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The Mystery of the Crystal Portal 2: Die versunkene Welt
(Beyond the Horizon)
Nachlese
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Artogon Games

Wenn Du The Mystery of the Crystal Portal 2: Die versunkene Welt auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.
deutsch: 18.04.2010


Es ist zwei Jahre her, da kam das Team von Artogon Games mit einer neuen Spielmechanik. In "Das geheimnisvolle Kristall-Portal" ließen sie uns nicht nach Suchlisten arbeiten, sondern nutzten Objekte als Container, die den gesuchten Gegenstand als Bild zeigten und die dann gefunden und in den Container gelegt wurden. Und genau dies tust du jetzt auch in "The Mystery of the Crystal Portal 2: Beyond the Horizon.

Die Geschichte ist schnell erzählt. Im ersten Teil dieser Serie suchte Nicole in der halben Welt nach ihrem verschwunden Vater. Am Ende des Spieles stand sie vor einem Kristallportal im Haus ihres Vaters und war unschlüssig, ob sie ihm sollte folgen oder nicht. Offensichtlich hat Nicole damals auch ohne die Hile des Spielers eine Entscheidung treffen können, denn in diesem Teil erzählt sie uns nun rückblickend, was geschah, nachdem sie das Portal betrat.

Du betrittst das geheimnisvolle Atlantis und wirst bereits von Igor erwartet, einem Wesen, dass nur aus Kopf und Händen besteht. Er wird von nun an dein ständiger Begleiter sein. Dein erstes Ziel ist es, das Haus von Madame Staff zu erreichen, doch die Brücke ist zerstört. Und so bekommst du gleich einen Eindruck, was dich von nun an erwartet. Suche die Container-Objekte und fülle sie - ist der Container komplett, schließt er sich und du kannst entweder das Objekte nehmen, es in einen anderen Container legen oder für etwas anderes benutzen, was vermutlich wieder eine Container-Suchaktion nach sich zieht. Hast du die Brücke überquert, wirst du feststellen, dass es auch nicht leichter ist, eine Brille zu reichen oder einen Brief zu lesen. Container zeigen zu Beginn meist nur 1-3 Objekte, bei jedem gefunden Gegenstand wird dann ein neues Suchobjekt hinzugefügt.

Nicht alle Container lassen sich sofort schließen. Sehr oft wirst du das letzte Objekt nicht nehmen können, da es selber Containerobjekt ist und du erst die nächsten Gegenstände suchen musst. Um also ein simples Seil von der Leiter zu nehmen, wirst du erst vier Container füllen müssen. Mit völlig sinnentleerten Objekten, die weder mit der Geschichte, noch mit dem Hauptobjekt, noch mit dem Container-Gegenstand auch nur das Geringste zu tun haben. Gummientchen, eine Riesenlupe, ein Schneidbrenner, Frosch, Tasche... das sind nur ein paar der Dinge, die du dir erarbeiten musst. Um ein Seil zu bekommen.

Zu Beginn hast du die Wahl das zeitlimitlose Spiel im "Casual" oder "Advanced" Modus zu spielen. Der Advanced Modus zeichnet sich dadurch aus, dass Tipp und Überspring-Funktion länger brauchen, um sich aufzuladen, Containerobjekte glitzern nicht und Nicole und Igor geben dir keine zusätzlichen Hinweise. Es ist durchaus eine Überlegung wert, zumindest wenn du länger als drei Stunden spielen möchtest. Andererseits hat der "Casual" Modus auch seine Vorteile: Du hast es schneller hinter dir.

Die wirklich schönen Grafiken und teilweise auch nett eingearbeiteten Objekte können leider nicht darüber hinwegtäuschen, dass Artogon Games in den vergangenen zwei Jahren eher wenig Lust hatte, mit Nicole ein spannendes Abenteuer zu erleben. Während die Geschichte durchaus noch nett ist - die Art und Weise, wie die Container-Suche alles in eine nicht vorhandene Länge zieht, ist frustrierend. Dazu schleicht sich das Gefühl ein, dass man den Spieler auch noch für komplett blöde hält. Die drei oder vier Minispiele haben Kindergarten-Niveau. Die Objekte, die man ohne Container sofort bekommt, sind entweder einfach nur in Muscheln, Vasen oder ähnlichem versteckt oder müssen zusammengesetzt werden, bevor man sie nehmen kann. Da bekommst du dann in der Nahansicht drei oder vier abgeplatzte Teile einer Vase, die du einfach nur aufnimmst und dann irgendwo hin klickst. Ab und an gibt es ein Objekt, wo du sie in die Umrisse legen musst, aber nach ein paar Mal war dieser Aufwand dann zuviel und du klickst irgendwo, das Teil legt sich dann selber hin, wo es hin soll. Nur wenn du mit Schere, Schraubenzieher oder ähnlichem arbeiten musst, wird Genauigkeit gefordert.

Die Sinnlosigkeit der Endlos-Sucherei wird an einem Beispiel schnell klar: Da braucht Nicole eine Schere, um ein Seil zu durchschneiden (was ihr erst auffällt, nachdem sie bereits gefühlte 55 Mal in diesem Garten war). Um nun diese offensichtlich frei zugängliche Schere zu bekommen, füllst du nicht nur zwei Container mit so relevanten Dingen wie Kleiderbürste, Teekessel, Laterne oder Muschel. Nein, eines der Gegenstände, ein Lautsprecher, muss erst mit einer SCHERE von Schnüren befreit werden, damit du ihn nehmen kannst. Da fragt man sich doch: Warum nicht gleich die dusselige Schere nehmen und..... jemandem sehr, sehr weh damit tun......

Alles in allem hätte das ein fantastisches Spiel werden können. Die Umgebung und auch die Geschichte laden dazu ein. Artogon Games hat darauf verzichtet. Sie ziehen es vor, dich in einigen wenigen Szenen Container um Container öffnen zu lassen, die ein sinnloses Objekt nach dem anderen brauchen. Das Ende der Geschichte verspricht einen Fortsetzung. Ich für meinen Teil hoffe einfach, dass diese Fortsetzung nicht nur mindestens erneute zwei Jahre auf sich warten lässt, sondern dass sich in der Zwischenzeit beim Entwickler-Team auch jemand findet, der Fantasie hat und Spaß am Spiel. Denn dann könnte ein dritter Teil wirklich schön werden.

Wer reines suchen ohne viel Zusammenhang mit der Story nicht stört, wer von Minispielen und Kopfnuss-Rätseln meist genervt ist, für den ist "The Mystery of the Crystal Portal 2: Beyond the Horizon" auf jeden Fall eine gute Wahl. Denn mit schönen Grafiken wirst du in schönen Szenen suchen. Wer mehr will, sollte sich nach der Probestunde darüber klar sein, dass dies der Anfang ist und es auf diese Art ca. 2-3 Stunden frustrierend und langweilig weitergeht. Einziger Trost: Der Wiederspielwert ist gleich Null, weil alle Gegenstände, Puzzle etc. nicht willkürlich sind.

Schade.

Eine kleine Zusatzbemerkung: Es ist schon beschämend, dass in der deutschen Übersetzung der Titel nicht nur falsch übersetzt wurde, sondern dann auch noch einen Titel verpasst bekommt, der mit dem Spiel rein gar nichts zu tun hat. Der Werbetext (für das englische und deutsche Spiel) ist nur an einer Stelle richtig. "Nicole und .... Igor" - von den beiden Worte dazwischen ist eines unangemessen, dass andere grammatikalisch falsch. Der Rest des Textes scheint von Teil 1 abgeschrieben und hat keinerlei Zusammenhang mit dem Spiel. Pfui.

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