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Them: The Summoning

tassen
Herausgeber: AV Technologies
Entwickler: AV Technologies

Download: Deutschland-Spielt

Wenn Du Them: The Summoning auch bewerten oder die Meinung andere Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: J.L.
Datum: 28.11.2011

Schulnoten - Spielidee: 6, Spielaufbau: 6, Steuerung: 4, Grafik: 5, Musik: 3, Wiederspielbarkeit: 5, Suchtfaktor: 6
Spielprinzip: Wimmelbild
Rahmenhandlung: Du gerätst in eine Mordsgeschichte hinein.
Schwierigkeit: ekelhaft
Optionen: Musik und Sound, Helligkeit und Farbsättigung, Vollbild (Breitbild automatisch) oder Fenster, Modi: Standard oder Leicht, deutsche Version

Du befindest Dich unmittelbar in der Geschichte, es gibt also kein Intro. Als erstes siehst Du ein dunkles Zimmer und das Wort "Lichtschalter". Kombiniere: Lichtschalter finden und anklicken. Du sorgst Dich etwas um Grendel, der sich auch prompt melden wird, sobald Du Dein Zimmer aufgeräumt hast. Er bittet Dich, zu ihm zu kommen. Vorher musst Du aus demselben Zimmer aber noch ein paar Gegenstände einpacken...

Vor Spielbeginn legst Du Deinen Namen, den Modus und Dein Geschlecht fest. Und auch, wenn Du angegeben hast, männlich zu sein, wirst Du neben einem Schmetterling, einem Tropenhelm, einem Fächer und weiteren nützlichen Dingen, eine zierliche, hochhackige Damensandale einpacken. Spiele, die so beginnen, ermutigen so richtig zum Weitermachen. Folgerichtig wirst Du, bevor Du zu Grendel kommst, auch erstmal ein weiteres Wimmelbild vor der Einfahrt spielen. Zu dieser Einfahrt bist Du nicht etwa gelaufen oder gefahren, sondern via Teleportation oder so hingebracht worden. Eben noch in Deinem Zimmer, zack - vor Grendels Wohnanlage. Auf ebenso unerklärliche Weise betrittst Du Grendels Wohnung. Dort entspinnt sich ein Dialog, aus dem hervorgeht, dass Grendel vom Geist seiner verstorbenen Frau Albea verfolgt wird. Dir fällt daraufhin nichts besseres ein, als zwei Portraits auf Unterschiede zu untersuchen. Im Klartext: Du hast 3 Wimmelbilder (davon eines gleich zweimal hintereinander) und 2x Suche-den-Unterschied gespielt, bevor Du weißt, worum es überhaupt geht. Dass Du danach Grendels Leiche im Schlafzimmer findest, rettet den Abend auch nicht mehr.

Die Szenen sind gleichzeitig die Wimmelbilder, und sie sind die Hölle. Jede nur erdenkliche Schandtat wurde hier begangen: Die Bilder sind verwaschen, extrem kleinteilig, Objekte bis zur Unsichtbarkeit farblich angeglichen oder nur in winzigen Ausschnitten zu sehen. Wenn Du Deine Augen 20 cm vor dem Monitor das Bild scannen lässt, hast Du die Chance, die Objektliste zu bedienen. Im einfachen Modus lädt sich der Tipp nach etwa 10 Sekunden wieder auf, den Göttern sei Dank. Selbstverständlich wirst Du in jeder Szene doppelte Objekte finden, von denen nur eines zählt. Es wird Dir häufig passieren, Gegenstände mithilfe des Tipps zwar zu finden, sie aber trotzdem nicht zu erkennen. Solltest Du die Helligkeit in den Optionen gesenkt haben, stelle sie wieder höher. Gleiches gilt für die Farbsättigung (Saturation - Wieso wurde das eigentlich nicht übersetzt?), stelle sie nicht zu niedrig ein. Anderenfalls hast Du keine Chance, Objekte zu finden. Wenn Du sicher bist, ein Objekt gefunden zu haben, klicke es mehrfach an. Der Klickradius ist so eng, dass Du ihn nicht zwangsläufig mit dem ersten Klick triffst. Musst Du im vierten Level beispielsweise einen Kandelaber finden, klicke dessen Fuß an, alles andere am Kandelaber greift nicht. Lasse jedoch Vorsicht walten, wildes Geklicke zieht eine Klickstrafe nach sich. Manche Dinge kannst Du nur finden, wenn Du Kissen beiseite schiebst, Schränke und Geheimfächer öffnest. Auch das wurde in anderen Spielen einfallsreicher umgesetzt - aber immerhin.

Ein besonderes Zückerchen sind die Objektlisten selbst. Sie sind für die Länge deutscher Worte ungeeignet. Das führt dazu, dass Worte abgeschnitten werden. So wird aus der getrockneten Hortensie eine getrocknete Horte.... Ansonsten sind sie, wie auch die Dialoge, gut übersetzt. (Dieses Verdienst gebührt Deutschland Spielt.)

Du kannst in jeder Szene zehn Bonusobjekte finden, durch welche die Extras freigeschaltet werden. Im einfachen Modus blinken diese Objekte kurz auf. Die Extras bestehen darin, Szenen erneut zu spielen, wie etwa die Suche-den-Unterschied-Portraits oder bereits absolvierte Wimmelbilder. Die Schwierigkeit liegt darin, dass die Wimmelbilder dann schwarz sind. Du versuchst also, Gegenstände der Objektliste auf einem schwarzen Monitor zu finden. Dabei helfen Dir Dein Gedächtnis und der Tipp. Allerdings ist der Tipp hier nur begrenzt hilfreich, weil innerhalb des von ihm eingekreisten Bereichs mehrere Gegenstände liegen und Du blind klickst. Aus der Anzahl der Extras geschlossen, scheint das Spiel eine Dauer von ungefähr 3,5 Stunden zu haben. Die Extras kommen dazu und können unbegrenzt gespielt werden. Wenn Du alles spielst, was Them zu bieten hat, dürftest Du auf etwa 6 Stunden kommen. Der Wiederspielwert ist gering, weil es keinen Zufall gibt.

Einen wesentlichen Unterschied zwischen einfachem und Standardmodus gibt es ebenfalls nicht.  Der Tipp hat eine geringfügig höhere Ladezeit, und die Bonusobjekte blinken nicht - das war es auch schon. Fehlen Dir Bonusobjekte, kannst Du die aktuelle Szene über das Hauptmenü neu starten. Eine Karte, über die beliebige Levels neu gestartet werden könnten, ist nicht vorhanden.

Grundsätzlich führt Dich das Spiel durch sich selbst. Du hast keinerlei Bewegungsfreiheit. Durch das Absolvieren der Wimmelbilder gelangst Du automatisch zur nächsten Szene. Gelegentlich findest Du in einer Szene oder einem Wimmelbild ein Invantarobjekt, das in derselben Szene oder in einem späteren Wimmelbild verwendet wird. So ist es Dir zwar gestattet, mit einem Schlüssel ein Fenster anzuklicken (nein, keine Nahansicht), aber Du kletterst nicht hinaus, sondern wirst gebeamt. Es gibt ganze drei Puzzles im Spiel, falls man sie denn so nennen möchte. Gewöhnungsbedürftig ist auch der Mauszeiger: Du spielst mit Deinem Systemcursor, der sich naturgemäß nicht verändert. Ebenso ungewöhnlich ist der knappe Befehlston des Spiels: "Lichtschalter" oder "Zum Fenster hinaus" lassen auf Kommunikationsdefizite schließen.

Die Geschichte ist nicht schlecht ausgedacht, die Dialoge allerdings sind peinlich. Ganz interessant ist die Musik im Hauptmenü; in den Wimmelszenen ist sie hochfrequent und redundant. Das ganze Spiel ist auf das Notwendigste beschränkt. Animationen oder Videosequenzen sind nicht vorhanden, auch kein Voiceover. Daran wäre nichts auszusetzen, wenn das Spiel an sich etwas zu bieten hätte. Außer seiner kleinen Datenmenge von 174 MB, hat es aber rein gar nichts zu bieten.

Fazit: Them The Summoning ist der diesjährige Favorit für den Preis des langweiligsten, frustrierendsten und schlechtgemachtesten Wimmelspiels. Den Igitt-Award stiftet der Autor.


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