Zum Spielportal
The Keeper of Antiques: Der letzte Wille


tassentassentassentassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Elefun Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 23.02.2018


Überwiegend erfreuliches Wimmelbild-Abenteuer mit guter Geschichte, sehr guten Wimmelbilder, aber schwachen Minispielen
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In Fortsetzung von The Keeper of Antiques: Das lebendige Buch und The Keeper of Antiques: Die imaginäre Welt spielen wir wieder als Alexandra, die von ihrem Onkel Paul den Antiquitätenladen übernommen hat und mit diesem gelegentliche Probleme mit seltsamen Artefakten, die jede Ärger bereiten. Diesmal trifft es die Ortschaft Netville, die just zum 200. Geburtstag von einem dieser Artefakte heimgesucht wird.

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist teilweise frei konfigurierbar. Hier haben wir bei weitem nicht so viele Möglichkeiten wie wünschenswert wäre. Weder können wir einstellen, ob die Karte Hinweise enthalten soll, noch erst recht, ob wir Banner wünschen. Viele wünschen nicht und werden hiermit extrem aggressiven Vertretern der Zunft bestraft.

Die Geschichte ist durchdacht und wird mit angemessenem Schwung vorgetragen. Neu ist sie nicht, überzeugt aber fast durchgehend. Schwächen sind hier (wie üblich leider) auf der logischen Seite zu bemerken, über die man aber mit etwas gutem Willen hinweg sehen kann. Und den angesprochenen Schwung hemmend kommt leider wieder einmal ein unfassbar gehäuft auftretendes Hilfsmittel – eine Speziallinse – zum Einsatz. Davon abgesehen vermerken wir hier also schon mal einen Pluspunkt, insbesondere auch deshalb, weil es mal wieder gelungen ist, eine einigermaßen zufrieden stellende Länge anzubieten.

Ein deutlicher weiterer Pluspunkt ist bei den Wimmelbildern zu setzen. Sie sind zahlreich und werden meist zweimal aufgesucht, variieren aber in der Anlage erheblich. Es kommen Standardvertreter mit Suchlisten in Textform vor, die gewöhnlich kleinere Interaktionen enthalten. Es gibt auch solche eher in Rätselform, mit Silhouetten und solche, bei denen die Suchliste zunächst erzeugt werden muss.

Ebenfalls gelungen ist die Grafik, mit Liebe zum Detail und erfreulicher Schärfe.

Schwach dagegen fallen die Minispiele aus. Sie sind mehrheitlich viel zu leicht: Einfachstes Zusammenfügen von Teilen, Verbinden von nummerierten Punkten, gleich zweimal Sequenzen wiederholen mögen als Beispiele dienen. Einige wenige sind interessanter, aber immer noch maximal mittelschwer. Alle lassen sich überspringen und auch zurück setzen. Ein kleiner Schönheitsfehler hier besteht darin, dass der Schaltknopf für den Neustart oft geradezu mitten im Bild liegt, unschön.

Der Abenteuerteil stellt soliden Durchschnitt dar. Es wird wieder nach Herzenslust alles mögliche irgendwo eingesetzt, Standardaufgaben wie das sinnfreie Entrosten durch Öl sind erneut zur Stelle. Schon fast positiv zu erwähnen, dass wenigstens kein kaputter Reißverschluss auftritt.

An Hilfen werden ein zuverlässiger Tipp und eine ebenso gut funktionierende Karte mit Transportfunktion auf.

Die Sammlerausgabe hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. In jeder Szene gibt es mindestens ein Sammelobjekt zu finden, dazu je ein Chamäleonobjekt und ein Puzzleteil. Letztere ermöglichen in den Extras das Spielen von Legepuzzles. Weder Wimmelbilder noch Minispiele lassen sich nach spielen, unverständlich eigentlich, da der Aufwand dafür höchst gering wäre. Ob der nahezu doppelte Preis da gerechtfertigt ist, mag jeder für sich entscheiden.

Fazit:
Es liegt ein Wimmelbild-Abenteuer mit guter Geschichte und sehr guten Wimmelbildern vor. Schwächen treten vor allem bei den Minispielen auf, die mehrheitlich anspruchslos sind. Auch wegen der für aktuelle Maßstäbe akzeptablen Länge liegt das Spiel alles in allem über dem Durchschnitt, ohne eine Spitzenwertung zu erreichen.