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Surface: Lautlos


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): Bigfish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Surface: Lautlos auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Claudia K.
Datum: 27.07.2012
Deutsch (Normal): 09.11.2012


Die Erinnerungen und Gefühle eines Menschen sind wie eine Stadt, sagt der Erzähler im Spiel. In dieser Stadt finden sich alle Geheimnisse, es gibt dunkle Ecken und verschlossene Räume. Aber das Wichtigste ist die Identität der Stadt, der Name. Und so ist es das Ziel des Helden, der Stadt von Jane Doe einen Namen zu geben. Jane Doe wurde an einer einsamen Stelle des Highways gefunden. Bewusstlos, mit einem blutigen Messer neben sich, aber sie selbst hat keine Wunden. Ist sie ein Opfer? Oder eine Täterin?

Als sich der Zustand des Mädchens verschlechtert, wird der Held des Spieles gerufen. Er hat besondere Fähigkeiten, kann Erinnerungen und Gefühle von Menschen auf besonders tiefe Weise erkennen. Doch gewöhnlich können seine Klienten reden. Das Mädchen nicht und so macht er sich auf die Reise in die Stadt Jane Doe. Dringt tiefer und tiefer in die verschütteten Erinnerungen des Mädchens ein, mit einem Ziel - der Stadt einen echten Namen und damit hoffentlich Heilung zu geben.

Bemerkenswert an Surface: Lautlos ist der Erzählstil. Der Spieler wird hier in keinster Weise ermutigt, sich selbst mit der Hauptperson zu identifizieren. Ein Erzähler wird immer wieder erklären, warum Thesen erstellt werden, was gewisse Dinge im Spiel bedeuten. Mehr von Jane Doe erfährst du auch durch Tagebuchseiten, die der Held findet. Erst langsam wird klar, um was für eine Art Geschichte es sich eigentlich handelt, wo Gut und Böse liegen, wer Jane Doe ist.

Elephant Games macht schöne Spiele, von der graphischen Seite her gesehen ganz sicher. Doch in Surface: Lautlos lässt sich nicht wirklich ausmachen, ob die durch die Geschichte und den Erzähler geschaffene Atmosphäre fesselt oder ob es die Grafiken sind, die mitziehen. Aber wenn man genau hinschaut, dann macht es Sinn, dass viele Bilder fast statisch wirken, die Farben nicht leuchtend sind. Wir befinden uns in Erinnerungen, in ängsten und Gefühlen einer Frau, die ganz offensichtlich Schweres durchmacht. Trotzdem sind die Szenen klar, nicht wirklich gruselig oder gar angsteinflößend. Atmosphärisch ja, aber ohne Ekel- oder Horrorfaktor. Dazu hat man sehr auf Details geachtet. So wirst du zum Beispiel eine Schlange mit einer Maus füttern. Diese Maus wirst du, kommst du wieder zurück, im Maul der Schlange sehen. Nicht nur die Schlange, wie so etwas sonst üblich ist.

Die ansehnliche Spielzeit von ca. 6 - 6,5 Stunden ergibt sich allerdings zu einem nicht geringen Teil daraus, dass du Geduldpuzzles spielst. Die Puzzles selber sind nicht mal schlecht, es gibt auch mindestens eines, das ganz neu ist. Was die Freude aber schmälert, das ist die Wiederholung. Die Wiederholung. Die Wiederholung. Fünf oder sechsmal wirst du das Puzzle spielen. Ja, der Schwierigkeitsgrad erhöht sich, aber da kommt dann auch bei dem größten Puzzlefreund irgendwann die Frage auf: Hatten die keine Lust, irgendetwas anderes zu machen? Leider ist es auch nicht nur ein Puzzle, das du mehrmals spielst. Andere wiederum sind so einfach, dass sich die Frage stellt, ob die "überspringfunktion" nur zur Zierde eingeblendet wurde.

Wie lange die überspringfunktion und auch der Tipp zum Aufladen benötigen, hängt von der Modus-Wahl zu Beginn des Spieles ab. Drei Modi stehen zur Wahl, im Expertenmodus gibt es keinerlei Hilfen. Aber auch im leichten Modus gibt es kein Glitzern und die Aufladezeit der beiden Hilfen ist lang genug, so dass man alles erst einmal selber versucht. Der Tipp wird dir einen Texthinweis geben, was du wo als nächstes tun kannst. Dabei kann es passieren, dass er dir einen Ort nennt, den du bis dahin noch nicht gefunden hast. In dem Fall wird dir auch die Karte nicht helfen, mit der ein Klick dich von Ort zu Ort bringt und die zumindest anzeigt, ob früher oder später an diesem Ort noch etwas erledigt werden muss.

Außerdem gibt es Blumen zu finden, so ziemlich das Einzige, was in Surface: Lautlos glitzert. Mit diesen Blumen kannst du ein Büro nach deinen Wünschen einrichten. Du hast verschiedene Möbel-, Dekorations- und Spezialelemente zur Auswahl. Wirklich wichtig wird dieses Büro, wenn du die Normalversion spielst. Denn nur wenn du nach dem Ende noch einmal in das Büro gehst, wirst du ein endgültiges Ende der Geschichte erleben. Der eigentliche Spielschluss lässt noch Spielraum. Unschön geregelt ist, dass die Infofläche, die dir verrät, dass du eine Blume gefunden hast, viel zu lange im Bild bleibt, nicht wegzuklicken ist und einfach die Sicht versperrt. Noch unschöner ist allerdings, dass die Infofläche bezüglich gewonnener Auszeichnung ebenso lang stehen bleibt und klickst du aus Versehen dort drauf, du dann bei den Auszeichnungen landest.

Nun mag man sich fragen, warum in einem Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer bisher noch keine Rede von Wimmelbildern war. Der Grund ist einfach - in der Normalversion gibt es 11 Wimmelbildszenen. Alle sind sehr übersichtlich und nichts ist wirklich versteckt. Du kannst im Grunde gar nicht so schnell klicken, wie dir sämtliche Gegenstände deiner Suchliste ins Auge fallen. Such- bzw. Wimmelbildfreunde werden hier nicht wirklich zufrieden gestellt, zumal die Wimmelbilder auch weder zusätzlich versteckte Objekte noch Interaktionen beinhalten.

Die Sammleredition bietet noch etwa 1 - 1,5 Stunden Spielzeit. Sie erzählt zwar dort weiter, wo die Normalversion aufhört, ist aber eine in sich abgeschlossene Geschichte, die nicht auf eine Fortsetzung hinweist.

Surface: Lautlos ist ein Spiel, das durch seine Atmosphäre zum Spielen animiert. Der Erzählstil und was erzählt wird, lässt auch dann den Wunsch aufkommen, wenn man eigentlich keine Lust mehr auf das immer gleiche Puzzle und viel Hin- und Herrennerei hat (auch wenn es über die Karte schneller geht). Der Weg ist das Ziel, aber bei Surface: Lautlos ist es tatsächlich in der Hauptsache der Weg, nicht die Wegbegleitung oder die Umgebung, der dich weiter auf das Ziel zugehen lässt.

Das Spiel hat ohne Zweifel eine lange Spielzeit, ist interessant, unterhält, ist grafisch schön und hat eine ungewöhnliche Atmosphäre, eine Geschichte, die wir so noch nicht erlebt haben. Puzzlefreunde werden ab und an eher genervt sein, Wimmelbildfreunde enttäuscht, Abenteuerfans unterfordert, weil die wirkliche Herausforderung vermutlich nur im Expertenmodus vorhanden ist. Und doch: Surface: Lautlos ist in der Kombination sein Geld wert, vielleicht nicht in der Sammler-Edition, definitiv aber wenn das Spiel zum Normalpreis verkauft wird.

 

 


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