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Strange Cases: Das Geheimnis von Grey Mist Lake


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Sulus Games

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 05.02.2012


Auf der Fahrt zu den Eltern deines Freundes, Sam, geratet ihr in einen unheimlichen Nebel. Kaum erzählt dir Sam von der Legende um das Städtchen Grey Mist Lake, steht plötzlich ein Kind mitten auf der Straße. Bei dem Versuch ihr auszuweichen, kommt es Unfall, als du wach bist, ist zwar Sam verschwunden, kurz darauf erfährst du von einem Geist, dass er dir weiterhelfen wird, wenn du ihm zunächst hilfst.

Schon bald findest du Sam, immer und immer wieder, aber er entzieht sich dir, bzw. wird dir entzogen. Zudem erfährst du, dass sowohl Sam als auch du in Grey Mist Lake gefangen bleibt, könnt ihr nicht bis Monduntergang aus der Stadt verschwinden. Die Zeit drängt also und diese verbringst du damit, Geistern dieser Stadt zu helfen, damit ihre Seelen Ruhe finden können.

Jedes Wimmelbild beginnt damit, dass du eine Tarotkarte finden musst, die deine Wortliste enthält. Manchmal liegt sie einfach nur so da, manchmal wirst du interaktiv werden müssen um sie zu finden. Einige Wimmelbilder wirst du zwei bis dreimal spielen müssen, immer mit ca. 30-50% gleicher Objekte auf der Liste. Ansonsten sind sie relativ übersichtlich, die Suche ist nicht schwierig, solange man das Objekt erkennen kann, das gesucht werden soll. In der Übersetzung ist die Objektbeschreibung zwar altmodisch, aber korrekt. Es liegt an den Grafilen selber, die stellenweise etwas verschwommen wirken.

Der sich langsam aufladende Hinweis (eine Modus-Wahl gibt es nicht) ist in den Wimmelbildszenen hilfreich, sofern du ihn nicht für die Interaktion benötigst. Da hier manchmal auch ein Inventarobjekt benötigt wird, bist du völlig aufgeschmissen, wenn du nicht weißt, was du benutzen sollst, der Tipp wird immer nur auf das eine Objekt in der Szene zeigen. Ganz gleich, ob nur das Inventar benutzt werden muss oder sich der zweite Gegenstand in der Szene befindet. Außerhalb gehört er zu den unnützen Tipps, die dir anzeigen, ob es in der jeweiligen Szene etwas zu tun gibt oder dich sonst in eine Richtung verweisen. Bei Ersterem wird er dir Puzzle und Rätsel zeigen, auch wenn du diese du noch nicht lösen kannst. Richtungsangaben (und manchmal einfach nur: Hier gibt es nichts mehr zu tun, ohne Richtungsangabe) werden als vollwertiger Tipp gewertet, die Aufladezeit beginnt von neuem. Dabei zeigt er nicht unbedingt die Richtung an, in die du logischer Weise jetzt gehen müsstest, sondern offensichtlich nur die zum nächsten Puzzle - gleichgültig ob du dieses schon lösen kannst oder nicht.)

Es gibt zwei Arten von Puzzle - Kindergarten-Niveau und völlige Verwirrung. Zwar gibt es Erklärungen, die sind aber nicht zwangsläufig immer ausreichend. Rätsel sind nicht zwangsläufig von Logik geprägt: Du musst eine sichtlich rostige Schere dazu benutzen, um ein einfaches Stück von der Wand zu reissen - vermutlich ist das ausführende Händchen zu schwach - die gleiche Schere wird aber auch dafür sorgen, dass du eine dicken Dornenbusch beschneiden kannst. Ansonsten gibt es dort nichts, was nicht schon in hunderten von Spielen gemacht wurde und nichts, was besonders kreativ eingearbeitet worden ist.

Jede Nahansicht kann nur durch einen Klick auf die "Schließen" Schaltfläche geschlossen werden, das Nervigste allerding ist das Inventar, dass du mittels Klick auf eine Aktentasche öffen und auch schließen musst. Bringst du ohne dies die Maus zu weit nach unten verlässt du die Szene gern auch mal versehentlich. Die Dialoge und Texte haben die Lebendigkeit einer Staubfluse. Goethe und Schiller wären stolz auf den Übersetzer. Und streckenweise sind sie auch an Dümmlichkeit kaum zu überbieten: Zum einen ist, auch für Erstspieler, von Beginn an bekannt, dass Claire übernatürliche Fähigkeiten hat, ihr dauerndes Erstaunen und Vermuten von Halluzinationen also unglaubwürdig. Und eine Hexe aufzufordern: "Stopp, ich bin vom FBI", das hätte nur dann Humor, wenn auch nur irgendetwas anderes in diesem Spiel Humor zeigen würde.

Einzig die Länge spricht tatsächlich als echter Pluspunkt für das Spiel. 4-5 Stunden wird es mindestens dauern, allerdings ist ein Teil der Zeit den Videoszenen, Dialogen und den Wartezeiten, bis eine Karte mit deiner neuen Aufgabe aus dem Nichts in dein Inventar geflogen kommt, geschuldet. Die Karten selber, in Teil 1 und 2 der Serie noch Sinn gemacht haben, dienen hier nur der Spielzeitverlängerung. Ebenso wie endloses Hin- und Herlaufen, natürlich ohne Karte. In der Sammleredition erhältst du noch ca. 45-60 Minuten Spielzeit hinzu.

Strange Cases: Das Geheimnis von Grey Mist Lake ist der offensichtliche Versuch, von Sulus Games, eine Serie fortzusetzen, die nicht mehr wirklich lebt. Während die beiden ersten Teile durchaus Spannung hatten, innovativ und kreativ waren - hier hat man eine Geschichte, die in Spielen schon in zahlreichen genutzt hat, mit den gerade eben notwendigsten Elementen des Originalspieles versehen und versagt.

Es ist von der Länge her ganz sicher zumindest das Ansehen wert, es bietet viele Wimmelbilder und wer keinen Wert auf Puzzle legt, der ist mit diesem Spiel auf jeden Fall durchschnittlich gut bedient. Ansonsten klammert es sich gerade so eben an der Außenseite des Durchschnitts fest. Kein Fehlkauf, aber eben auch nichts, was man als Hit bezeichnen würde. Bleibt zu hoffen, dass Teil 3 nun das Ende ist. Es ist zu befürchten, dass die Kuh weiter gemolken werden soll.


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