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The Keepers: Der Nachkomme


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Herausgeber: BigFish Games.de
Entwickler: Blam Games

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (Normal): BigFish Games.de

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Autor: JL
Datum: 20.12.2011

Schulnoten - Spielidee: 2, Spielaufbau: 3-, Steuerung: 3, Grafik: 2, Musik: 2, Wiederspielbarkeit: 4, Suchtfaktor: 3
Spielprinzip: Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer
Rahmenhandlung: Waise auf der Suche nach familiären Wurzeln.
Schwierigkeit: durchschnittlich, 3 Stufen wählbar
Optionen: Vollbild (Breitbild mit Trauerrand)/Fenster, Musik und Sound, Cursor (englische Version)

Als Waise, die keine Kenntnis ihrer Herkunft hat, begibst Du Dich auf die Suche nach Deiner Familie, als Du ein Foto vor Deiner Tür findest. Unter dem Foto steht ein einziges Wort: Rutland. Vor der Stadt eingetroffen, begegnest Du einem Jungen, der Dich warnt, Rutland zu betreten. Da Deine Suche nach Antworten dringlich ist, kann Dich nichts zur Umkehr bewegen, weder der Junge noch der verängstigte Concierge des Hotels. Du erfährst, dass brutale und mysteriöse Ereignisse geschehen, seit man die Familie Rutland ermordert aufgefunden hat. Zwei Morde und spukhafte Begegnungen später, stößt Du auf einen Geheimorden - The Keepers (Bewahrer). Bald darauf gerätst Du selbst in Gefahr.

Erfahrene Wimmelabenteurer brauchen das Tutorial nicht zu spielen, weil es lediglich die Steuerung des Spiels erklärt. Sie funktioniert wie üblich, mit einer Lupe zum Ansehen, einer Hand zum Greifen/Interagieren und Richtungspfeilen zum Verlassen der Szene. Am unteren Bildschirmrand befindet sich das Inventar, daneben sind Handbuch und Tipp zu finden. Wer im einfachen Modus (Casual) spielt, erhält optische Hilfen durch Funkeln, wenn Wimmelbilder aktiv sind oder Gegenstände aus der Szene ins Inventar genommen werden können. In den anderen beiden Modi werden keine optischen Hilfen angeboten, im schwierigsten Modus (Hardcore) weder Tipp noch überspringen der Minispiele. Die Steuerung wäre gut, gäbe es nicht zu enge Klickradien und einen Zurück-Pfeil, der gerne mal das Inventar öffnet. Da Du oft für Kleinigkeiten die Szene wechselst, nur um nach einer Aktion in eine andere Szene zu gehen, sind auch die Ladezeiten ein Störfaktor.

Es dauert nicht lange, bis Du die ersten Szenen frei gespielt hast. Ab diesem Zeitpunkt hast Du viel Bewegungsfreiheit. Was sich gut anhört, wird bald lästig, weil es keine Karte gibt. Das gesamte Spiel schindet Zeit durch Hin- und Hergelaufe. Immer wieder hast Du Szenen abgespielt, bis auf einen einzigen Inventargegenstand, den Du noch nicht aufnehmen kannst, weil Dir dafür etwas aus einer anderen Szene fehlt. Einen entsprechenden Hinweis gibt Dir die jeweilige Nahansicht nicht zuverlässig, so dass Du nicht zwangsläufig darauf kommen musst, genau dort nach einem bestimmten Objekt zu suchen. Wenn Du z.B. ein Plakat findest, liegt der Schluss nicht unbedingt nahe, dass dahinter Nägel versteckt sind, die Du noch brauchen wirst. Den Hinweis auf die Existenz der Nägel bekommst Du erst, wenn Du das Werkzeug hast, um sie zu entfernen. Zu diesem Zeitpunkt hast Du die Szene allerdings längst abgespielt - bis auf die Nägel, von denen Du nichts wissen konntest. In anderen Szenen wirst Du einiges entdecken, das Du Dir merken musst. Viele Hinweise werden zwar im Tagebuch notiert, jedoch längst nicht alle. So ist es gut, dass im einfachen Modus interaktive Bereiche funkeln und der Tipp nur 30 Sekunden Ladezeit hat. Anderenfalls müsstest Du noch mehr hin- und herlaufen, immer auf der Suche nach Unbekanntem oder Vergessenem. Für Irritation sorgen abgespielte interaktive Bereiche, die weiterhin funkeln.

Die Einbindung erspielter Inventargegenstände lässt Gleichgültigkeit erkennen. Du wirst z.B. einen gefundenen Hammer zwei Mal verwenden. An einer dritten Stelle könntest Du ihn brauchen, hast ihn aber bereits "entsorgt". Nachdem wir in diesem Jahr ein paar hervorragend aufgebaute Spiele gesehen haben, hinterlässt soetwas einen lieblosen Eindruck. Bestätigt wird der dadurch, dass Informationen aus Nahansichten, von denen Du weißt, dass Du sie benötigen wirst, nicht im Tagebuch notiert werden. Erst wenn Du ein bestimmtes Objekt ins Inventar genommen hast, kannst Du mit diesen Informationen etwas anfangen. Da heißt es also, zurück in die vier verschiedenen Szenen und fünf einzelnen Nahansichten zu gehen, um etwas ins Tagebuch übernehmen zu können, das Du bereits vorher wusstest. Intelligenter Spielaufbau sieht anders aus.

Die Wimmelbilder werden im Spielverlauf schwieriger, was ausschließlich mithilfe unsauberer grafischer Mittel erreicht wird. Objekte bis zur Unsichtbarkeit farblich anzugleichen, nur in winzigen Ausschnitten abzubilden oder so klein zu zeichnen, dass sie bestenfalls erahnt werden können, ist eine Unart, die endlich abgeschafft gehört. Dass Du mehrere Wimmelbilder hintereinander spielst, gelegentlich auch eines doppelt, das Du vor einer Minute erst absolviert hast, ist dem undurchdachten Spielaufbau geschuldet. Das alles hat es schon schlimmer gegeben, nur haben andere es eben auch besser gemacht.

Gleiches ist über die Minispiele zu sagen. Sie sind verschieden und zahlreich, was prinzipiell begrüßenswert wäre, gäbe es nicht den Spielaufbau. Da kann es passieren, dass Du zwei gleichartige Geduldsspiele nacheinander zu lösen hast. Drei Wimmelbilder, davon eines doppelt, und anschließend zwei Geduldsspiele zu absolvieren, finden vermutlich nur ganz gelassene Zeitgenossen unterhaltsam. Tröstlich ist immerhin, dass für fast jeden etwas dabei ist. Köpfchenspieler und Geduldige werden bedient, Kreativlinge nicht. Einige der Minispiele bieten einen Neustart, wenngleich es hier sinnvoller wäre, einzelne Züge rückgängig machen zu können. Jedes der Puzzles kann übersprungen werden, außer im schwierigsten Modus.

Das Spiel ist auf seine dunkle Art sehr schön anzusehen. Die Zeichnungen brillieren weniger im Stil, jedoch durch hervorragende Qualität. Wer allerdings schreckhaft ist, Probleme mit Spinnen oder ziemlich realistischen Bildern Verstorbener in allen Stadien der Verwesung hat, sollte Finger und Augen von diesem Spiel lassen. Artist- und 3D-Team haben auf drastische Effekte gesetzt, mit denen sie den Nerv punktgenau treffen. Von Beginn an wird eine unterschwellig bedrohliche Armosphäre geschaffen, die sich im Spielverlauf steigert und durch kurze Sequenzen in den Vordergrund drängt. Unterstützt wird sie durch filmreife Musik, die in ihren wiederholten hohen Frequenzen etwas zu präsent wirkt. Das englische Voiceover ist hingegen nicht überzeugend, von einer Ausnahme abgesehen. 

Das Ende der ungefähr vierstündigen Normalversion ist als solches akzeptabel, lässt jedoch eine Fortsetzung vermuten. Viel Geschichte gibt es nicht, aber sie wird nachvollziehbar erzählt und vor allem optisch überzeugend umgesetzt.  Die Sammleredition bietet, neben den üblichen Extras, zwei etwa 30 bis 45 minütige Kapitel, in denen die Geschichte weitererzählt wird. Die Künstler haben hier ebenso sorgfältig gearbeitet wie in der Normalversion, Aufbau und Minispiele passen ebenfalls zum Hauptspiel. Wer also Gefallen daran gefunden hat, macht mit der Sammleredition nichts verkehrt. Dennoch sei vor dem Erwerb dringend der Probedownload empfohlen, unter Beachtung der Tatsache, dass der Schwierigkeitsgrad steigt und das gesamte Spiel Geduld erfordert.

Fazit: Dem Spiel ist anzumerken, dass man möglichst viele Wimmelbilder und Minispiele darin unterbringen wollte und eine kurze Geschichte benutzt hat, um sie miteinander in Beziehung zu setzen. Die Spieldauer ist in Ordnung, wenngleich sie sich letztendlich aus einigem Gerenne und viel geduldiger Friemelei ergibt. Zufall wird nicht geboten, die Wiederspielbarkeit fällt entsprechend gering aus. Wären Spielaufbau und Steuerung der fantastischen künstlerischen Gestaltung angemessen, dann hätte Blam! mit The Keepers: Der Nachkomme ein tolles Spiel gebaut. So wie es ist, entspricht es lediglich dem Durchschnitt.


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