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Tarot des Schicksals


tassentassen
Herausgeber: INTENIUM (für die deutsche Version)
Entwickler: Ph03nix New Media

Wenn Du Tarot des Schicksals auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.
Datum: 10.06.2011


Eine wunderschöne Musik erklingt in der Nacht und flutet sanft über dein gesamtes Dorf. Doch trotz aller Schönheit verursacht sie Rosalie auf unerklärliche Weise Angst. Gerade will sie ihre Tarotkarten befragen, als es an der Tür klopft und ein geheimnisvoller Fremder darum bittet, dass sie ihm die Karten legt. Doch kaum liegen die Karten auf dem Tisch geschieht etwas und das Nächste was Rosalie weiß, ist, dass sie in einem Gefängnis bist. Schnell wird klar: Das ganze Dorf ist in Gefahr und sie muss fliehen, so rasch es geht. Einige Tarotkarten liegen herum, sie sammelt sie auf und erkennt: Sie werden ihr den Weg weisen.

So beginnt Tarot des Schicksals, ein Wimmelbild mit Abenteuer und Puzzle Anteilen. Durch 10 Kapitel mit jeweils 2-4 unterschiedlichen Orten hindurch wird man also nach Antworten zu den ungewöhnlichen Vorgängen und nach den Tarotkarten suchen. Und zu sagen, dass man hier frei laufen kannst, ist schon fast untertrieben. Man wird nämlich die jeweiligen Orte erheblich öfter wechseln, als man das eigentlich möchte.

Tarot des Schicksals ist ein schwierig zu beurteilendes Spiel. Während es auf der einen Seite kürzer ist zu sagen, was die Entwickler überhaupt richtig gemacht haben, gehört es andererseits zu den Spielen, die man wirklich immer weiter spielt, weil man wissen will, wohin die Geschichte geht. Uns so suchst der Spieler sich durch die einzelnen Szenen, die immer die Wimmelbilder an sich sind.

Fast alle Szenen sind Scroll-Szenen, du musst also nach rechts und links, nicht nur um zum Beispiel Zugänge zu neuen Orten, sondern auch um alle Objekte der Liste sehen zu können. Unterschiedliche Farben in den Suchwörtern zeigen, ob ein Gegenstand auf den ersten Blick zu finden ist oder eine weitere Aktion mit Inventarobjekten nötig ist. Letztere gehen immer dann ins Inventar, wenn alle Gegenstände der Suchliste gefunden wurden.

Diese Interaktionen sind in der Regel nett gemacht. So wirst man einen Apparat bauen müssen, der einen Schlüssel von einem Regal holt, mit dem du einen Schreibtisch aufschließt, in dem dann ein Kessel ist, mit dessen Hilfe du die Zahlen eines Kombinationsschloss sichtbar machen kannst. Nicht alle, aber einige andere Interaktionen sind ähnlich komplex.

Der vorhandene, sich innerhalb von 15 Sekunden wieder aufladende Tip aber ist nur bedingt hilfreich - so zeigt er zwar bisher übersehene Objekte, aber eben auch Puzzle, die man noch gar nicht machen kann oder behauptet, es sei hier nichts zu tun, anstatt noch nicht entdeckte Puzzle anzuzeigen. Manche Puzzle werden durch Sterne angezeigt, manche nicht. Manche Interaktionen können stattfinden während du noch Dinge von der Suchliste suchst, manche nicht. Die Inkonsequenz der einzelnen Handlung sind aber nicht die einzigen Minuspunkte.

So hat jedes Kapitel ein Minispiel bestehend aus "Suche die Unterschiede" - eine Tarotkarte, die, hat man alle Unterschiede gefunden, einen Hinweis darauf gibt, wie man im Spiel weiter kommt. Nette Idee, nur: Wenn man diese Karte nicht findet, macht das auch nichts. Man kann trotzdem alles lösen und weiter kommen. Und wo wir gerade von "finden" sprechen: Es hat einen Grund, dass der Tipp sich so schnell wieder auflädt. Denn anders wird man die nicht vorhandenen Objekte nicht finden können. Nicht nur aber vorallem einige der in jeder Suchliste stehenden Tarotkarten sind oft einfach nicht da. Benutzt man einen Tip und klickt dann in den angezeigten Kreis wird ein Gegenstand von der Liste gestrichen, der einfach nicht da war. Dazu haben die Tarotkarten keine wirkliche Bedeutung. Zwar werden sie in einer Karte angezeigt, die aber zeigt weder ob an den einzelnen Orten schon alles erledigt ist, noch wie man von einem Ort zum anderen kommt, noch kann man über die Karte die Orte wechseln.

Auch die Übergänge zu anderen Szenen sind zum einen so angelegt, dass man ständig aus Versehen an Orten landet, wo man noch gar nicht hin will (oder bereits fertig ist). Und da dem Entwickler zeitweise die Orientierung fehlt, geht man zwar am Bildschirm oben von A nach B, musst aber dann durchaus auch mal links, rechts oder erneut oben von B nach A zurück. Das verwirrt und lässt zusätzlich endlos laufen.

Die Grafiken sind stellenweise wirklich hübsch. Allerdings werden sie im unteren Teil meist von einem Nebel überzogen und im Verlauf nach oben auf dem Bildschirm häufig völlig unscharf. Im Verlauf des Spieles wird man dann auch auf Riesengegenstände treffen, die irgendwo am Himmel hängen. Eine Schande, da die grundsätzlichen Grafiken nämlich viel vom Charme des Spieles ausmachen.

Die Spielzeit ist lang, die Geschichte wird während des Spielen und zwischen den Kapiteln weiter erzählt und das nicht mal schlecht. Auch sind die Übersetzungen hier gut gemacht, so dass man nicht wegen solcher Dinge Zusammenhänge verliert oder Objekte nicht findet. Die meisten Puzzle passen genau zu dem, was im Spiel gerade vor sich geht, sind zwar nicht anspruchsvoll, aber eben komplex durch den Weg zur Lösung hin.

Und so bleibt von Tarot des Schicksals die Frage: Warum? Tarotkarten, die nicht gebraucht werden, Grafiken die absichtlich verhunzt werden, Objekte, die nicht eingezeichnet, sondern nur einprogrammiert wurden? Gab es denn vor der Veröffentlichung des englischen Originalspieles keine Qualitätskontrolle von dritter Seite? Das Spiel macht durchaus Spaß, aber nur so lange, bis man absolut frustriert vom ständig ungewollten Ortswechsel ist. Es ist lang genug um Zweifelsohne sagen zu können: Der Spieler bekommt was für sein Geld. Es ist ein Spiel, dass sehr viel Potential hatte, bevor die Entwickler zur Endfertigung übergegangen sind.

Der Probedownload lohnt sich und geduldige Spieler, die suchen und ein wenig überlegen möchten, sind hier gut beraten. Sofern sie über die Minuspunkte hinweg sehen können.


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