A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Surface: Verdrehte Wirklichkeit


tassentassentassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Elephant Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Surface: Verdrehte Wirklichkeit auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 11.04.2014
Deutsch (Normal): 25.08.2014

Durchaus empfehlenswerter 5. Teil, der leider zu kurz geraten ist
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Während wir an unserem neuen Buch arbeiten, erhalten wir einen verzweifelt klingenden Anruf von unserer Schwester Mary. Ihre Tochter und somit unsere Nichte Jane, wurde im Kino mit dem verheißungsvollen Namen „Deja View“ entführt. Sie befanden sich in einer Vorstellung, bei der Janes totgeglaubter Geliebter, Andrew Light, aus dem Film heraus stieg, sie packte und mit ihr wieder darin verschwand. Mary bittet uns zu kommen, da sie nicht fliehen kann, denn ein großer Tiger, der ebenfalls dem Streifen entflohen ist, bedroht sie…

Gleich zu Beginn werden wir Zeuge einer nostalgischen Kinonacht. Die Details sind harmonisch, die Handlung fesselnd und die Stimmen glaubwürdig. Detailreich, aber nicht überladen, zeigen sich uns Elephant Games grafisch von einer ihrer besten Seiten. Alles ist schon aus der Ferne punktgenau zu erkennen, dazu verabreichten sie ihren Akteuren relativ synchrone Lippenbewegungen und einen gewissen Hollywood-Charme. In ausgiebigen und langen Zwischensequenzen wird uns die Geschichte nach und nach näher gebracht, die glücklicherweise nicht immer geradlinig verläuft und die eine oder andere überraschung parat hält.

Schön ist die Tatsache, dass dieses Spiel ganz ohne überflüssigen Schnickschnack auskommt. Weder müssen wir uns um einen unsinnigen Zoo kümmern, noch übergewichtige Hamster füttern noch einen Hundewelpensalon oder ein Gewächshaus einrichten. Das ist der eindeutige Beweis, dass es immer noch möglich ist, mit wenigen klassischen Elementen einen durchaus vernünftigen Zeitvertreib zu erschaffen. Dazu ist es auch nicht notwendig, die vorangegangenen Teile zu kennen, da dies eine in sich abgeschlossene Geschichte ist.

Für entspanntes Spielen wird uns der Schwierigkeitsgrad „Normal“ empfohlen. Hier glitzern alle wichtigen Bereiche und der Tipp lädt relativ zügig wieder auf. „Fortgeschrittene“ warten etwas länger auf den Hinweis-Button, sie erhalten keine Hinweise zu Gegenständen und ihnen steht auch kein Funkeln zur Verfügung. Im schwersten Modus sind wir auf uns alleine gestellt und können auf keine Hilfsmittel zurückgreifen. Die Stufen sind allerdings über den Menüpunkt „Optionen“ jederzeit änderbar.

Das Tagebuch ist ein Allrounder, in dem sich sowohl die Zwischensequenzen wie auch die Karte befinden. Letztere ist allerdings komplett in die Hose gegangen, da ständig alle Szenen so markiert sind, als ob wir augenblicklich etwas darin tun könnten. Doch weit gefehlt. Sie zeigt uns auch die Orte an, wo wir erst dann Aufgaben erledigen können, wenn wir das passende Equipment dazu haben. Ansonsten sehen wir unseren aktuellen Standort und die Bereiche, die komplett abgeschlossen sind. Weitaus förderlicher ist da schon der Tipp, der uns per Bild die örtlichkeit anzeigt, zu der wir uns als nächstes hinbewegen sollen. Außerdem transportiert er uns, unser Einverständnis vorausgesetzt, flugs dorthin.

Einige der Inventargegenstände sind mit einem Pluszeichen versehen. Das bedeutet, dass eine Vergrößerung möglich ist. Ist dies geschehen können wir entweder etwas hinzufügen oder dem Objekt etwas entnehmen. Eine Variante besteht auch darin, dass wir ein kleines Rätsel lösen müssen, um die Sache z. B. zu öffnen. Bedauerlich ist zugegeben die Tatsache, dass wir immer wieder dieselben Utensilien einzusammeln haben, da das Feuerzeug, das wir gleich zu Beginn erhalten, nach einmaligem Gebrauch verschwindet. Genauso ergeht es uns mit Messern, Schraubenziehern, Hämmern usw. Darüber hinaus kommt noch, dass wir teilweise schweres Geschütz wie einen Laubsauger oder eine Kreissäge auffahren müssen, nur um eine Hand voll Rosenblätter oder ein Brett zu entfernen.

Bei den Wimmelbildern sind die Entwickler ihrem Prinzip aus den vorangegangenen Teilen dieser Reihe treu geblieben. Sie bestehen grundsätzlich nur aus Wortsuchlisten. Um kleine Interaktionen zu lösen, ist es notwendig, manchmal auf Dinge aus dem Inventar zurückzugreifen. Dabei kann es vorkommen, dass sich diese Objekte noch nicht in unserem Besitz befinden und wir zu einem späteren Zeitpunkt dorthin zurückkehren müssen. Alle neun Wimmelbilder werden nur einmal aufgesucht und sind häufig so ins Spiel eingearbeitet, dass vorab eine Arbeit zu erledigen ist um sie freizuschalten.

Absolut gelungen sind die Rätsel im Hauptteil. Viele sind zwar Abwandlungen bekannter Minispiele, aber teilweise mit so viel Raffinesse umgesetzt, dass sie garantiert nicht langweilen. Das liegt mitunter auch daran, dass sie zwar arbeitsintensiv sind, aber unsere Geduld nicht überstrapazieren. Eine überall vorhandene Neustart-Funktion macht das alles zu einer runden Sache. So fahren wir beispielsweise mit zwei Figuren gleichzeitig durch ein Labyrinth, in denen sich aber auch mit jedem Zug zwei Gegner bewegen. Erst wenn wir diese in die Irre geführt haben, gelangen wir ans Ziel. Oder wir müssen wie bei einer Uhr mit zwei Zeigern Symbole zur richtigen Jahreszeit tauschen. Allerdings bewegen sich die Zeiger nur um eine vorgegebene Anzahl an Feldern. Schön ist auch die Schachvariante, bei der wir lediglich im Besitz zweier Springer sind und damit fünf Bauern stoppen müssen, bevor sie auf die andere Seite des Brettes gelangen. Zudem ist noch erwähnenswert, dass sich in den Nahansichten, in denen wir die Rätsel aufrufen, oft schon Gegenstände befinden, die wir vorab benötigen, ohne das Puzzle bereits gespielt zu haben.

Ein großer Minuspunkt ist die Länge des Spiels. Die Geübteren unter uns werden allerspätestens nach ca. 3,5 Stunden zum Ende gelangen auch wenn sie sich alles angesehen und alles selbst gelöst haben. Uns wird zwar ein tolles Finale dargeboten, das tröstet aber wenig über die Kürze hinweg. Das schwache Bonuskapitel  an gleichen Schauplätzen, mit weniger geistreichen Spielen und einer Dauer von ca. 35 Minuten vervollständigt diese Misere. In der Extras der Sammleredition können wir noch 64 Blumen einsammeln, die je nach Farbe eine unterschiedliche Punktezahl einbringen. Mit Hilfe dieser Punkte besteht die Möglichkeit, uns im Geheimraum drei Film-Trailer anzusehen. Dazu gibt’s 22 Auszeichnungen, Wallpapers, Konzeptkunst, Musik  und Bildschirmschoner.

Bei „Surface: Verdrehte Wirklichkeit“ schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Zum einen ist es eine tolle Geschichte, mit stimmigen Rätseln, schönen Schauplätzen und ohne unsinnige Zusatzarbeiten. Zum anderen ist das Spiel definitiv zu kurz, bei den Zwischensequenzen sehr langatmig, was die Nettospielzeit nochmal schmälert, und mit der ein oder anderen überflüssigen Aufgabe ausgestattet. Eine Empfehlung ist die Normalversion auf alle Fälle wert, die Sammlerausgabe dagegen nicht mal bei einem Schnäppchenpreis. Die Probestunde ist perfekt, um sich einen überblick zu verschaffen.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top