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The Agency of Anomalies: Das Lazarett des Todes

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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Orneon

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 24.04.2011


In einem verlassenen Militärhospital, das schon lange für paranormale Aktivitäten bekannt war, wurde einige Jahre zuvor ein ganz besonderes Labor eingerichtet. Die paranormalen Strömungen dienten zu grausamen Experimenten mit Soldaten, die durch den Krieg vor allem mental am Ende waren. Nicht nur sollten die gesammelten Energien den Soldaten heilen, nein mehr noch, er sollte zum perfekten Soldaten werden. Ein Söldner ohne Emotionen und Gewissen. Doch so sehr man sich bemühte, alle Versuche endeten in einem Desaster und mit der Verwandlung der Soldaten in ein paranormales Wesen, dass den Übergang in die Welt des Todes nicht finden konnte. Eine Explosion schließlich beendete das Leben aller Beteiligter mit Ausnahme eines Arztes, der sich gerade so eben noch in Sicherheit bringen konnte. Er hatte geglaubt mit der Explosion wäre alles vorbei, aber nun plötzlich zeigt sein Nexus Aktivität. Die paranormalen Wesen scheinen zurückzukehren und er ruft dich, Mitglied der Agentur für Paranormales, um all dem endgültig ein Ende zu setzen.

Eine wahrlich lange Einführung, die auf den ersten Blick eine großartige Geschichte in einem Wimmelbild-Abenteuer verspricht, aber der Eindruck täuscht. Zwar wird eine Krankenakte dich über das Schicksal des jeweilig zu besiegenden Soldaten und dessen Geschichte informieren, trotzdem aber bleibt die Geschichte schwach und konturenlos. Jeder Soldat wurde in etwas anderes verwandelt. So wirst du dem Eismann ebenso begegnen wie dem unsichtbaren Mann oder dem Feuermann. Ganz zum Schluss, in Kapitel 6 findest du dann noch Dr. Dagon, den Verantwortlichen für die Experimente.

Deine Aufgabe ist es, die paranormale Energie der Soldaten in einem Nexus zu speichern. Das ist nicht weiter schwierig, hinlegen, warten, fertig. Erspielt wird der Weg bis zu diesem Moment und der ist eher normal. Türen müssen mit noch zu findenden Schlüsseln oder Brecheisen geöffnet werden, Brunnen brauchen erst einen Hahn und die Leitung muss geöffnet werden, Hindernisse jeder Art gilt es zu überwinden und natürlich musst du dafür Sorge tragen, dass der jeweilige Soldat sich in paranormale Energie auflöst.

Die Grafiken sind schön ohne überwältigend zu sein, geben aber fast mehr Atmosphäre als alles andere in diesem Spiel. Schon fast auffällig ist die hohe Anzahl der Wimmelbilder. Diese sind nicht willkürlich und finden in nicht all zu überladenen Szenen statt. Viele aber nicht alle wirst du mehrmals spielen und dabei dann mehr oder weniger neue Objekte auf der Liste haben. In jeder Wimmelbildszene gibt es ein oder mehrere Objekte, die du nur durch interaktive Aktionen erhalten kannst. Hier war man durchaus kreativer als die meisten Mitstreiter. Viele dieser Aufgaben gehen ein klein wenig über das oft übliche Schranktüren, Kisten oder Taschen öffnen hinaus. Auch wenn so etwas natürlich genauso vorkommt, wie man Dampf erzeugt geht schon ein klein wenig über das anzünden von Kerzen oder Laternen hinaus.

Allerdings haben diese Wimmelbilder etwas, was ich als sehr störend empfunden habe. Gut, wir sind gewohnt völlig sinnloses Zeug in vermüllten Szenen zu finden, aber bisher war wenigstens immer ein Objekt der Liste notwendig um im Spiel weiter zu kommen. Nicht so hier. Erst wenn du die Liste der Belanglosigkeiten abgearbeitet hast wird dir gesagt, welches Objekt du noch zu finden hast und dieses geht dann in dein Inventar. Ich WEISS also bereits, nichts von dem was ich suchen muss, ist wichtig, mir wird selbst das wenige an Spannung genommen, das entsteht, wenn man sich überlegt, welches der aufgelisteten Objekte man wohl bekommt und was man damit tun kann.

Nett gemacht, aber auch mit einem seltsamen Beigschmack am Ende, sind die Szenen in denen du Dinge zurücklegen musst. Da kommen Steigbügel an einen Sattel, eine Rechenaufgabe erhält seine Lösung, Abzeichen einen Stern. Und am Ende erhältst du dann ein Inventarobjekt. Eines, das absolut nichts mit dem zu tun hat, was du gerade erledigen musstes.

Weitere Inventargegenstände findest du beim herumlaufen oder nach dem lösen eines Puzzle. Die Meisten wirst du rasch wieder einsetzen oder zumindest wissen, wo du sie benutzen kannst. Puzzle sind kreativ gemacht, machen Sinn und wer sie nicht lösen möchte, kann sie nach einer kurzen Wartezeit überspringen. Dies hat 30 Minuten Zeitstrafe zur Folge, die auf deine Gesamtspielzeit auf gerechnet wird. Du kannst dich frei bewegen, hast aber keine Karte. Die wäre allerdings vorallem im Hospital durchaus wünschenswert gewesen und so wirst du manchen Weg umsonst machen, weil du dich in der Etage, Richtung oder dem Zimmer geirrt hast.

Der sich wiederaufladende Hinweis (wie schnell er das tut hängt wie immer von deiner Moduswahl zu Beginn des Spieles ab) gilt sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Wimmelbildszenen. Außerhalb hat man eine schöne Idee gehabt: Dir wird angezeigt, wo hin du als nächstes gehen musst, klickst du noch mal an die angezeigte Stelle, siehst du ein Bild dessen, was zu tun ist - zum Beispiel wie/womit eine Türe geöffnet wird.

Im Spiel verteilt sind 20 Postkarten; warum weiß wohl niemand. Du brauchst sie nicht, dir wird nicht "gratuliert", sie geben keine Hinweise. Nichts. Oder auch: Gar nichts. Aber es gibt Auszeichnungen. 12 laut Strategy Guide, die du für Dinge bekommst wie ein Minispiel ohne Überspringen zu lösen (oder gar alle), eine Wimmelbildszene ohne Tipp zu spielen (oder gar alle). Wer Wert auf alle Auszeichnungen legt, wird das recht lange (5-6 Stunden wenn keine Puzzle übersprungen werden) Spiel vermutlich zwei- oder mehrmals spielen. Und sich seine Aufzeichnungen aufschreiben müssen. Denn sie sind irgendwo aufgelistet (ausserhalb des Strategy Guides, zu dem du nur in der Collector Edition Zugang hast), so dass du nachschauen könntest. "Eine ganz schwache Nummer" nannte das Andreas, der die Lösung geschrieben hat und ich denke er hat Recht!

Was das Spiel wirklich auszeichnet ist die Extra-Spielzeit in der Sammler-Edition. In dieser wirst du nicht nur neue Orte entdecken, sondern ca. 2 Stunden (was mehr ist als so manches reguläre Spiel) viele Wimmelbilder und Puzzle spielen.

Alles in allem ist The Agency of Anomalies: Das Lazarett des Todes ein Spiel, das, ausgehend von der Spielzeit, sein Geld sicher lohnt. Aber man kann nicht ignorieren, dass es irgendwie flach bleibt, eindimensional und das viele Kleinigkeiten störend wirken, unlogisch und es schwer machen, sich wirklich einzulassen. Die Geschichte ist nicht eine, sondern 6 - eine für jedes Kapitel, der Zusammenhang ist nicht gelungen, man hat bis zum Ende hin nicht wirklich das Gefühl auf ein großes Gesamtziel hinzuarbeiten.

Grafik, Musik, Wimmelbilder, Puzzle, Länge; alles stimmt und stimmt doch wieder nicht. Ein Spiel, dass an der Oberfläche bleibt und was es gut macht oft im gleichen Moment wieder herabwertet. Und so ist die Bewertung niedriger als das, was man hätte erreichen können. Es ist ein Spiel, dem es an echten Qualitäten mangelt, obwohl diese immer wieder durchscheinen. Aber: Wer gern wimmelt und dem in vielen Wimmelbild-Abenteuern dieser Anteil zu gering ist, dem ist hier sogar die Sammleredition zu empfehlen. Allen anderen ist der Probedownload an- und von der Sammler-Edition abzuraten. Gucken kostet ja noch nichts. Und auch die Normalversion bietet eine gute Spiellänge.


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