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Nachlese
Stray Souls: Dollhouse Story


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Herausgeber: Alawar
Entwickler: Friday Games

Collector Edition:
Dowlnload: Deutschland-Spielt
Download: Alawar.com (Entwicklerseite)
Normalversion
Download: Alawar.de (Entwicklerseite)
Download: Deutschland-Spielt
Download: Purple Hills

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Autor: Sonja R.
10.02.2011

Frisch verheiratet sitzen Danielle und Samuel Hunt gemütlich auf ihrem Sofa, während draussen ein Unwetter tobt. Die Idylle wird aber schnell zerstört, als es an der Tür klopft. Sam geht hin um nachzusehen, kommt aber nicht zurück. Als Danielle nach ihm sucht, findet sie nur eine Holzkiste vor und von Sam keine Spur. Was bleibt ihr anderes übrig, als die Holzkiste mit hinein zu nehmen und nachzusehen, was darin ist?

Sie findet ein Puppe, die offensichtlich mal von jemandem gestrickt wurde und zwei Knöpfe als Augen hat. Und damit nicht genug, die Puppe lebt und bietet ihre Hilfe an, Sam zu finden (warum eigentlich? Sein ewiger Dackelblick hat mich ohnehin gestört). Auf der Suche nach Hinweisen, wo und wie er seine Kindheit verbracht hat, stösst sie auf dunkle Geheimnisse.

Insgesamt hat dieses Spiel eine sehr düstere Atmosphäre und das nicht nur wegen des Gewitters zu Beginn. Du wirst darin gefangen und es geht teilweise recht intensiv weiter, es erwartet dich eine Art subtiler Horror. Zunächst aber hast du diese Kiste und gleich zu Beginn wird klar, wie sich das Spiel zusammensetzt.

Du brauchst etwas, um die Kiste zu öffnen, das nicht unbedingt einfach so herumliegt. Dafür benötigst du einen Inventargegenstand, welche du zwar manchmal auch so findest, meistens aber aus Wimmelbildern bekommst. Die Wimmelbilder wiederum sind nicht immer auf den ersten Blick vorhanden, sondern müssen oft durch bestimmte Aktionen ausgelöst werden - so zum Beispiel durch ein Gespräch mit einer Person, die du triffst. Die meisten Suchszenen wirst du nur ein Mal zu Gesicht bekommen, obwohl sie zahlreich vertreten sind.

Wenn sie dann da sind, sind sie nicht zu übersehen und werden dir Spass machen. Die Grafik ist hier so gut wie im gesamten Spiel, wenn sie auch bei kleinen Objekten manchmal etwas verwaschen wirkt. Die Suchlisten ansich sind nicht so einfach abzuarbeiten. Das liegt zum Einen daran, dass sie recht überfüllt sind, zum Anderen weil die Objekte trotzdem gut in ihre Umgebung eingepasst sind. Ein Keller ist hier tatsächlich ein Keller mit allem, was man so aus dem Weg haben und nicht wegschmeissen möchte. Oder die Unterseite des Bettes fand ich auch recht originell. Es wirkt trotz allem Chaos natürlich, dass sie da liegen.

Am Ende gehen dann ein oder auch zwei Objekte in dein Inventar. Du musst sie bis zum bitteren Ende durchspielen, denn einmal angeklickt, kannst du sie nicht mehr verlassen. Sollte dir also währenddessen etwas einfallen, dass du im Spiel erledigen willst, muss das warten. Auch wirst du bei einem vielleicht erneuten Durchspielen keine Überraschungen erleben, die Suchlisten nicht nicht zufällig. Umso trauriger ist es, dass du teilweise dieselben Objekte auf der Liste hast, bekommst du die Szene ein zweites Mal im Spiel.

Zur Hilfe hast du den Tipp, der je nach Spielmodus auf normal eine Minuten zum Aufladen braucht, im Expertenmodus zwei Minuten. Auch sind im schwereren Modus die interaktiven Stellen nicht gekennzeichnet, so dass du auf deine Gründlichkeit angewiesen bist. Im Spiel selbst zeigt er dir die Richtung an, in die du gehen sollst oder wo du noch etwas erledigen kannst. Dieser Tipp besteht aus der Puppe, die in der Kiste war. Hat sie dir geholfen, verschwindet sie und klettert zum Ende der Aufladung wieder an ihren Platz zurück. Sie wirkt nicht besonders anheimelnd, aber das hätte auch nicht zum Spiel gepasst. Trotzdem tat sie mir am Ende leid, als sie...naja. Brauchst du sie länger nicht, kratzt sie sich am Kopf. Sie ist schon etwas älter, vielleicht sind da Motten am Werk.

Ja, du bist auf Schusters Rappen unterwegs, hast aber nie allzu lange Wege. Als Orientierung kannst du die Karte benutzen, die neben wichtigen Notizen im Tagebuch zu finden ist. Sie zeigt dir nicht nur, wo du gerade bist, sondern auch, wo du jetzt gerade noch etwas erledigen kannst. Zusätzlich sind im ganzen Spiel Objekte versteckt, die sich verändern. 36 Stück sind zu finden und du solltest die Augen überall offen halten, wenn du keins verpassen möchtest. Das kann ein Vogelnest sein oder eine Eule, die ein Eichhörnchen wird und zurück.

Zu diesem "noch erledigen müssen" gehören einige wenige Minispiele. Du öffnest damit meistens Türen und sie sind sehr phantasievoll gemacht. Was du darunter nicht vorfinden wirst, sind die üblichen Vertreter dieses Genres wie Puzzles, Schieberätsel und dergleichen. Hier hat man sich jedes Mal etwas Besonderes ausgedacht, um den Spieler zu fordern. Die meisten von ihnen sind auch für ungeübte Spieler geeignet, ein Überspringen ist nach Aufladezeit möglich.

Mit dem Einsammeln und hin- und herschleppen von Inventarobjekten ist es aber nicht getan. Als Danielle in dem Ort ankommt, in dem Sam aufgewachsen ist und jetzt sein soll, trifft sie auf einen Jungen namens Jimmy. Er möchte sein Puppenhaus repariert haben und das hat seinen Grund. Dieses Puppenhaus schenkt er Danielle anschliessend und mit jeder Puppe, die sie im Spielverlauf findet, erfährt sie mehr darüber, was damals passiert ist. Aber nicht nur das, auch gibt es jedes Mal ein Inventarobjekt.

Anfangs habe ich die Atmosphäre beschrieben, die in diesem Spiel herrscht, unterstrichen von der Musik. Allerdings wiederholt die sich nach kurzer Zeit immer wieder und das geht dann ein wenig auf die Nerven. Aber aufgrund der Aufmachung des Spiels bin ich der Meinung, dass auf jeden Fall von Entwickler und Herausgeber eine Warnung angebracht ist, dass dieses Spiel für Kinder absolut nicht geeignet ist. Es gibt Zwischensequenzen, die sogar einen etwas sensiblen Erwachsenen erschrecken können und Bilder, wie zum Beispiel von einem toten Ferkel ohne Auge und Pfote, die nicht schön anzusehen sind. Jetzt könnte man sagen, Kinder können das Spiel eben nicht spielen. Ja, aber das sagt ihnen niemand und in einem Spiel erwartet man manche Dinge wie hier nicht unbedingt.

Weiterhin ist das Spiel für Spinnenphobiker nicht spielbar. Die meisten kommen wohl mit den kleinen Krabbeltierchen in den Suchbildern zurecht, aber nicht mit dem, was etwa in der Hälfte des Spiels lauert. Da man auch unmittelbar darauf stösst, wird manch einer die Computermaus von sich schleudern und das nenne ich Ignoranz gegenüber Menschen, die ohnehin damit zu kämpfen haben.

WIR BIETEN AN: An dieser einen Stelle im Spiel musst du mit einer riesigen, sehr lebensecht gestalteten Spinne agieren. Für alle, die diese Stelle nicht spielen möchten, bieten wir eine Safedatei mit genauer Erklärung an, die dieses kleine Stück überspringt. Man spielt dann eine Wimmelbildszene und die betreffende Aktion weniger, hat aber ansonsten keine Nachteile. Bei Interesse schreibt bitte eine Mail an info@gamesetter.com - Wir schicken euch die entsprechende Datei und eine Anleitung dann umgehend zu.

Es hätte ein 5-Tassen-Spiel werden können, wenn es die letzten beiden Punkte nicht gäbe und die Schwäche, dass der Klick-Radius in den Wimmelbildern teilweise etwas zu gross geraten ist. Manchmal sammelt man Objekte ein, bei denen man einen Zentimeter daneben geklickt hat. Auch ist die Spieldauer im unteren Bereich, nach spätestens 3 Stunden ist der Spass vorbei - zumindest im Hauptspiel. Dafür gibt es in der Collector's Edition noch einmal 45 Minuten oben drauf. Ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass man die Wimmelbilder und die Suchlisten teilweise schon kennt. Leider hat sich niemand die Mühe gemacht, völlig andere Objekte auf die Listen zu setzen.

Die Geschichte mit einer etwas überraschenden Erklärung der Geschehnisse am Ende, die immer logischen Spielhandlungen, die Grafik haben es zu einem guten Spiel gemacht. Es hat ohne Zweifel Atmosphäre. Aber wenn man etwas Dunkles, Geheimnisvolles und Böses erschaffen will, geht das auch, ohne derart über das Ziel hinaus zu schiessen und bestimmte Gruppen von Spielern auszuschliessen.


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