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The Great Gatsby: Secret Treasure


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Herausgeber: Oyster World, Hidden Classics
Entwickler: BigFish Games

Download: BigFish Games.com

Wenn Du The Great Gatsby: Secret Treasure auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M:
Datum: 13.02.2014

Ein Möchtegern-Wimmelbildabenteuer, das nicht in die Gänge kommt
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Nach einem langen Arbeitstag befinden wir uns gerade auf dem Nachhauseweg und freuen uns auf ein Abendessen mit Peter, als eben dieser uns anruft. Er teilt uns mit, dass wir einen neuen Auftrag als Architektin erhalten haben. Damit geht für uns ein langgehegter Traum in Erfüllung, denn wir haben die Ehre, das Anwesen vom Großen Gatsby zu renovieren. Um uns einen Überblick über den Zustand des Domizils zu verschaffen, fahren wir direkt dorthin. Alle wichtigen Unterlagen liegen bereits im Wachhäuschen für uns bereit und so suchen wir uns einen Zugang nach drinnen. Dort erreicht uns ein zweiter, weniger erfreulicher Anruf, der unsere Freundin betrifft. Sie wurde entführt und ihr Peiniger verlangt von uns, den Schatz von Gatsby zu finden und ihn im Austausch an ihn zu übergeben.

Beginnen wir mit den Fakten. "The Great Gatsby" ist im Original ein Roman des amerikanischen Schriftstellers F. Scott Fitzgerald, der in den 1920ern erschien. Herausragend deshalb, weil er ein realistisches Abbild der damaligen Zeit darstellt und mit Sozialkritik nicht sparte. Wer sich darauf freut, wird bei diesem Spiel leider enttäuscht werden. Das einzige, was tatsächlich übernommen wurde, sind die Namen der meisten Protagonisten, einzelne Verbindungen zueinander und als kurze Hintergrundgeschichte die unerfüllte Liebe zwischen Jay Gatsby und Daisy. Diese ist allerdings nach drei Zwischensequenzen abgehandelt. Die Grafik, die etwas comic-haftes beinhaltet, ist nicht Fisch und nicht Fleisch. Einerseits spielt die Geschichte in der heutigen Zeit, besitzt aber doch einen altmodischen Touch. Andererseits können wir zwischendurch in die 20er Jahre wechseln, merken dann aber keinen großen Unterschied mehr zu heute. Die Stimmen wirken übertrieben und die Nebengeräusche sind manchmal erschreckend laut. Trotz angebotenem Vollbild-Modus, haben wir links und rechts zwei unschöne, schwarze Balken.

Bei den Schwierigkeitsgraden können wir zwischen "Normal" und "Experte" wählen, die sich allerdings nur in der Aufladegeschwindigkeit des Tippgeber und der Überspringen-Funktion, beim Glitzern von interessanten Bereichen und bei Klickstrafen in den Wimmelbildern unterscheiden. Ein Wechsel ist im Nachhinein nicht mehr möglich, außer man erstellt sich ein neues Profil und fängt komplett von vorne an.

Neben einem Tagebuch, das auch die Aufgaben, die noch zu erledigen sind, beinhaltet, steht uns eine Karte zur Verfügung. Diese dient einzig und alleine zur Orientierung. Wir können darin unseren aktuellen Standort erkennen. Gelegentlich sind auch Orte markiert, an denen augenscheinlich noch etwas zu tun ist, allerdings sind es meist unwichtige Vorkommnisse, die wir durchaus auch zu einem späteren Zeitpunkt erledigen können. Leider müssen wir trotz dieser Karte alle Wege per Pedes zurücklegen, da es keine Springfunktion gibt. Und diese Märsche werden im fortschreitenden Spiel immer weitläufiger, da das Anwesen sehr verwinkelt ist und über mehrere Nachbarhäuser verfügt, die wir auch zu besuchen haben. Zwischendurch erscheint zu allem Überfluss auch noch ein Autoschlüssel, der uns andeutet, dass wir dringendst ans andere Ende der Stadt fahren müssen, um z. B. ein Handy aufzuladen!

Klappt sich der Deckel der Taschenuhr auf, die am rechten, unteren Bildrand verankert ist, können wir in den Vergangenheits-Modus wechseln. Dort sehen wir, wie es früher am gleichen Ort, an dem wir uns gerade befinden, aussah. Dazu gesellt sich jedes Mal ein hirnrissiges Rätsel und dann ist der ganze Spuk auch schon wieder vorbei. Zum Glück passiert das nur drei Mal.

Außerdem befindet sich am linken, unteren Bildrand noch eine Zurück-Taste, die aber gar nicht notwendig gewesen wäre, da wir uns auch wie gewohnt mit den Pfeiltasten nach vorne oder eben auch zurück bewegen können.

Der größte Störfaktor sind jedoch die langen Ladezeiten zwischen den einzelnen Bildwechseln. Egal, ob wir einen Schritt geradeaus oder nach links oder rechts gehen, konsequent erscheint eine Sanduhr, die unseren Geduldsfaden mehr als überstrapaziert. Dazu kommen vermutlich viele kleine Nachlässigkeiten in der Programmierung. Wenn wir z. B. etwas Abschrauben, wandert der Schraubenzieher nach jeder erfolgreich herausgedrehten Schraube wieder ins Inventar. Dort nehmen wir ihn dann erneut und halten ihn auf die nächste Schraube, und die nächste usw.

Bei manchen Gegenständen ist auch haargenaues Zielen erforderlich, um sie tatsächlich greifen zu können. Bei einigen Objekten bin ich tatsächlich weiter gelaufen, mit der festen Meinung, dass das nichts ist, was ins Inventar muss, bis mich der Tipp eines besseren belehrt hat und wieder zurück an diesen Ort schickte.

Von insgesamt 16 Wimmelbildern spielen wir zehn Stück einmal, fünf zweimal und eines sogar dreimal. Allesamt sind klassische Wortsuchlisten mit kleinen Interaktionen. Viele der Suchbilder sind allerdings verwaschen oder zu dunkel, so dass wir eine nicht zu vernachlässigende Anzahl von Gegenständen gar nicht ohne fremde Hilfe finden, was auf die Dauer sehr frustrierend ist.

Bei den 16 Rätseln bestätigt sich das bis dahin entstandene Gesamtbild. Einige davon sind so einfallslos, dass sie bei anderen Entwicklern nicht mal den Weg als Interaktion in ein Wimmelbild gefunden hätten. Ansonsten puzzeln wir zuerst ein Mosaik, dann ein Foto zusammen, entwickeln ein paar Dias, drehen Ringe, und verbinden gleichfarbige Steine. Die Erklärungen dafür sind genauso dürftig wie die Rätsel selbst.

Doch manchmal haben wir auch Glück und in diesem Fall dann, wenn es um die Länge des Spiels geht. Trotz zahlreicher Wimmelbilder und Minispiele sind wir nach guten zwei Stunden am Ende, das man auch als solches bezeichnen kann, angekommen. Und da es sich um eine Normalversion handelt und es auch sonst keine Extras bereithält, ist die Spielzeit Netto wie Brutto gleich. Wer sich den Abspann ansieht, hat die Möglichkeit, die Dauer um ca. zwei Minuten hinauszuzögern!

"The Great Gatsby: Secret Treasure" ist von Oyster World produziert. Und wer sich dort auf der Homepage umsieht, wird feststellen, woher die tollen Ideen und der Schwierigkeitsgrad für die Rätsel kommen, denn dort finden wir auch ein Spiel mit den Teletubbies!!! Es ist unverständlich, warum sich die Entwickler ausgerechnet an so große Literatur wagen, wenn sie doch anscheinend keine Möglichkeiten besitzen, sie einigermaßen vernünftig umzusetzen, um eventuell auch Lesemuffel zu solchen Büchern zu bewegen? Als Schlusswort wähle ich einen Satz, der aus diesem Spiel stammt und alles ausdrückt, was hierzu gesagt werden muss: "Poor As A Church Mouse."


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