Spirits of Mystery: Ketten des Versprechens


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Download (Sammler): ERS

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): Bigfish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 09.10.2015
Deutsch (Normal): 13.11.2015


Durchschnitt wird immer wieder überschätzt
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Was wird ein Vater tun, um Heilung für seine Tochter zu finden? Was der Vater deiner Freundin Adele, Prinzessin im Königreich des Schwarzen Einhorns getan hat, findest du heraus, als du zu ihrer Hochzeit eingeladen wirst. Kaum dort angekommen, scheint der Bräutigam nicht erfreut über deinen Anblick zu sein, bedroht die Braut und schnell wird klar: Hier handelt es sich um eine arrangierte Ehe, die den Tod des Königs zur Folge haben soll. Isa und sein schwarzer Panther sind wieder in böser Mission unterwegs.

Als Helfer hat du einen magischen Spiegel, der mit Hilfe von Gargoyle-Symbolen Verstecktes sichtbar macht. Anfänglich wird dieses Helferchen noch genutzt, verliert aber im Laufe des Spieles an Bedeutung und ist dann auch nur noch Dekoration im Spielbild. Eine Karte mit (wenn gewünscht) verschiedenen Hilfsfunktionen und Teleporter-Qualitäten, sowie vier verschiedene Schwierigkeitsmodi erlauben individuelle Einstellungen und Hilfemöglichkeiten innerhalb des Spiels.

Wieder einmal erstaunt der Werbetext des Spieles (der in der Regel von den Entwicklern zur Verfügung gestellt wird). So wird bei Spirits of Mystery: Chains of Promise suggeriert, es gäbe ein Teamplay mit Freundin Adele. Doch dem ist nicht einen einzigen Augenblick so. Zwar reicht dir Adele einige wenige Male ein hilfreiches Objekt, doch das war es dann auch schon. Im Gegenteil, die Motivation der Protagonistin ist es, Adele wieder zu den Lebenden zu befördern. Was die Teamarbeit schon aus aus biologischen Gründen arg einschränkt.

Die 19 Wimmelbilder (+ 6 in der Sammleredition) sind in der Hauptsache Wortsuchlisten mit mehr oder weniger Interaktionen, doch man findet auch Umriss-Suchen und Worträtsel. Es gibt ein bisschen Chaos in den Suchszenen, aber nicht allzu viel. Es ist angenehm, Suchvariationen zu haben, doch wenn dies der Grund sein sollte, dass dafür im Rest des Spieles auf Niveau, spielerische Vielfalt und Kreativität verzichtet wird (oder aus Budget-/Zeitgründen darauf verzichtet werden muss), dann wäre es besser, auf die Varianten zu verzichten und Geld und Zeit in das Spiel zu investieren.

Schade ist wahrlich, dass es nur 9 Puzzle (1(!) davon mit Schwierigkeitsgrad-Wahl) sind, die sich in Spirits of Mystery: Chains of Promise (+3 in der Sammleredition) finden, denn vier davon sind vielleicht nicht unbedingt neu, aber doch sehr gut gemacht, ein wenig kniffelig, doch auch für Anfänger nicht frustierend. Die anderen allerdings sind einfach und nur dazu gedacht, überhaupt noch Puzzles einzubringen.

ERS zeigt uns zum gefühlt eintausendesten Male, was sie scheinbar am besten können. Ein Spiel zu machen, das sich durch nichts von anderen unterscheidet. Spirits of Mystery: Chains of Promise ist ohne Überraschungen, ohne Neues, ohne irgendetwas, was es von den Serien-Vorgängern oder 99% der Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer unterscheidet. Geschichtlich gesehen ist es richtig schlecht; die Zusammenhänge wer was warum macht und was wieso passiert, fehlen oft völlig. Viele Aktionen ergeben keinen Sinn, aber das ist wohl auch nicht ihr Zweck. Ob nun grafisch, spielerisch oder mit der Hintergrundmusik, alles bleibt auf dem seichten Grund der Beliebigkeit. Die Spielzeit ebenfalls - sie wird sich wohl auch bei Anfänger irgendwo zwischen 3,5 bis 4 Stunden einpendeln.

Spirits of Mysteries war anfänglich eine gute Serie. ERS gehörte zu den sehr guten Entwicklern. Die Betonung liegt auf "war". Schritt für Schritt wurde die Qualtitätslatte tiefer gehängt. Und wenn ERS mit dieser (und anderen) Serie(n) nicht aufpasst, dann werden sie wohl anfangen müssen, Tunnel zu graben.