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The Secret Order: Die Erbschaft


tassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Sunward

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 13.11.2017

Durchschnittliches Spiel ohne neue Ideen, aber mit guten Wimmelbildern
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Der Besuch bei deiner Mutter, einer Forscherin, im Amazonasgebiet gestaltet sich nicht wie erhofft. Die Blume des Lebens muss wohl gefunden werden, um zu verhindern, dass sie in die Hände des verbrecherischen Drachen-Clans fällt. Natürlich gelingt das nicht so ohne weiteres, zumal deine Mutter auch umgehend entführt wird.

Die Geschichte schreitet in übersichtlichem Tempo voran, so dass man nicht Gefahr läuft, den Faden zu verlieren. Solange man nicht nach Ecken und Kanten forscht, sondern alles so nimmt, wie es erzählt wird, gibt es auch keine nennenswerten Schwächen hier. Mich hat das Spiel gleich in der ersten Szene verloren: Am Ziel angekommen sehen wir unsere Mutter und bevor wir etwas tun können (wie naheliegender Weise die Mutter zu begrüßen, werden wir mit der ersten völlig überflüssigen "Aufgabe" betraut: Wir sollen mit der Mutter reden. Dieses Führen an der kurzen Leine geht das ganze Spiel hindurch so weiter und lässt sich nicht in den Optionen abstellen.

Die Grafik ist definitiv Geschmackssache: Die Szenen sind farblich überladen und leicht verwaschen, daher teilweise unscharf. Mir hat sie nicht gefallen, anderen durchaus. Der Abenteuerteil hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck.

Schon wieder wimmelt es von Emblemen und Schlüsseln aller Art, mehrfach werden sogar zusätzlich Emblemrahmen benötigt, in die dann die passenden Embleme eingesetzt werden müssen. Jede Menge hinlänglich bekannte Standardaufgaben sind zu erledigen, aber immerhin kommen auch solche vor, die wir nicht gewohnt sind. Der Einsatz gleich zweier tierischer Helfer veranlasst alte Hasen zu einem gelangweilten Aufseufzen. Und das Auftreten von Spezialeigenschaften, die stets durch ein einfallsloses Minispiel aktiviert werden müssen, ist einfach nur langweilig.

Die Hilfen sind nicht gut durchdacht bzw. ausgearbeitet: Es gibt ein Tagebuch, welches vollkommen überflüssig ist. Die Karte arbeitet mit Transportfunktion zuverlässig, der Tipp schon weniger. Es kommt mehr als einmal vor, dass der Tipp auf eine Aufgabe verweist, die uns nicht weiter bringt. Haben wir nämlich ein Objekt im Inventar, das das weitere Einsetzen mehrerer anderer Teile erfordert, so wird immer darauf verwiesen, selbst wenn wir nicht alles benötigte besitzen, so dass kein Fortschritt erzielt wird.

Die Stärke des Spiels sind die Wimmelbilder. Wir finden hier solche mit Textlisten vor, die kleine Interaktionen beinhalten. Erfreulicher Weise ist vieles tatsächlich versteckt, so dass Suchfreunde auf ihre Kosten kommen. Dazu gibt es Suche über Silhouetten, welche durchaus anspruchsvoll ist und besonders erfreulich offene Suchszenen, in denen fast schon wie in einem Minispiel alles mögliche kombiniert werden muss, um schlussendlich den neuen Inventargegenstand zu erhalten.

Die Minispiele dagegen sind eher lächerlich. Gleich das erste ist geradezu unfassbar einfach: Es handelt sich um die Aufgabe, Fäden zu entwirren, was zu meinen persönlichen Favoriten gehört. Es wird aber durch Verschieben von nur zwei Knoten umgehend gelöst, eine herbe Enttäuschung. Womöglich noch leichter ist eines, bei dem wir einen Code eingeben müssen, wozu Rechenaufgaben der 1. oder 2. Klasse zu bearbeiten sind, wie 6-4. Alle anderen sind durch die Bank alte Bekannte, die einzige Schwierigkeit liegt manchmal darin, dass wie oben schon erwähnt die Grafik unscharf ist, so dass nicht alles klar genug zu erkennen ist. Die Minispiele lassen sich auch nicht zurück setzen.

Die deutsche Fassung ist dem peinlichen Trend der Zeit folgend wieder einmal eher nicht gelungen. Es treten Rechtschreibfehler auf, die selbst bei flüchtigem Korrekturlesen nicht hätten übersehen werden können. Ungenaue Übersetzungen und fehlende Umlaute runden das ganze ab.

In der Sammlerausgabe sind abwechslungshalber nicht allzu offensichtliche Sammelobjekte zu finden sowie Chamäleonobjekte. Neben dem üblichen Material können die Minispiele und Wimmelbilder nach gespielt werden.

Fazit:
Gute Wimmelbilder und eine Geschichte für heutige Verhältnisse akzeptabler Länge sind die Aktiva, Minispiele die Passiva eines durchschnittlichen Spiels vor allem für Anfänger und solche Spieler, die gern bekanntes spielen.