Subliminal Realms: Das Meisterwerk


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Boolat Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 31.07.2015
Deutsch (Normal): 03.11.2015

Wundervolles Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer
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Viele beneiden Künstler, weil die ihre Alpträume, die uns ja alle mal quälen, in ihrer Kunst ausdrücken und ihnen so den Schrecken nehmen können. Nicht so Albert. Als er seinen wiederkehrenden Alptraum auf die Leinwand bringt, werden Tochter Iris und Ehefrau Elisabeth von einer bösen Kraft in die von ihm erträumte Welt hineingezogen.

Vier Modi stehen dir zur Verfügung, um deine Spielvorlieben herauszusuchen. Dazu gibt es Helfer: Da wären einmal Pinsel, mit denen Albert gemalte Dinge lebendig werden lässt, nutzbar oder sonst wie vollständig. Und es gibt Smudge, eine Mischung aus höflichem Dackel und ägyptischer Katze mit witzigem Akzent. Er holt Dinge von oben, weil er fliegen kann. Aber er hat auch magische Kräfte, die ihn Schweres aus dem Weg zu räumen oder kann Heißes anfassen. Klickst du etwas an, was er für dich regeln möchte, wird er dich um Erlaubnis bitten. Dazu kommt eine Karte, die dir anzeigt, wo du bist, wo es etwas zu tun gibt und wo du komplett fertig bist; die Karte ist mit der Teleporter-Funktion ausgestattet. Der Tipp ist, wie die Karte, zuverlässig und wird dich bei Bedarf auch per Teleportation zum nächsten Einsatzort bringen.

Grafisch ist sogar die Modusauswahl schön gestaltet und das ganze Spiel kommt mit wunderschönen, farbenfrohen Bildern, die aber niemals bunt und kitschig werden. Fantasievoll, aber wiedererkennbar sind auch die Inventarobjekte, von denen es in gleich zwei Inventaren reichlich gibt. Zwei Inventare benötigst du, weil du dich sowohl in der Realität als auch in gemalten Welten befindest. Denn Bilder, die Albert, bzw. du, beenden, dienen als Portal in eine andere Welt. Und alles was du tust, tust du zu einem Zweck; du willst zum Schloss, in dem deine Tochter und Frau gefangen gehalten werden. Die Inventare sind, anders als bei Zeitreisen, deshalb getrennt, weil du Dinge aus der realen Welt nicht in der Gemalten benutzen kannst und umgekehrt. Aber natürlich kannst du die gefundenen Objekte aus dem Gemalt-Inventar in jeder Bilderwelt nutzen.

Bei den Wimmelbildern - tja, die kann man nicht mit einem Satz beschreiben. Es sind mehrteilige Wortsuchliste mit mehr und weniger aufwändigen Interaktionen, Umrissen, Puzzle-Elementen und einiges mehr. Erst zum Ende hin werden diese weniger und es gibt einige "Finde Paare" - Szenen. Alle sind schön, wirken oftmals fast aufgeräumt, also ohne das obligatorische Chaos. Diese Wimmelbilder werden sicherlich nicht nur die Suchfreunde erfreuen. Schon optisch werden sich auch die daran machen, die sonst lieber bei Wimmelbildern eine (hier nicht vorhandene) Alternative nutzen.

Auch die Puzzles sind vielseitig; bekannt aber oft sehr intelligent umgesetzt. Andere sind auf der etwas einfacheren Seite, doch selbst bei einem erkkärten Puzzle-Freund fällt das vielleicht gar nicht so ins Gewicht, einfach weil sie schön sind. Weil sie meist zu dem passen, wo du bist und was du tust.
Geschichtlich ist Subliminal Realms: Das Meisterwerk schon fast philosophisch. Solitude, ein Ort, der immer wieder genannt wird, heißt übersetzt "Einsamkeit". Es ist bemerkenswert, wie wir, fast unmerklich, immer tiefer reingezogen werden. Überrascht werden. Und am Ende nicht sicher sein können... Ein Ende, das nach einer sehr befriedigenden Spielzeit erfolgt. Und ein Ende, das definitiv befriedigend ist - das voran Gesagte soll nicht implizieren, dass es ein offenes Ende gäbe. Es ist nur... ach, seht doch selbst.

Da wir hier nicht, wie oft üblich, von zwei oder drei Gemälden sprechen, sondern von insgesamt 8 Gemälden plus des Hauses von Albert, gibt es viele Orte und viel zu tun. Dazu kommt etwas, was wir sonst auch sehr wenig sehen: Nach den, Umstände halber, eingeschränkten Anfangsschritten, "weigert" sich Boolat Games in Subliminal Realms: Das Meisterwerk, den Spieler ans Händchen zu nehmen. Der Handlungsfreiraum ist groß, viele Wege führen nach Rom, respektive zum Schloss. Das führt vielleicht das ein oder andere Mal zu einem ziemlich vollen Inventar, gerade im Gemälde-Inventar; aber auch im Realen. Je nachdem was wann wo gemacht wird. Hier kann der Spieler wirklich "auf eigene Faust" entdecken. Erst ziemlich zum Ende hin wird es wieder restriktiver; natürlich, denn irgendwann ist Rom nunmal erreicht.

Wer die Sammleredition spielt, wird insgesamt 30 Dias finden können. In den Extras gibt es die Galerie, dort hat man die Möglichkeit, aus je fünf dieser Dias ein Gemälde zu erstellen. Anschließend werden sie im Raum mit den Auszeichnungen ausgestellt. Die Puzzles können alle noch einmal gespielt werden, sie befinden sich im Bereich "Media" - etwas unglücklich gewählt, der Platz, wer dort nicht reinschaut, gewinnt den Eindruck, zum Nachspielen gäbe es nichts. Neben den Minispielen gibt es im bereich Media noch Konzeptkunst, Poster, Videos und Musik. Es liegt an der Geschichte und ihrem Ende, dass man nicht genau sagen kann, ob das Bonusspiel nun vor oder nach den Ereignissen des Hauptspiels stattfindet. Qualitativ entspricht es völlig dem Hauptspiel und auch hier bleibt es letztendlich am Ende uns selbst überlassen....

Schon in Timeless: Das vergessene Schloss hat Boolat Games gezeigt, was sie können. Von dort kommt auch das Thema "wahrgewordene Alpträume", doch hier wurde es noch besser, noch kreativer, noch schöner umgesetzt. Ein gut funktionierender Tipp und eine ansprechende, hilfreiche Karte sind hier vorhanden. Boolat Games scheint ein Entwickler zu sein, der lernfähig ist. Denn bisher wurden sie von Spiel zu Spiel besser. Spielerisch ist auch die Sammleredition empfehlenswert, bietet aber trotzdem keinen reellen Gegenwert. Subliminal Realms: Das Meisterwerk aber ist als Normalversion ein Spiel, dass bis auf Kleinigkeiten ein echtes Spielerlebnis bietet. Albert, seine Gemälde, seine Suche und seine Geschichte bleiben im Gedächtnis. Was mehr kann man von einem Spiel verlangen?