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Time Dreamer


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Tiki's Lab

Download: Bigfish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 17.10.2010


Du wachst im Krankenhaus auf, offensichtlich nach einem langen Koma und wirst sofort nach Hause geschickt. Dort angekommen stellst du fest, dass das Haus nicht nur völlig runtergekommen ist, auch dein Vater ist in der Zeit deiner Bewußtlosigkeit verstorben. Doch auch andere Dinge kommen dir seltsam vor und deine Träume bringen bizarre Visionen mit sich. Dann klopft es an der Tür und das Abenteuer beginnt, denn schnell verstehst du, dass du eine besondere Fähigkeit hast. Du bist ein Timedreamer, kannst in deinen Träumen in die Vergangenheit und die Zukunft reisen und dort die Geschichte ändern.

Fangen wir mit dem sehr erfreulichen Ende nach Ablauf einer erfreulichen Spielzeit an. Dieses Spiel hat nämlich Eines. Es gibt zum Schluß keine ungelösten Fragen, keine mehr oder minder subtilen Hinweise auf eine Fortsetzung. Die mag es geben, aber wir wissen es nicht und wenn, dann ist es eine völlig neue Geschichte. Nach zahllosen Spielen, die alle immer damit endeten, dass es eben nicht zu Ende war, habe ich dies durchaus als angenehme Abwechslung empfunden.

Timedreamer ist ein Wimmelbild-Abenteuer und bewegt sich im üblichen Rahmen. Du sammelst Objekte, benutzt sie um kleine Puzzle und Rätsel zu lösen und arbeitest dich so in der Geschichte vor. Immer wieder gibt es Wimmelbildszenen, die dir einen Inventargegenstand bescheren und nach und nach öffnest du dir so weitere Räume, Schränke, Briefkästen und so weiter.

Gerade am Anfang sind auch die Wimmelbilder noch sehr interessant, hat man doch auch da Türen zum öffnen, Bücher, die sich verschieben lassen und so weiter. Leider wurde das dann im Verlauf vernachlässigt, die Wimmelbildszenen sind dann nur noch reines Suchen. Und doch sind sie angenehmen, denn obwohl schwer wurden hier meist nicht einfach nur unzählige Dinge auf einen Haufen geworfen. Natürlich gibt es überfüllte Schränke und Zahnräder finden sich an Stellen, wo man sie wohl auch nur in Spielen vermuten würde. Aber es sind eben Szenen, Schränke zum Beispiel, die einfach voller Kram sind. Einige Objekte sind nur schwer klickbar, bei anderen hat man übersehen, dass man mehrere Objekte der gleichen Art hat, aber nur eines davon zur Suchliste gehört. Diese Schönheitsfehler halten sich aber in Grenzen.

Das Spiel ist handgezeichnet und man hat sich offensichtlich hier nicht auf Techniken verlassen, um etwas realistischer werden zu lassen, sondern man erkennt die Hand des Künstlers, ohne das es unangenehm unklar ist. Die Objekte sind nicht immer einfach zu finden, aber sie sind zu sehen.

Timedreamer kommt mit zwei Schwierigkeitsgraden. Neben dem üblichen "Hinweis und Überspringfunktion für Minispiele laden sich langsamer auf" gibt es hier beim Expertenmodus eine weitere Einschränkung - kannst du dir im Normalmodus in Wimmelbildszenen auch die Umrisse anzeigen lassen, so gibt es das nicht mehr. Ausserdem sind die Puzzle nicht nur angekündigt schwieriger, sondern sind es auch tatsächlich, ebenso wie die Objekte in den Wimmelbildszenen schwerer zu finden sind. Ein schöner Grund, um das Spiel trotz der immer gleichen Objekte in den Wimmelbildszenen noch einmal zu spielen und dann den Experten-Modus zu nehmen. Die Puzzle und Rätsel bewegen sich aber im gewohnten Rahmen, da werden Kabel gedreht, Zahnräder zusammengefügt, alles was wir sonst auch kennen, gut gemacht und jeweils passend zur jeweiligen Spielsituation.

Der Hinweis, eine Sanduhr, braucht auch im normalen Modus einige Zeit um sich aufzuladen. Auch das ist eine erfrischende Abwechslung zu der auf die Dauer schon fast beleidigenden Angewohnheit, einen Hinweis innerhalb weniger Sekunden wieder zur Verfügung zu haben. Wer auf die Bemerkungen des Helden achtet, die oft oben eingeblendet wird, wenn er Gegenstände aufnimmt oder etwas anklickt, erhält manch wichtigen Zusatzhinweis.

Durch deine Träume bewegst du dich in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Die Geschichte ist an einigen Stellen etwas vorhersehbar, macht aber zum Schluss eine interessante Wendung. Sie wird dir zwischen einzelnen Kapiteln in einer Art Dialog-Erzählform erzählt, die du entweder durch "lösen" überspringen oder durch "weiter" etwas beschleunigen kannst. Trotzdem wirkt es, gerade für einen schnellen Leser, eher gewollt langsam und brilliert nicht gerade im Erzählstil.

Timedreamer ist ein schönes Spiel. Es macht Spaß, ist stellenweise spannend. Es fehlt überall ein klein wenig Politur um es zu einem 5-Tassenspiel zu machen, vor allem aber fehlt ihm irgendwo der Funke. Es ist nicht brilliant im Sinne von "auffallend", es versteckt sich ein wenig hinter seinen Möglichkeiten. Es ist aber und das ist eigentlich wichtiger, ein Spiel, dass den Spieler wieder anspricht. Ihn "arbeiten" lässt, nicht für ihn arbeitet. Es ist ein Spiel, bei dem der Spieler auch die Künstler sieht, die ihren Job gemacht haben, nicht nur teure High-Tech-Programme, die auch aus der Zeichnung eines Dreijährigen eine Mona Lisa zaubern. Gut gemacht und ich hoffe, wir sehen wieder öfter Spiele, die in diese Richtung gehen.

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