamera-Symbol auftaucht, müssen wir ein Foto knipsen. Danach wird es uns angezeigt und unsere Aufgabe ist es, drei Begriffe darauf zu finden. Haben wir alle Gegenstände entdeckt, erhalten wir weitere Informationen über die Hintergründe. Neben dem Inventar befindet sich außerdem eine Karte. Diese eignet sich allerdings nur zur schnelleren Fortbewegung, die Hinweise darauf, wo es noch etwas zu tun gibt, sind absolut wertlos. Das ist in diesem Fall besonders schlecht, da auch der Tipp nicht zu gebrauchen ist. Von Beginn an führt er uns in die Irre bzw. im Kreis herum, ohne eine Hilfe zu sein. So sind wir ganz auf uns allein gestellt, wenn wir die immer weiter werdenden Wege ablaufen, von A nach B und von B nach C eilen, nur um dann festzustellen, dass erneut ein Teil fehlt, um voran zu kommen. So schleppen wir uns von Bereich zu Bereich, sammeln haufenweise Symbole und Schlüssel, nur um immer wieder erneut vor versperrten Objekten zu verharren. Selbstredend, dass auch ganz selten ein Utensil länger als für eine einmalige Verwendung in unserem Besitz verweilt und wir immer wieder nach den gleichen Dingen Ausschau halten müssen. Wir machen uns auch ungern die Hände schmutzig, sei es dann, wenn ein paar Blättchen wegzufegen oder Kohlestücke aufzuheben sind.

Alle acht Wimmelbilder spielen wir in sehr kurzen Abständen ein zweites Mal. überwiegend handelt es sich um klassische Wortsuchlisten in überfüllten Bildern, die mit kleinen Zwischenschritten gespickt sind. Nur zweimal (ohne Wiederholungen) sammeln wir gleiche Gegenstände ein und einmal (ebenfalls ohne Wiederholung) ist es unsere Aufgabe, anhand einer Geschichte markierte Begriffe ausfindig zu machen.

Bei den Rätseln gibt es zwei Gruppen. Gerade die ersten Minispiele sind im Schwierigkeitsgrad nicht ganz so einfach, wenn auch viel auf Geduld ausgelegt. Wenige Male können wir sogar zwischen leicht und schwer wählen, die Unterschiede sind aber nur geringfügig. Dafür gibt es immer eine Neustart-Funktion, die tatsächlich eine Hilfe darstellt, sind doch die Erklärungen zu den Rätseln mehr als dürftig. Ein Großteil der Puzzle sind allerdings mit wenigen Handgriffen zu lösen und auf sehr einfachem Niveau. Wir suchen gleiche Paare, lotsen eine Perle durch ein Labyrinth, ordnen Puppen die korrekte Kleidung zu, spielen Darts und eine gut gemachte Variante eines Hütchenspiels, und bringen Maskenhälften zueinander. Das überspringen ist zu jeder Zeit möglich.

Trotz einiger Elemente, die das Spiel nur künstlich in die Länge ziehen, brauchen einigermaßen geübte Spieler nicht wesentlich länger als drei Stunden. Und das ganz ohne funktionierenden Tipp und Karte. Das Ende ist vorhersehbar, aber trotzdem etwas zu kurz geraten. Um warum soll ERS es auch anders machen, als alle anderen Entwickler? Natürlich geht es im ca. 30-minütigen Bonuskapitel weiter mit der Geschichte, dort will sich die Ehefrau des Bösewichts an uns rächen und wir erfahren auch etwas über das wahre Schicksal unserer Eltern. Wer die Sammleredition erworben hat, wird im Hauptteil vergeblich nach den einzusammelnden sieben Eiern suchen. Diese finden ihren Platz erst im Bonusteil. Haben wir den beendet, können wir in alle in einem Raum nochmal begutachten. Klicken wir auf ein Ei, gelangen wir zu einem 3-Gewinnt-Spiel mit dessen Hilfe wir seltsame Geschöpfe aus den Eiern schlüpfen lassen. Außerdem sind die meisten Rätsel und Wimmelbilder noch einmal spielbar, Auszeichnungen, Wallpapers, Musik, Bildschirmschoner usw. fehlen ebenfalls nicht.

„Twilight Phenomena: Die Freakshow“ ist ein absolutes Highlight in den Bereichen Dummheit und Schwachsinn. Selten kamen wir uns als Spieler mehr veräppelt vor. Hinter den tragischen Schicksalen der Tiere steckt nicht ein Fünkchen Verstand oder zumindest eine erklärende Botschaft. Der Spielverlauf ist schlecht organisiert, die Wimmelbilder nach 08/15-Schema und die Rätsel nur zum kleinen Teil interessant. Ein nichtfunktionierender Tipp-Button und eine fast unbrauchbare Karte tun ihr übriges. Wer davor schon kein Freund dieser Serie war, dem werden hier die Haare zu Berge stehen. Allen anderen ist dringend die Probestunde zu empfehlen, um dann zu entscheiden, ob so eine miserable Leistung denn die Unterstützung wert ist.


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