A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z | 0-9
links to Forum/Spenden/Facebook Spenden forum facebook

  • Nachlese
  • Tips&Tricks
  • Lösung
  • Direkt download


Spirits of Mystery: Der Silberne Pfeil

tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Wenn Du Spirits of Mystery: Der Silberne Pfeil auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: Elke M.
Datum: 15.12.2013
Deutsch (Normal): 21.03.2014

Das Grauen hat einen neuen Namen, nämlich Lingbeast Romas
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Prinz Philip vom Perlen-Königreich ist dabei, eine langehegte Tradition zu erfüllen. Er schießt, auf einem Berg stehend, einen magischen Pfeil ab, der seine zukünftige Braut finden soll. Uns, einer Prinzessin, erscheint das unfair, da wir gegenseitig schon lange eine tiefe Zuneigung für einander  empfinden. Doch glücklicherweise ist auch der Pfeil darüber informiert und landet just zu unseren Füßen. Damit die Geschichte jetzt aber noch nicht vorbei ist, erscheint genau im falschen Moment ein Rabe, der sich in den geldgierigen Zauberer Basil verwandelt, um den Pfeil für seinen Auftraggeber zu stehlen. Und war er noch als Rabe herbei geflattert, verlässt er uns in Gestalt eines bösen, schwarzen Panthers, im Gepäck besagten silbernen Pfeil.

Eine Erzählung wie aus einem Märchen, die auch optisch genauso ausgestaltet worden ist. Bunte Farben, viel Dekoration und dazu eine Unmenge an Bildern, die uns aus anderen ERS-Spielen irgendwie bekannt vorkommen. Die Mitwirkenden sind mäßig animiert, was aber auf den ersten Blick gar nicht so störend ist, denn die furchtbaren Stimmen, die Menschen und Tieren verliehen worden sind, lenken ungeheuer davon ab. Glücklicherweise können wir diese abstellen und vorzugsweise mitlesen, dazu noch das Tempo bestimmen, indem wir schneller oder langsamer weiterklicken.

Allerdings dauert es gar nicht lange, bis der erste, mit Sicherheit ungewollte, Lacher uns übermannt.
Eine halbverdurstete Taube setzt sich auf den Fenstersims, um uns eine riesige Schriftrolle zu überreichen. Und während sich Prinzessin Maja, Prinzessin Claudia und Prinzessin Elke noch freuen, in Sekundenschnelle in den Adelsstand erhoben worden zu sein, möchte man gerne Mäuschen sein, um zu sehen, wie Prinzessin Andreas, Prinzessin Herby und Prinzessin Uwe empört die Augenbrauen hochziehen, in ihrem Männerzimmer die Zigarre und den Cognac beiseitelegen, nur um dann den an sie gerichteten Brief mit verwunderter Miene zu lesen. Vermutlich kam es den Entwicklern nicht in den Sinn, dass „Spirit of Mystery: Der Silberne Pfeil“ auch von männlichen Wimmelbild-Begeisterten gespielt werden könnte? Wie sonst können wir uns erklären, dass vor jeden Namen, den wir zu Spielbeginn eintragen, lapidar das Wort „Prinzessin“ gesetzt wird?

Nach dem, zu mindestens für einige, ersten Schreck, schockiert uns dann auch nicht mehr das Lingbeast namens Romas, das fortan als Dolmetscher aller Sprachen, also auch von Tiersprachen, in unserem Blickfeld positioniert wird. Optisch vergleichbar mit einem explodierten Wollknäuel mit Knopfaugen, wackelt es aufgeregt fiepend hin und her, wenn es zum Einsatz kommen möchte. Dabei ist die Synchron-Stimme so nerv tötend ausgesucht, dass man am liebsten das erste Stück Stoff in Streifen schneiden möchte, um einen Knebel daraus zu basteln. Spätestens dann, als uns ein Smalltalk mit Termiten und Käfern zugemutet wird.

Doch nun zu den Fakten.
Wir können aus drei Schwierigkeitsstufen wählen. Wie üblich lädt sich der Tipp im normalen Modus schnell wieder auf und aktive Bereiche glitzern. Fortgeschrittenen werden die glitzernden Szenen erspart und sie müssen länger auf den Hinweisgeber warten. Im dritten Modus, der sich „mutige Prinzessin“ nennt (ab da hätten wir das mit dem Spielernamen vermutlich erahnen können), dauert es sehr lange, bis Tipp und Skip wieder zur Verfügung stehen, zudem werden keine Hinweise zu Objekten eingeblendet. Allerdings ist unsere Entscheidung jederzeit über die Optionen rückgängig zu machen.

Zusätzlich haben wir von Beginn an eine Karte zur Verfügung, bei der gewiss nur die Transportfunktion Sinn macht. Ansonsten zeigt sie stur alle Bereiche an, in denen jetzt, später oder auch sehr viel später noch etwas zu tun ist. Zur Abwechslung sieht man aber auf ihr hin und wieder Ausrufezeichen an Orten, an denen dann doch keine Arbeiten mehr zu verrichten sind. Das erfahren wir aber nur, wenn wir nach unendlichem Suchen noch zusätzlich den Tipp bemühen.

Ein kleiner Pokal, der links vom Wort „Inventar“ platziert wurde, führt uns direkt zu den 10 Auszeichnungen, die in der Sammleredition erhältlich sind. Dazu gibt es ein Tagebuch, das die Geschichte mitschreibt und in das Rezepte eingetragen werden, einen zusätzlichen Reiter gibt es darin für die aktuellen Aufgaben.

Ein kleiner Trost sind bei diesem Spiel die Wimmelbilder. Wortlisten suchen wir vergebens. Dafür kommen alle anderen Arten von Wimmelbildern vor. Wir haben einige Umriss-Suchen, dann gleiche Paare finden, die von oben nach unten abgetragen werden müssen, Gegenstände, die in das Bild eingefügt werden sollen und die Variante, dass wir zuerst Objekte nach Umrissen suchen, um sie dann sofort wieder an anderen Gegenständen zu verwenden. Im Bonuskapitel gibt es zwei Wimmelbilder, bei denen wir Raupen und Käfer aus ihren Blumenverstecken heraus flöten müssen, nette Idee. Alle Wimmelbilder werden zweimal gespielt, aber doch immer in einer abwechselnden Version, so dass keine Langeweile aufkommt. Nach jedem erfolgreich abgeschlossenen Wimmelbild erhalten wir ein Objekt für unser Inventar.

Enttäuschend sind dagegen mal wieder die Minispiele, obwohl einige wenige von ihnen uns die Wahl überlassen, ob man die leichte oder schwere Fassung davon spielen möchte. Wir vertauschen oder drehen Bildfragmente, müssen Scheiben auf den richtigen Platz schieben, und das mehrmals, eine Delphinstatue zusammensetzen und farbige Kugeln der Reihe nach abschießen. Alles graphisch sehr schön aufgeplustert, inhaltlich allerdings ohne große Anstrengung zu bewältigen. Bei einem Spiel, bei dem uns drei Schnecken zur Verfügung stehen, um ein Aquarium zu reinigen, braucht man eine Schnecke überhaupt nicht, obwohl es im Handbuch als viel „schwierigere“ Lösung mit allen drei Tieren dargestellt wird (Bonuskapitel).

Und leider hat es ERS immer noch nicht geschafft, dass immer wiederkehrende Werkszeuge endlich  in unserem Inventar verbleiben. Zwar bekommen wir gelegentlich putzige Tierchen, die als Säge, Hammer oder Meißel fungieren, sie verschwinden aber nach dem ersten Gebrauch wieder. Und so sammeln wir nicht nur einmal ein Feuer oder eine Zange oder andere wichtige Utensilien ein, um unser Weiterkommen voran zu treiben.

Aber trotz Lachsalven, Deja-Vu-Gefühlen, unnötigem Suchen und Schwierigkeiten mit der Karte, werden geübte Spieler, die sich nicht so viel aus Landschaften machen, nach ca. 3,5 bis 4 Stunden den Hauptteil beenden. Das Ende ist spartanisch, kurz und schmerzlos. Allerdings wurde die anfänglich noch märchenhaft wirkende Geschichte wieder mal mit einer öden Hintergrundstory bestückt, die uns alle Nase lang über den Weg läuft.

Das Bonuskapitel spielt 6 Monate später und beginnt bei der Meereshexe, die uns zu sich zitiert. In den Extras werden uns neben den bereits erwähnten Auszeichnungen noch Perlen geboten, die wir einzusammeln haben. Anschließend verwandeln sie sich in Bares, mit dem wir einen Turm hübsch dekorieren können. Warum? Keine Ahnung, mit der Handlung hat es auf jeden Fall absolut nichts zu tun. Nebenbei gibt’s noch Wallpapers, Screensaver und dazu alle Wimmelbilder und Rätsel zum nachspielen.

„Spirits of Mystery: Der Silberne Pfeil“ ist ein unfreiwillig komisches Spiel geworden. Gnadenlos packt ERS wieder den ganzen, schon zig Mal verwerteten Kram in ein Spiel, verpasst ihm einen etablierten, interessanten Namen und verkauft das Ganze für teures Geld an die treue Kundschaft. Wer keinen Wert auf eine einigermaßen solide Geschichte legt, wen Rätsel wenig interessieren und wer lediglich ein Faible für bunte Phantasiewelten hat, der könnte es mal mit dem Probe-Download versuchen, aber da bitte nur die Normalversion.

Für anspruchsvolle Spieler aber, die das Gesamtpaket wollen, ist dies der absolute Tiefpunkt einer einst tollen Reihe, mit hohem Potential sich in die Liste der Kandidaten für das schlechteste Spiel des Jahres einzureihen. Hoffentlich ist der Vierte auch der letzte Teil, dem man noch zum Abschied zurufen möchte „Der Letzte macht das Licht aus“ und zwar endgültig.


Copyright © 2008- 2017 Gamesetter.com

Go to top