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True Fear - Verlorene Seelen Part 2


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Herausgeber: Purple Hills
Entwickler: Goblinz

Download (Sammler): Purple Hills

Autor: Andreas
Datum: 29.06.2019


Zur Abwechslung: Weniger casual - mehr Schwierigkeit - viel mehr Länge
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Im zweiten Teil von True Fear – Verlorene Seelen landen wir im Dark Falls Asylum. Es handelt sich um eine Anstalt, in der offenbar unsere Schwester, von der wir bislang nicht einmal wussten, eingeliefert war. Dort angekommen stellen wir fest, dass die Anstalt völlig verlassen und herunter gekommen ist. Nach und nach erkunden wir das das umfängliche Anwesen und decken Geschehnisse aus der Vergangenheit auf.

Es sei voraus geschickt, dass es sich um ein Horror-Spiel handelt wie auch schon der erste Teil. Jedoch ist es nicht die Art von Horror mit Kettensägen, Vampiren und dergleichen. Der Horror ist subtiler, er lauert eher in den Ecken und zeigt sich hin und wieder in Zwischensequenzen. Dennoch sollte das Spiel eher nicht für Kinder geeignet sein.

Schicken wir sogleich eine weitere Feststellung voraus: Dieses Spiel ist in vielerlei Hinsicht vollkommen verschieden von den üblichen Wimmelbild-Abenteuern. Es ist zunächst einmal gut und gern doppelt so lang wie gewohnt. Es kommen ferner nur wenige Wimmelbilder vor, die dazu noch von der klassischen Form abweichen. In der Regel müssen hier Aufgaben gelöst werden, so dass man von einer Kreuzung mit Minispielen reden könnte. Und auch der allgemeine Anspruch, also die Schwierigkeit liegt weit über dem Durchschnitt. Insgesamt ist es eher ein Adventure klassischer Art.

Die Grafik ist sehr gut. Zwar wird vielen die gruselig-versiffte und häufig dunkle Szenerie missfallen, das passt aber in die Geschichte. Erst im letzten Abschnitt wird es etwas heller und freundlicher.

Was die Spielgestaltung betrifft, werden viele eine kleine Eingewöhnungsphase durchlaufen müssen. Normalerweise schließen Nahansichten dann, wenn sie vollständig abgearbeitet sind. Dies ist hier nicht der Fall. Wir müssen sie selbst schließen, sollte dort tatsächlich nichts mehr zu tun sein, können sie allerdings nicht erneut geöffnet werden.

An Hilfen haben wir zur Verfügung einen gut arbeitenden Tipp, eine absolut notwendige Karte und ein Tagebuch. Die Karte ist angesichts der enormen Laufwege, die vor allem der großen Anzahl von Szenen geschuldet ist, praktisch unverzichtbar. Auch das Tagebuch wird dringend benötigt, da hier unter vielem anderen für die Lösung einiger Probleme erforderliche Hinweise aufbewahrt werden. Sobald sie verwendet wurden, verschwinden diese Einträge aus dem Tagebuch. Letzteres führt in zumindest einem Fall (einem Minispiel mit einem sehr schön gestalteten Bibliotheks-Roboter) zu Missstimmung, da der komplette Eintrag – eine Liste von Büchern - schon nach dem ersten Buch verschwindet und für folgende Aufgaben an gleicher Stelle dann nicht mehr vorliegt. Das hindert uns zwar nicht am Beenden des Spiels, macht aber das Erreichen einer speziellen Errungenschaft extrem schwierig.

Im Abenteuerteil überwiegen bei weitem Aufgaben, die eher typisch für Adventures sind. Keine Embleme und dergleichen langweilen uns, stattdessen werden immer wieder durchaus ungewöhnliche Lösungen gefordert. Dies trägt erheblich bei zur Schwierigkeit, macht es aber eben auch interessanter. Natürlich gibt es auch eine nennenswerte Anzahl von Standardaufgaben zu bewälltigen, wie Türen öffnen und diverse Reparaturen.

Bei den Minispielen tauchen nicht viele sehr einfache auf, in der Mehrzahl dürfen wir ein wenig nachdenken und probieren. Wie schon erwähnt ist hier das Tagebuch häufig unverzichtbar. Alle Minispiele lassen sich überspringen, ein Neustart ist nicht vorgesehen, wird jedoch auch kaum benötigt.

Was die Geschichte betrifft, wird sie gemächlich, aber folgerichtig voran getrieben. Nach und nach erst wird einiges klarer. Nur der Schluss will so gar nicht überzeugen. Es lässt nicht nur mich ratlos und vollkommen im Unklaren zurück.

Auch hinsichtlich der Sammlerausgabe ist Kritik angesagt. Es wird da ein Schaltknopf zur Extra-Episode angeboten, was auf ein Bonus-Kapitel hindeutet. Stattdessen existiert ein solches aber nicht, es erscheint nur ein Hinweis auf eine Fortsetzung. Aus Insiderkreisen ist zu hören, dass besagter Bonusteil wegen ständig wachsendem Umfang schlicht nicht fertig geworden ist. Er soll später verfügbar gemacht werden. Es gibt Sammelobjekte (Figuren diverser Beteiligter), dazu können neben dem üblichen viele Minispiele nach gespielt werden.

Fazit:
True Fear 2 sticht durch eine enorme Länge, deutlich gesteigertem Anspruch und ungewohnte Machart hervor. Wer ein Spiel abseits des üblichen Einheitsbreis sucht, sollte hier einen Versuch wagen. Auf jeden Fall aber ist ein Probe-Download zu empfehlen. Abstriche gibt es bei der Sammlerausgabe, dem merkwürdigen Ende und wenigen anderen Unzulänglichkeiten.