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The Other Side: Turm der Seelen


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Herausgeber: Alawar
Entwickler: Tiki's Lab

Download: Deutschland-Spielt
Download: Purple Hills
Download: BigFish Games.de

Autor: Elke M.
Datum: 18.07.2014
Deutsch: 30.08.2014


Umfangreiches Wimmelbildabenteuer mit viel Witz und Verstand
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Als Detective werden wir per Brief kontaktiert. Dieses Mal wird als Treffpunkt ein Turm vorgeschlagen, der allerdings gar nicht mehr existiert. Obwohl wir uns schon sicher sind, dass es sich um einen Scherz handelt, machen wir uns trotzdem auf den Weg. Kaum dort angekommen, befinden wir uns schon mittendrin im Abenteuer bzw. im vermeintlich nicht vorhandenen Bauwerk. Unsere Aufgabe ist es herauszufinden, welche der beiden Schwestern, die wir dort antreffen, die Wahrheit spricht und welche uns gnadenlos belügt. Sollen wir die einst versiegelte Pforte öffnen oder sie für immer verschlossen halten? Treffen wir die richtige Entscheidung?

Fast durchgängig befinden wir uns nur in diesem Turm und arbeiten uns von ganz unten bis an dessen Spitze vor. Wir wandern durch farbenfrohe und phantasievolle Räume, treffen auf schrullige und verrückte Gestalten und erlangen immer mehr den Eindruck, uns in einer psychiatrischen Einrichtung zu befinden, die durch wunderbar witzige Elemente wenig gruselig daher kommt. Der grafische Stil erinnert etwas an Comics, die Stimmen sind passend gewählt und die musikalische Untermalung bleibt dezent im Hintergrund.

Unser Weggefährte ist eine Katze namens Boris, die zumindest im einfacheren der beiden Modi unaufhörlich auf uns einredet. Sie ist Freund und Hinweisgeber in einem, verlangt beispielsweise nach einem Seil, wenn sie uns unterstützen kann und weißt uns immer wieder daraufhin, was wir als nächstes zu tun haben oder welchen Gegenstand wir zur Erledigung einer Aufgabe benötigen. Dazu werden wir mit Schriftstücken geradezu überhäuft, teilweise werden sie als Beweise an unsere Pinnwand geheftet, andere wiederum wandern ins Journal. Eine Karte ist ebenfalls darin enthalten, diese zeigt uns aber nur an, wie weit wir im Turm selbst schon vorangekommen sind. Eine Transportfunktion oder andere Informationen enthält sie nicht.

Dieses Spiel birgt außerdem ein paar Abläufe, die den Verlauf interessanter gestalten und es nicht ganz so einfach erscheinen lassen. Da ist zuerst die Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad nach erstmaliger Auswahl nicht mehr geändert werden kann. Die Hinweise von Boris sind im schwereren Modus zwar immer noch reichlich vorhanden, aber nicht in solcher Hülle und Fülle wie im leichteren. Dann ist es auch bei „The Other Side: Turm der Seelen“ möglich, Gegenstände im Inventar zu kombinieren, allerdings erfahren wir nicht durch eine Markierung, welche Verbindungen wir erstellen sollen, das funktioniert nur durch probieren. Außerdem können wir, trotzdem es sich um eine Normalversion handelt, 100 Katzenpfoten einsammeln, die in Form von Münzen, Symbolen und Sonstigem erscheinen.

Diese Katzenpfoten befinden sich überall, also auch in den Wimmelbildern. Wichtig zu wissen ist zudem, dass wenn sich eine Szene nicht schließt, die wir vorab heran gezoomt haben, hier doch noch solche Sammelobjekte versteckt sein können, die wir ev. nur durch Verwendung eines Werkzeugs zum Vorschein bringen. In einem Shop können wir diese Währung dann einlösen und uns nützliche Upgrades besorgen, die z. B. die überspringen-Funktion um 25 Prozent schneller aufladen lassen. Und wer die Auszeichnung für 100 gefundene Pfoten-Symbole erhaschen will, muss jedes Bild doppelt gut absuchen, denn immer dann, wenn ein Bereich komplett erledigt ist, können wir nicht mehr dorthin zurück.

Höhepunkt sind hier eindeutig die mehr als 20 Wimmelbilder, die alle nur einmal gespielt werden. Grundsätzlich handelt es sich zwar nur um „normale“ Wortsuchlisten, die aber durch tolle Interaktionen oder lustige Einfälle aufgepeppt wurden. Auf den ersten Blick wirken sie voll und chaotisch, wenn wir dagegen genauer hinsehen, finden wir entweder einen Mechanismus oder ein Konzept, wie Hindernisse zu bewältigen sind. In einem Arztzimmer beispielsweise tauchen aus dem nichts Geister auf, die nach Aspirin oder einem Eisbeutel für ihre geschundenen Körper verlangen. Erst wenn wir diese Wünsche erfüllt haben, offenbart sich uns ein zuvor verstecktes Objekt. Und wer auf den Tipp verzichten möchte, weil er mal ein Ding nicht findet, hat die Möglichkeit, mit dem Cursor über den gesuchten Begriff zu fahren, dann wird zumindest der Umriss davon sichtbar.

Minispiele gibt es nur in kleinen Häppchen und passend platziert. Einige, wie z. B. Reversi oder eine Kugel durch ein in sich drehendes Rohrleitungssystem zu bugsieren, sind auf Geduld ausgelegt. Andere dagegen sind kurzweilig und unterhaltsam. So besteht eine Aufgabe darin, in einem rotierenden Kreis Spinnen oder Frösche zu fangen, Organe an der richtigen Stelle zu platzieren oder ein Hütchenspiel mit vier Bechern zu bewältigen. Kleiner Wehmutstropfen ist vielleicht die Tatsache, dass man ein Rätsel, hat man es mal begonnen, nicht mehr verlassen kann, bis es gelöst oder übersprungen wurde. Auch die nicht vorhandene Neustart-Funktion habe ich einige Male verzweifelt gesucht.

Haben wir dann alle Hürden überwunden, uns tatsächlich bis zur Turmspitze durchgekämpft und allen Widrigkeiten getrotzt, werden wir am Ende vor die Qual der Wahl gestellt, denn welcher der beiden Schwestern glauben wir nun? Wer eine Entscheidung getroffen hat, sieht auch nur dieses Finale, für den anderen Abspann ist es notwendig, das Spiel erneut zu wagen. Dies ist aber sicherlich kein Fehler, denn es gibt hier so viele Kleinigkeiten zu entdecken, dass auch ein zweiter Durchgang nicht langweilig wird. Tipp: Unbedingt auf den Hai in der Kuckucksuhr achten! Wie bereits erwähnt bietet diese Normalversion neben 34 Auszeichnungen noch 100 Katzenpfoten, die einzusammeln sind, einen Upgrade-Shop und eine Pinnwand für Beweise.

„The Other Side: Turm der Seelen“ ist ein tolles Wimmelbildabenteuer, das von Anfang bis Ende gute Laune verbreitet. Die vielen Wimmelbilder sind hier keine Notlösung, sondern wichtiges Element, an das die Entwickler mit viel Herzblut herangegangen sind. Man merkt, mit wie viel Hingabe an jeder einzelnen Szene getüftelt wurde, bis sie stimmig ist und ins Gesamtkonzept passt. Dazu kommen clevere Extras, bei denen sich Sammlereditionen eine Scheibe abschneiden können. Ich empfehle dieses Spiel uneingeschränkt. Denjenigen, die sich mit der englischen Sprache etwas schwerer tun, rate ich, auf die deutsche Fassung zu warten, da an Text nicht gespart wurde.


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