A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


True Fear: Verlorene Seelen


tassentassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Goblinz

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du True Fear: Verlorene Seelen auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 06.03.2014
Deutsch (Sammler): 19.06.2014

Extrem gruseliges, spannendes und blutrünstiges Wimmelbildabenteuer; nichts für schwache Nerven
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Achtung: BFG empfiehlt dieses Spiel ausschließlich für Erwachsene. Gamesettter kann sich dieser Warnung nur anschließen!

Als Holly Stonehouse haben wir fürchterliche Alpträume, die wir nicht einordnen können. Erst als uns ein mysteriöser Brief erreicht und wir daraufhin eine zerfallene Nervenheilanstalt aufsuchen, kommt Licht ins Dunkel. Doch was wir dort erleben, lässt uns mehr als einmal erschaudern. Zudem erfahren wir, dass unser ganzes bisheriges Leben vermutlich auf einer Lüge aufgebaut war. Die Dinge, die wir erfahren, lässt uns das Blut in den Adern gefrieren, dennoch versuchen wir mutig und tapfer, die Wahrheit herauszufinden.

Die Bilder, die musikalische Untermalung und die Stimmen lassen uns von Beginn an frösteln. Wir sehen den Schauplatz eines Amoklaufes, kopflose Tote, blutverschmierte Wände, verstümmelte Spielsachen und Fratzen, die plötzlich aus dem Dunklen auftauchen. Dazu ist alles schmutzig, vergammelt und kaputt, das aber im Zusammenspiel sehr dicht und atmosphärisch wirkt. Die hohen Töne in der Musik dringen durch bis ins Mark. Besonders wirkungsvoll sind auch die Szenen, in denen wir die Geschehnisse aus einem anderen Blickwinkel sehen. So steht z. B. unsere Spielfigur Holly vor einem Fernsehgerät, um es zu reparieren, während von ihr unbemerkt, eine Zombie-ähnliche Gestalt hinter ihr vorbei schleicht. Wie gerne würden wir ihr da etwas zurufen, wohlwissentlich, dass sie uns nicht hören kann.

Die Entwickler von Goblinz lassen uns aus drei Schwierigkeitsstufen wählen, wobei die Unterschiede nicht sehr gravierend sind. Die Modi „Normal“ und „Fortgeschritten“ unterscheiden sich in der Aufladegeschwindigkeit von Tipp und überspringen, dazu glitzern Bereiche, in denen es noch etwas zu tun gibt, mal mehr und mal weniger. Im Modus für „Experten“ steht uns weder der Hinweis-Button noch die überspringen-Funktion zur Verfügung. Zudem glitzert nichts und in der Karte sehen wir nur unseren derzeitigen Aufenthaltsort. Eine änderung des Schwierigkeitsgrades ist jederzeit möglich.

In unserem Journal werden alle wichtigen Informationen mitgeschrieben, ein extra Reiter für Hinweise ist ebenfalls gegeben. Manchmal ist es aber notwendig, in den Szenen einen Gegenstand zu berühren, damit diese Notizen niedergeschrieben werden. In Hülle und Fülle sind überall Briefe und Zettel verteilt, die die Geschichte erzählen und die wir auch im Tagebuch nachlesen können. Die Karte, die mit einer Transportfunktion ausgerüstet ist, zeigt durch Ausrufezeichen an, wo wir im Moment noch etwas erledigen können. Manchmal handelt es sich zwar um Aufgaben, die wir nur zum Teil ausführen können, doch für Spieler mit einem weniger stark ausgeprägten Orientierungssinn ist sie unersetzlich. Die Wege sind weitläufig und verschlungen. Dazu bewegen wir uns in einer Tour von einem Ende zum anderen, um unser scheinbar schier unerschöpfliches Inventargut zum Einsatz zu bringen.

Die Wimmelbilder, von denen wir einige zweimal spielen, verlaufen immer gleich. Es handelt sich um klassische Wortsuchlisten, in denen Orte versteckt sind, die wir heranzoomen können. Darin befinden sich ebenfalls einige Gegenstände, deren geschriebene Begriffe sich dann farblich vom Rest abheben. Außerdem sind gelegentlich Zwischenschritte notwendig, um an ein Objekt zu gelangen oder um es zu vervollständigen. Die einzelnen Wimmelbilder wirken teilweise sehr voll, alle Dinge sind aber gut zu finden und verlangen uns nicht allzu viel Detektivarbeit ab.

Nach jedem beendeten Wimmelbild erhalten wir ein Utensil für unser Inventar. Viele dieser Dinge verbleiben für länger darin, um sie auch mehrmals benutzen zu können. In etlichen Bereichen verwandelt sich unser Mauszeiger in eine Lupe. Können wir dieses Gebiet öffnen und dort ein paar Gegenstände einsammeln, müssen wir es selbst wieder schließen. Einige Male täuscht uns der veränderte Cursor aber auch und es erscheint bloß ein geschriebener Kommentar am oberen Bildschirmrand. In einigen Ecken fehlen die Beschreibungen und das To Do, so dass wir uns nur durch Probieren weiter helfen können. 

Die ersten von insgesamt 16 Rätseln sind mehr als einfach. Dazu bieten sie in keinerlei Hinsicht etwas Neues. Erst ab der Hälfte des Spiels werden die Minispiele etwas schwieriger, jedoch nicht interessanter. Wir puzzeln ein Mosaik zusammen, bringen Sicherungen zum Leuchten, verlegen Gleise und verschieben Blöcke. Allerdings sind sie stimmig in den Spielverlauf eingebettet worden, so dass die Spannung und die Düsterheit der Handlung keinen Schaden davon tragen.

Nach ca. 5 Stunden Dauer-Gänsehaut beenden wir den Hauptteil. Dass es sich um kein abgeschlossenes Ende handelt sei in diesem Fall verziehen, weil bereits vorab erwähnt wird, dass es sich um eine Trilogie handelt. Das in der Sammleredition beinhaltete Bonuskapitel erzählt im gleichen Stil weiter und dauert nochmal in einer guten Stunde. Als Extras können wir 19 Auszeichnungen erlangen, 15 Protagonisten als Figürchen einsammeln und alle Rätsel und Wimmelbilder noch einmal spielen. Dazu gibt es den Prolog in einer anderen, noch grausameren Fassung zu sehen, ein schlecht gemachtes Making Of, Konzeptkunst, Musik, Wallpapers, die Zwischensequenzen und eine Vorschau auf den zweiten Teil.

„True Fear: Verlorene Seelen“ ist nichts für Zartbesaitete. Es kann uns teilweise tatsächlich in Panik versetzen und uns Angst einflößen. Das liegt zum größten Teil auch daran, dass alles sehr authentisch wirkt und toll umgesetzt wurde. Es lässt zu keiner Zeit nach, es hält überraschungen in der sehr ansprechenden Geschichte bereit und es bietet viel Spielraum für die eigene Fantasie. Man benötigt allerdings Zeit zum Spielen. Diejenigen, die es in mehreren Etappen oder mit längeren Pausen spielen möchten, werden sich schwer tun, wieder in die Geschehnisse einzutauchen, weil es sehr viele Orte zum Erkunden gibt. Die Entwickler von Goblinz haben ganze Arbeit geleistet und so gut wie nichts falsch gemacht. Lediglich bei den Rätseln wäre eine Weiterentwicklung wünschenswert. Das Spiel ist für Vielspieler sicherlich eine Bereicherung, aber nur, wenn man das nötige Nervenkostüm dafür hat. Eine Probestunde ist hier unbedingt empfehlenswert.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top