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Spirits of Mystery: Das Fünfte Königreich


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: ERS

Download (Sammler): BigFish Games.de
Download (normal): BigFish Games.com

Autor: Andreas
Datum: 24.04.2017


Kurzes Wimmelbild-Abenteuer mit wenig Anspruch, dafür vielen Emblemen
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In der nunmehr schon siebten Folge der Serie Spirits of Mystery haben wir als Prinzessin gegen den sattsam bekannten Magier Isa (ohne schwarzen Panther diesmal) anzutreten, der den König eines fünften Königreichs wieder auferstehen lassen will und dazu Prinzen und Prinzessinnen der alteingesessenen vier Reiche zu missbrauchen gedenkt.

Während die ersten drei (Dunkler Fluch, Der dunkle Minotaurus und Der Gesang des Phönix) teilweise sehr ansprechend waren, gab es einen herben Qualitätseinbruch, der sechste Teil (Das Familiengeheimnis) gab dann wieder Anlass zu Hoffnung.
Ohne vorgreifen zu wollen: diese Hoffnung hat sich bis auf weiteres erledigt. Schauen wir, warum:

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist weitgehend frei konfigurierbar.

Bild und Ton (voice over) sind akzeptabel.

An Hilfen steht eine gut gemachte Karte zur Verfügung, die eine Transportfunktion zur Verfügung stellt und Orte mit verfügbaren Aktionen markiert (sofern der Modus das zulässt).
Der Tipp arbeitet zuverlässig.

Die Wimmelbilder sind meist leicht und enthalten selten mehr als Standard-Interaktionen. Einige sind so dunkel gehalten, dass zumindest beim Spielen im hellen Zimmer Probleme beim Finden auftreten.

Die Minispiele stellen einen von zwei erheblichen Schwachpunkten des Spiels dar: Ihr Schwierigkeitsgrad reicht mit sehr wenigen Ausnahmen nur von Vorschulniveau bis sehr einfach, Schonzeit für graue Zellen. Zwei davon können entspannt und als "Experte" angegangen werden, eine Neustartfunktion gibt es nicht durchgängig. Nicht besser wird es dadurch, dass auch noch Wiederholungen auftreten.

Der Abenteuerteil glänzt durch komplette Abwesenheit von Inspiration. Eine nur als unverschämt zu bezeichnende Anzahl von Suchbildern, in denen eine Anzahl identischer Gegenstände zu "suchen" ist, tötet jeden Spielspaß, dazu kommt eine dito unendliche Folge von Einsätzen eines magischen Spiegels, mit dem in der betreffenden Szene stets dieselben Monde zu finden sind. Kombiniert mit dem sattsam bekannten Schwachsinn, Rost mit Öl zu beseitigen (selbstverständlich sicherheitshalber mehrmals) und jeder Menge von irgendwo einzusetzenden Emblemen bleibt nur Gähnen. Ob die Entwickler je Werkzeuge verwendet haben, darf nebenbei bemerkt bezweifelt werden. Eine Säge ist nicht unbrauchbar, wenn sie Rost angesetzt hat. Und ist sie außerdem stumpf, hilft Öl noch weniger als gegen den Rost an sich.
Auch hier haben wir fast identische Aufgabe mehrfach zu erledigen. Und natürlich fehlen auch weder die gehäuft auftretenden kaputten Gegenstände nicht, die aus Gründen der Zeitschinderei erst zusammen gesetzt werden müssen. Ebenso wenig fehlen die komplett schwachsinnigen Fundorte für alles mögliche Material.

Die Geschichte selbst ist im großen und ganzen recht ordentlich erzählt. Allerdings haben wir zum wer-weiß-wie-vielten Mal die Situation zu verkraften, dass wir gefangen werden und wie selbstverständlich in unmittelbarer Nähe alles finden, was uns zur Befreiung verhilft.

Das Ende kommt (wahlweise gnädigerweise oder dreist) schnell und lässt die schlimme Befürchtung zurück, dass eine weitere Fortsetzung droht.

Wer den Fehler begeht, die Sammlerausgabe zu kaufen, findet im wesentlichen folgendes. Es gibt einen Zusatz, der die Geschichte einen kleinen Schritt weiter erzählt, ohne Belang und nur in einer einzigen Szene. Dazu gibt es ein Bonuskapitel mit denselben Schwächen wie sie das Hauptspiel schon zeigte. Sammelobjekte sind vielfältig vertreten, wenn auch nicht eben versteckt: Kronen, Porträts und Katzenstatuen, dazu weitere Monde der immer selben Art in Wimmelbildern, jedoch keine Chamäleonobjekte. Minispiele und Wimmelbilder können nach gespielt werden.

Fazit
Wir haben ein zu kurzes Spiel ohne jeden Anspruch, das sich problemlos vor sich hin spielen lässt. Wen das nicht stört, wird gut bedient. Originalität oder Einfallsreichtum sollte man woanders suchen, hier wird man beides nicht finden.