The Last Dream


tassentassentassentassen tassen
Herausgeber: Gamehouse
Entwickler: Specialbit Studios

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammleredition): Zylom
Download (Sammleredition): PurpleHills

Autor: Andreas
Datum: 18.10.2016


Abenteuer mit guten Wimmelbildern, nicht zu einfach und endlich mal wieder mit gut erzählter Geschichte
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Wir starten mit einem Autounfall und spielen fortan als offenbar überlebender Ehemann, der in diversen, teils bizarren Traumwelten seine im Unfall verlorene Frau sucht.

Wollten wir dieses Spiel einordnen, würden wir es ein Casual Adventure nennen können: Der Abenteueranteil hat weit mehr mit klassischen Adventures gemein als mit den schwachbrüstigen Wimmelbild-Abenteuern, die in letzter Zeit hauptsächlich den Markt überschwemmt haben. Casual ist es insofern, als es deutlich kürzer und weniger schwierig ist als klassische Adventures und zusätzlich Wimmelbilder enthält.

Wir haben anfänglich unter 4 Schwierigkeiten zu wählen. Hier ist der Adventure-Ursprung besonders deutlich, da die heute üblichen Möglichkeiten überwiegend fehlen: Wir können nur über die Ladezeit von Tipp und Überspringen bestimmen, diese Wahl lässt sich später auch nicht mehr ändern. Hierzu passt auch, dass es keine Karte gibt. Allerdings wird sie auch nicht zwingend benötigt, da in neun überwiegend kurzen unabhängigen Kapiteln keine nennenswerte Laufarbeit zu verrichten ist.

Der Tipp arbeitet zuverlässig, verfügt aber über keine Transportfunktion.

Die Geschichte ist recht originell und überzeugend erzählt, ein drastischer Vorzug gegenüber dem Großteil des aktuellen Angebots. Zwar finden wir (als Zugeständnis an die Casual-Gemeinde?) recht früh einen Reißverschluss ohne Zipper, aber davon abgesehen fehlen die langweiligen und immer wieder sich wiederholenden Standardaufgaben weitgehend. Tatsächlich finden wir hier in erfreulichem Ausmaß immer wieder kleine Probleme, die sich nur auf unkonventionelle Weise lösen lassen. Wobei unkonventionell nicht bedeutet, dass die Logik strapaziert würde, ganz im Gegenteil. Was fast völlig fehlt (endlich!), ist das geistlose Finden und Einsetzen von Emblemen aller Art. Gelegentlich kommen durchaus auch leicht abstruse Varianten vor, aber da wir ja in einer Traumwelt spielen, passt auch das.

Die Grafik besteht aus gezeichneten Bildern, teilweise sehr fantasievoll und durchgängig gut gestaltet. Zwischen den Kapiteln treten Videos mit Schauspielern auf. Auch sie sind gut gemacht und weit entfernt von den meist peinlichen Auftritten, die wir von Schauspielereinlagen früher erleben mussten.

Wir haben einen Helfer, eine Katze, die uns bei diversen Aufgaben unterstützt und vermutlich viele absolut begeistert. Wir wollen nicht zu viel verraten, aber man achte speziell auf das Kapitel unter Wasser.

Die Wimmelbilder sind ein absolutes Highlight. Alle werden nur einmal gespielt und sind sämtlich von derselben Machart. Es handelt sich um Fragment-Suchen mit jeder Menge eingebetteten Interaktionen. Keines davon ist zu leicht, aber alle sind fair. Die grauenhaften Müllhalden wird man nicht vorfinden.

Auch die Minispiele überzeugen: Sie sind bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht zu einfach, ohne dabei allzu heftig zu sein. Die häufig fehlende Möglichkeit des Neustarts it allerdings zu bemängeln.

Noch eine Bemerkung zur deutschen Fassung: Es muss ja mittlerweile schon fast extra hervorgehoben werden, dass gutes und fehlerfreies Deutsch zu vermerken ist.

Da wir immer irgend etwas zu bemängeln finden, werden wir natürlich auch hier fündig.
Das Spiel ist recht kurz, selbst inklusive Bonuskapitel (wenn man denn die Sammlerausgabe besitzt) kommt man nur auf höchstens durchschnittliche Spieldauer. Und dem Ende zu lässt das Spiel ein wenig nach, es kommen einige Wiederholungen vor. Insbesondere haben wir des öfteren Puzzleteile zu finden und einzusetzen, diese dann aber wenigstens von stets anderer Art.

Die Sammlerausgabe hinterlässt dagegen maximal einen gemischten Eindruck. Neben den üblichen Verdächtigen können wir die Minispiele nachspielen und haben natürlich ein Bonuskapitel. Dieses fällt gegenüber dem Hauptspiel in keiner Weise ab. Was dagegen aus völlig unverständlichen Gründen fehlt, ist eine eingebaute Lösung. Wer also, wie sicher viele, vor allem auf Bonuskapitel und Lösung Wert legt bei Sammlerausgaben, sollte sich die Anschaffung zweimal überlegen.

Fazit:
Wer ein gut durchdachtes Spiel mit überzeugend erzählter Geschichte sucht, wer die stete Wiederkehr des ewig gleichen satt hat und seinen Verstand nicht von Kindergartenniveau beleidigen lassen möchte, der ist hier absolut an der richtigen Stelle.