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The Keeper of Antiques: Die imaginäre Welt


tassentassentassen
Herausgeber:BigFish Games
Entwickler: Elefun Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 13.07.2017


Spiel mit vielversprechendem Beginn, das dann nachlässt und vielen Wimmelbildern
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Ein antikes Artefakt ist aufgetaucht, das bei unvorsichtiger Verwendung eine Verbindung zur imaginären Welt herstellt. Beide Welten verschmelzen, Monster kommen herüber, die Vernichtung der Welt droht. Wir als Wächter haben einzugreifen und das zum wer weiß wievielten Mal zu verhindern.

Natürlich kann man Geschichten genießen, die man sich schon ohne Ende zuvor zu Gemüte geführt hat. Sie müssen nur ansprechend vorgetragen werden. Als alter Westernfan ist mir das absolut geläufig. Also schauen wir mal, ob das hier gelingt.

Zu Anfang wird wie gewohnt ein Modus ausgewählt. Es gibt hier zwar auch den heute üblichen vierten, der sich konfigurieren lässt, aber leider legen die Entwickler einen schwachen Start hin: Es lässt sich viel zu wenig wirklich einstellen. Weder lässt sich fest legen, was die Karte zeigen soll noch und vor allem können Aufgaben und ähnliche Mitteilungen abgestellt werden.

Die Grafik kann mit zwei noch zu besprechenden Einschränkungen gefallen, auch bei den Dialogen fiel nichts wirklich negativ auf.

Die Geschichte wurde schon als weniger originell vorgestellt, wir haben dergleichen ungezählte Male gesehen. Sie wird ohne große Überraschungen linear erzählt, es kommt recht wenig Hin- und Hergelaufe vor. Sie wird eigentlich flüssig erzählt, lästig dabei sind aber zum einen die vielen Videosequenzen, ohne die man wohl nicht auszukommen meint. Wenigstens lassen sie sich meist überspringen. Zum anderen nerven die mit ätzender Häufigkeit auftretenden banner, in denen neue Aufgaben erteilt werden (völlig sinnlos, da sie ohnehin klar sind) und alte als erledigt gewürdigt werden. Die Banner bleiben lange stehen und hindern erheblich das Fortkommen.
Dass man der Unlogik verboten hätte, ihr hässliches Haupt zu erheben, wäre übertrieben zu behaupten, aber wir haben schon weitaus schlimmeres erlebt. Natürlich haben wir jede Menge sattsam bekannte Aufgaben zu erledigen, aber ein paar Verrichtungen abseits vom üblichen sind schon vorhanden. Besonders der erste Teil ist sehr unterhaltsam, später gingen den Entwicklern wohl Lust und/oder Ideen aus. Böse Zungen könnten einen Zusammenhang mit der Demoversion herstellen, auf die das Hauptaugenmerk gelegt würde. Mindestens einer der Entwickler scheint im übrigen ein großer Freund von Beschleunigern zu sein, es kommen gleich drei davon vor. Und auch an Betäubungsmitteln der verschieden Art herrscht kein Mangel.
Das Ende ist auch wirklich eins, die Geschichte wird also zufrieden stellend abgeschlossen. Es kommt aber recht schnell: Die Länge kann als durchschnittlich bezeichnet werden. Wobei durchschnittlich leider zu kurz bedeutet, auf die meisten aktuellen Spiele trifft das zu. Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Länge wird nicht an der Spielzeit gemessen, sondern an der Länge der Lösung.

An Hilfsmitteln stehen ein zuverlässig arbeitender Tipp und eine Karte mit Transportfunktion zur Verfügung. Orte, an denen etwas aktuell zu tun ist, sind markiert.

Der Hauptschwerpunkt des Spiels liegt bei den Wimmelbildern. Sie sind zahlreich und werden zweimal aufgesucht. Wir haben hier mehrere Varianten, von Wortsuchlisten über Silhouetten bis zu kleinen Erzählungen, bei denen Suchobjekte hervorgehoben sind. Sie sind fast durchgehend gut gemacht und nicht zu einfach. Vielen wird es allerdings nicht so recht gefallen, dass des öfteren Suchobjekte sehr im Dunklen liegen und entsprechend schwer zu erkennen sind. Alle enthalten Interaktionen, gewöhnlich von der unkomplizierten Art. Die meisten Wimmelbilder können durch ein Mahjong ersetzt werden. Es wird wohl ein Geheimnis der Übersetzer bleiben, warum diese in der deutschen Fassung mit Matching sinnarm bezeichnet sind.
Sie werden ergänzt durch Suchbilder, also quasi kleine Wimmelbilder im Fenster, die überwiegend uninteressant sind und als reine Zeitfüller angesehen werden können. Unschön in der deutschen Fassung ist es, dass stets ein Textbalken gezeigt wird mit dem Hinweis: Gefundene Teile x/y. Der Textbalken ist aber so klein, dass er den Text nicht komplett umfasst, so dass mehr als einmal die Anzahl der zu suchenden Teile nicht erkennbar ist.

Die Minispiele sind hinsichtlich Schwierigkeit im Bereich einfach bis mittelschwer einzuordnen. Nur wenige weisen Vorschulniveau auf, bei ein paar von ihnen ist immerhin Nachdenken in Form von Strategie und Logik gefragt. Alle lassen sich zurück setzen, ein Pluspunkt hier.

Sammlerausgaben empfehlen wir höchst selten, von dieser schönen Tradition weichen wir hier keinesfalls ab. Es gibt in jeder Szene Sammelobjekte und Chamäleonobjekte zu finden, dazu Puzzleteile, die im Bonusteil (man ahnt es bereits) Puzzles zu spielen erlauben. Es sei aber nicht verschwiegen, dass wir nach Finden eines dieser Objekte dadurch bestraft werden, dass eine gefühlte Ewigkeit eine Mitteilung aufscheint, die uns dazu beglückwünscht, wobei der Spielfluss für die Zeit der Anzeige zum Erliegen kommt. Neben dem Handbuch und dem Bonuskapitel gibt es die üblichen Auszeichnungen und den ebenso üblichen Ballast. Weder Wimmelbilder noch Minispiele lassen sich nach spielen. Kaum den doppelten Preis wert, das ganze. Ein kleiner Scherz am Rande: Wir sind alle Mathe-Genies. Dazu werden wir nämlich bereits ernannt, wenn wir das sogenannte Wächter-Werkzeug verwenden, was wir gar nicht verhindern können.

Fazit:
Wir haben hier ein Wimmelbild-Abenteuer zu geringer Länge mit guten Wimmelbildern und akzeptablen Minispielen. Die Geschichte ist nicht originell, wird aber weitgehend flüssig erzählt (wenn wir von den ungezählten Bannern absehen, die den Spielfluss hemmen) und strapaziert auch den gesunden Menschenverstand nicht zu sehr. Speziell für Anfänger und Gelegenheitsspieler ist es zu empfehlen, ebenso für Freunde der Wimmelbilder. Anspruchsvollere Vertreter der Zunft finden hier nur einen netten Zeitvertreib für zwischendurch, was nicht unbedingt etwas schlechtes sein muss. Die Kürze verhindert eine bessere Bewertung.