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Surface: Projekt Morgenröte


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Herausgeber: BigFish GamesE
Entwickler: Elephant Games

Download (nrmal): : BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 02.04.2018


Unterhaltsam, mangelnde Originalität, Wimmelbilder sehr gemischt, auch in der Qualität, recht viele Minispiele
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Nach einem Unfall landen wir vor den Toren einer Stadt, die sich als verlassen herausstellt, alle Einwohner, die wir noch antreffen, sind längst verblichen. Da wir unsere Tochter nach dem Unfall vermissen, bleiben wir da und versuchen, den Dingen auf den Grund zu gehen.

Mit einem gequälten Seufzer werden viele, der Autor eingeschlossen, das Spiel beginnen: Schon wieder ein Autounfall wie gefühlte hundert male (wenn wir die Kutschenunfälle speziell von ERS mit zählen) und schon wieder muss ein Familienmitglied gerettet werden. Kein erfreulicher Anfang, aber sehen wir, ob es dann wenigstens besser weiter geht.

Und tatsächlich entwickelt sich ein unterhaltsames Spiel, die Geschichte wird flüssig voran getrieben. Sie hält keine Überraschungen bereit, es geht vielmehr recht linear vorwärts. Ein Manko stellt allerdings der Umstand dar, dass erneut erhebliches Hin- und Hergehen verlangt wird, oft in der Form A nach B, ein Objekt holen, zurück nach A, ein Objekt holen usw. Große Wege sind dabei so gut wie nie zurück zu legen. Zweimal haben wir in einer Albtraumwelt zu spielen, eine eigentlich nette Abwechselung, die auch gut gestaltet ist. Nur bleibt hier die Logik außen vor: Reale Gegenstände in einer Traumwelt zu erhalten strapaziert besagte Logik doch erheblich.

Die Grafik ist sehr gut gelungen mit einer kleinen Einschränkung. Alles ist klar gezeichnet mit kleinen eingebetteten Details, die zum Teil animiert sind. Die Einschränkung betrifft einige Wimmelbilder, die so dunkel sind, dass ein Spielen bei hellem Tageslicht schwierig wird.

Bei der Moduswahl können wir auch hier wieder selbst in der variablen Einstellung nicht das überflüssige Einblenden von Aufgaben ablehnen.

Die Wimmelbilder hinterlassen einen gemischten Eindruck. Positiv ist es, dass deutlich variiert wird. Neben klassischen Wortlisten (leider ohne Interaktionen) finden wir solche mit Silhouetten, ebenfalls solche mit Zurück-Einsetzen und ein oder zwei, bei denen die Suchliste zunächst erzeugt werden muss. Zweimal werden Muster gesucht, dies erweist sich als durchaus anspruchsvoll. Überhaupt nicht anspruchsvoll dagegen sind die klassischen Wimmelbilder: Hier ist praktisch nichts versteckt. Ergänzt werden die Wimmelbilder durch gelegentliche Suchbilder im Fenster, also quasi Mini-Wimmelbilder, diese ohne Schwierigkeit. Insgesamt ist festzustellen, dass einige Wimmelbilder durchaus ambitioniert sind, andere anscheinend von uninteressierten Routiniers hin gehauen sind.

Minispiele gibt es reichlich. Sie sind zum Teil lächerlich einfach (einen gefundenen Code abschreiben etwa), zum Teil nur einfach oder mittelschwer. Ein paar anspruchsvollere finden sich aber ebenfalls, dazu zwei recht komplizierte, die sich aber als unproblematisch erweisen. Schwächen treten hier und da bei der Erklärung auf. Eine weiter Schwäche liegt bei zumindest zwei Minispielen in der Maussteuerung: Ein offensichtlich gelöstes Bild wird nicht akzeptiert, bis man noch minimal darum herum pfriemelt.
Alle Minispiele lassen sich überspringen und auch zurück setzen.

Der Abenteuerteil präsentiert sich im wesentlichen als Sammelsurium vielfach erlebter Standardaufgaben. Das unsägliche Ölen kommt selbstverständlich vor und sicherheitshalber muss gleich zweimal ein kaputter Reißverschluss bearbeitet werden. Überhaupt empfiehlt es sich, während des gesamten Spiels den Sinn für Logik zurück zu drängen. Nur ein paar Beispiele: Ein Staubwedel ist zusammen mit einem einzelnen Nagel kunstvoll in einer gesicherten Kiste aufbewahrt, ein Brecheisen mit vier Schlössern gesichert, Benzin wird aus einem Tank nur mit Hilfe eines Schlauches in einen Kanister gefüllt – physikalisch ein Ding der Unmöglichkeit. Gleich zu Anfang erhalten wir ein offenbar kaputtes Funkgerät mit dem Hinweis, wir würden es brauchen. Und nervig ist die ewige Mitteilung nach Finden eines Gegenstandes, den könne ich gut gebrauchen. Dies auch dann, wenn vorläufig noch vollkommen unklar ist, wozu er später verwendet werden kann. Schließlich haben wir auch in diesem Spiel wieder jede Menge Schlüssel und noch deutlich mehr Objekte, die als Schlüssel dienen: einfallslos.

Es handelt sich nun schon um das 12. Spiel der Reihe Surface. Ein paar davon waren ordentliches Mittelmaß, einige sehr schwach. Aber es gab auch schon höchst erfreuliche Exemplare: Surface: Geheimnis einer anderen Welt von 2012, das erste Spiel, Surface: Lautlos (da zweite, ebenfalls 2012), Surface: Die fliegende Stadt (das dritte von 2013). Es fällt schon auf, dass der Start sehr schön gelungen war, es danach aber abfiel.

In der Sammlerausgabe haben wir in jeder Szene Blumen zu suchen, in manchen auch zusätzlich andere Sammelobjekte. Das Finden hinreichend vieler Blumen schaltet weitere Wimmelbilder in den Extras frei. Es können Wimmelbilder und mehrere Minispiele nach gespielt werden, dazu das übliche.

Fazit:
Wir haben hier ein unterhaltsames Spiel gerade eben durchschnittlicher Länge mit Schwächen hinsichtlich Originalität und Logik. Die Wimmelbilder variieren sowohl in der Präsentation als auch im Anspruch. Die recht vielen Minispiele bieten so ziemlich für jeden etwas, auf einige eher lächerliche hätte man besser verzichtet.