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Die andere Seite: Das Königreich von Eon
Nachlese
Herausgeber: Namco Games
Entwickler: Vogant Interactive
Wenn Du The Otherside: Realms of Eons auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang
Autor: Sonja R.
Deutsche Version: 04.10.2010

Miranda hat als Kind davon geträumt, Schriftstellerin zu werden und ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen. Aber je älter sie wurde, desto schwerer fiel ihr das Schreiben. Nun bekommt sie mit der Post, so glaubt sie zumindest, ein Päckchen ohne Absender. Dieses Päckchen enthält ein Origami-Buch und nach Anleitung baut sie einen Vogel zusammen, der plötzlich lebendig wird und davon fliegt - direkt durch ihren Spiegel. Neugierig geworden folgt Miranda ihm und findet sich in einer anderen Welt wieder, in Realm of Eons. Auf dem Bett, eigentlich ihrem Bett, sitzt Jovie, so eine Art Teddybär. Ein eigentlich putziges Geschöpf, dass aber mit Informationen anfangs auch nicht gerade freigiebig ist und auf später vertröstet. Fakt ist jedoch: Ein Mädchen namens Louise ist in Schwierigkeiten und ihr versucht sie zu helfen.

Nun kenne ich Namco Games hauptsächlich von Konsolen-Spielen und mit einem ebensolchen hat dieses Spiel auch Ähnlichkeit. Der Wechsel durch Spiegel aus der realen in eine böse Welt und zurück wurde schon in Silent Hill praktiziert. Hier wirst du ohne jedes Zeitlimit linear in die Level gebracht und betrittst lediglich den Spiegel, oder auch das Portal zur anderen Welt, selbst. Es ist dabei vorgegeben, wann du es tun musst, denn der Spielablauf ist völlig linear.

Ich mag ja alles, was Fell und vier Beine hat. Jovie ist so ein Gefährte, der Miranda ausserdem helfen will, Louise zu finden. Dabei verliert er sein eigentliches Ziel ganz gern aus dem Auge und brummt Miranda Aufgaben auf, die zunächst für sein Wohlbefinden sorgen. Jovie hat immer Hunger, braucht einiges anzuziehen oder hat sich ganz einfach in einem Schrank versteckt, weil er Angst vor den "Monstern" (Raben, Waschbär, Eulen) hat und Miranda muss sie finden und entfernen. Erst danach nimmt er ganz mutig und entspannt auf dem Sofa Platz, um ihr einige spärliche Informationen zu geben.

So baut sich im Prinzip das gesamte Spiel auf. Du kommst an einen Ort, nicht immer ist Jovie da, aber dann siehst du an einem Glitzern, wo du klicken musst. Mit diesem Klick wird klar, du brauchst etwas, das dann bildlich am unteren Bildschirmrand dargestellt wird: deine Suchliste. Das können Ersatzteile für eine Maschine sein, Werkzeug oder auch für Jovie Autos oder Nahrungsmittel. Das meiste ist dabei zu offensichtlich in die Szenen geworfen und erfordert keine besondere Mühe. Aber das alles findet bei schöner, klarer, viel animierter Grafik statt.

Nicht selten passiert es dabei, dass du eins dieser Suchobjekte zwar anklicken, aber nicht nehmen kannst. Im Gegenteil, hier gibt es eine weitere Suchliste. Erst wenn du diese Objekte dann alle gefunden hast, kannst du auf das zugreifen, das du eigentlich für deine erste Suchliste brauchst. In diesem Fall sind beide Listen voneinander getrennt, eine ist links am unteren Bildschirmrand, die andere rechts. In der Mitte dazwischen ist das Inventar, das aus maximal zwei Gegenständen besteht.

Das Inventar hat mehr eine Alibi-Funktion. Es entsteht in ihm in dem Moment, in dem du etwas anklickst und eine Suchliste erhältst, ein Gegenstand. Für diesen Gegenstand suchst du alles, wenn es vollständig ist, wird dieses Inventarobjekt aktiv und du kannst es verwenden. In der Regel nimmst du es dann und klickst es auf den Bereich in der Szene, die die Suchliste ausgelöst hat. Diese Bereiche sind immer sehr gut durch das Glitzern zu sehen.

Du bekommst also deine Suchlisten nach und nach, dabei wird nicht nur in der Hauptszene gesucht. Oft glitzern Bereiche, von denen es dann - zu sehen an der Lupe am Mauszeiger - eine Nahansicht gibt. Darunter sind auch Schubladen oder Mirandas Taschen, wo du die Gegenstände erst beiseite schieben musst, um fündig zu werden. Auch dieses sind Wimmelbildszenen, so wird das ganze Spiel zumindest was die Orte angeht, doch recht abwechslungsreich.

Nicht so mit den Minispielen. Die sind zwar auch vorhanden, aber nicht übermässig viel. Zu Anfang kommt da auch immer wieder etwas neues, was einen Bezug zur jeweiligen Aufgabe hat. Du musst geometrische Figuren einordnen, Paare von Uhren finden, mit einem Teleskop Planeten, Satelliten und anderes im Weltraum suchen, den Lukas hauen oder Weichen stellen, damit du richtig ankommst. Zum Ende hin wiederholt sich jedoch das Einordnen der geometrischen Figuren häufiger. Es wirkt, als wenn die Lust abhanden gekommen ist, noch etwas Neues einzubauen. Die Krönung ist dann das Abschiessen von Bogenschützen, die durch Personen dargestellt werden. Bei Konsolenspielen würde so etwas mit "Killer-Spiel" bezeichnet werden. Die Minispiele verfügen über ausführliche Erklärungen und können zur Not auch nach einer kleinen Wartezeit übersprungen werden.

Der Tipp steht für alle Eventualitäten zur Verfügung und lädt sich mit mittlerer Geschwindigkeit auf. Die Hintergrundmusik ist zwar angenehm, aber passt nicht richtig zum Geschehen. Dem kannst du folgen, indem du die Texte liest, die immer vor Beginn eines neues Levels zu sehen sind. Sie sind nicht zu lang und geben Aufschluss darüber, wie sich alles entwickelt und warum du gerade dort bist, wo du bist.

Durch die Tatsache, dass es die Suchlisten stückweise durch Anklicken von Bereichen gibt, ist aus einem ansich nicht so langen Spiel das Tempo genommen worden und es wirkt wesentlich länger. Dass Jovie auf seiner Wolke als Bildschirmschoner fungiert, wenn du während des Spiels mal länger nichts tust, ist ein nettes Extra, das ich so nicht kenne. Auch macht er im Abspann Seifenblasen, die die Mitwirkenden vorstellen, was einfach schön anzusehen ist.

Suchfreunde, die zwischendurch etwas Abwechslung durch Minispiele suchen, sind hier auf jeden Fall gut beraten.

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