Tibetan Quest: Am Ende der Welt


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Brave Giant Studio

Download (Normal): BigFish Games.com
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 17.07.2015
Deutsch (Sammler): 22.10.2015


Langes Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer ohne Pepp, dafür mit viel Nonsens
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Als deine Nichte zu einer Expedition nach Tibet aufbricht, hast du gleich ein seltsames Gefühl. Mehr noch, als du dann drei Wochen lang nichts von ihr hörst. Dann erhältst du einen Brief, dass Larisa und ihre gesamte Mannschaft seit einem Schneesturm vermisst werden. Nichts und niemand könnte dich jetzt noch aufhalten; du machst dich auf den Weg nach Tibet. Dort bemerkst du sehr schnell, dass nicht alles so ist, wie es zunächst den Anschein hat.

Das Spiel beginnt mit der Auswahl zwischen 3 Modi; ein Individualmodus ist hier nicht vorhanden. Die Karte zeigt an, wo du bist, wo es Orte gibt, an denen du noch nicht warst und, je nach Modus, wo es etwas zu tun gibt. Sie ist zuverlässig, ebenso wie der Tipp, der auch als Richtungsgeber dient. Allerdings geht es über die Karte schneller, wenn du an einen bestimmten Ort möchtest; der Tipp bringt dich von Raum zu Raum ans Ziel. Neben der Karte wirst du ein Zepter als Dauerhilfsmittel bekommen (wird 3x genutzt + "Final"spiel), so ziemlich der einzige Gegenstand, der in Tibetan Quest: Am Ende der Welt von Dauer ist.

Das Spiel ist Wimmelbild-lastig. Dabei gibt es nur wenig Abwechslung. Wortsuchlisten mit 1-Klickaktion und zum Teil veränderlichen Objekten werden kurz nach Ablauf der Demozeit gern auch 2x kurz hinteinander aufgerufen. Im Verlauf werden die Wimmelbilder mit veränderlichen Objekten weniger, meist gibt es Wortsuchlisten mit oder ohne Interaktion. Als Varianten gibt es 1 Umriss-Suche mit Interaktion (ohne Veränderliche), und 3x Buchseiten, in die gefundene Teilstücke eingesetzt werden müssen. Wem dieser Mix oder einzelne Szenen nicht zusagen, für den gibt es ein einfaches Mahjong als Alternative. Und ja, sie haben versucht, die im Großen und Ganzen eher langweiligen Suchbilder mit Tierchen, die sich bewegen oder Laut geben, attraktiver zu machen.

Die Puzzles eher lästig, denn eine Herausforderung, eher langweilig als animierend und doch nicht so schlecht, dass man es nicht zumindest mal versucht. Allerdings machen dann so einige ohne eine Neustartoption überhaupt keinen Spaß. Die meisten verfügen aber über diese Funktion, auch wenn man sie da dann nicht benötigt. Durchweg sind es bekannte Varianten, die wenig kreativ umgesetzt werden. Doch man bleibt im Spiel, widerwillig fast, aber man bleibt dabei.

Für die Spieler der Sammleredition gibt es 10 Münzen, 10 Äpfel, 12 Schwerter und 9 Sterne zu finden, die hinterher allerdings nicht mal mehr angeschaut werden können oder sonstiges. 8 Wimmelbilder und 8 Puzzles, also nur ein Bruchteil dessen, was du tatsächlich im Hauptspiel hast, sind den Extras hinzugefügt; dazu Hintergründe, Musik und Konzeptkunst. Das Bonusspiel ist dem Hauptspiel qualitativ gleichgestellt, die Geschichte ist die Fortsetzung des Hauptteiles; etwas, was eigentlich ein No-Go sein müsste.

Mehrfach sucht man die gleichen Dinge. Und oft genug werden sie dann nicht mal für das benutzt, wofür sie gedacht sind. So zerstört ein Eispickel ein Schloss, ein anderer einen Stein, aber bei dem verda.... , massiven Eisblock reicht eine Lupe und Sonnenstrahl für sekundenschnelles auftauen. Dazu kommen unzählige Schneidwerkzeuge, ein Magnet, der Gold anzieht..., Texte, die die Nichte hinterlässt, gehen ins Buch, wo sie nicht mehr aufzufinden sind. Wir werden wohl nie erfahren, was Larisa so zu sagen hatte...., für einen simplen Paravant brauchen wir eine Bombe, mit einer Schere schneiden wir einen Vorhang ab, zur gleichen Zeit benötigen wir im gleichen Raum etwas, um einen Sack aufzuschneiden - und suchen deshalb nach einem neue Schneidwerkzeug, gefühlt Nummer 999.

Geschichtlich erfährst du mehr durch die Wimmelbild-Buchseiten und von Protagonisten, die stets nur zu Beginn eines neuen Ortes auftauchen. Hilf ihnen, dann helfen sie dir. Alles bleibt ein wenig an der Oberfläche, die Suche nach Larisa ist langer Zeit ein sehr dünner, roter Faden und wird erst ganz am Ende wieder aktuell. Unser Gegenpart taucht von Zeit zu Zeit auf und bedroht uns - natürlich, wie stets, gilt auch hier: Hunde die bellen, beißen nicht. Die Spielzeit liegt etwas oberhalb des Durchschnitts und das meiste davon ist tatsächlich Spiel, zusammen mit Laufzeit.

Es gibt viele aufwändig gestaltete Orte, an denen es nur wenig zu tun gibt. Das macht jeden der Hauptorte, die du besuchst, unübersichtlich. Das Hauptspiel hat kein wirkliches Ende, das gibt es erst im Bonus-Spiel der Sammleredition. Grafisch wirklich sehr gut, kann das Spiel trotz der Wimmelbilder spielerisch nicht wirklich punkten. Über den groben Unfug mit zig Schneidinstrumenten, mit völlig dummen Aktionen und sinnbefreiten Aufgaben kann auch die überdurchschnittliche Spielzeit nicht hinweg trösten. Brave Giant Games kann was. Aber noch können sie das, was sie können, nicht homogen zusammenfügen. Vielleicht beim nächsten Mal.