Spirit of Revenge: Elisabeth's Secret


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Vendel Games

Download (Sammler): BigFish Games.com

Autor: Claudia K.
Datum: 13.07.2015


Gefälliges Wimmelbild-Puzzle-Abenteuer mit teilweise arg bemühtem Humor
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Brenda Gale - psycholigist, parapsycholgist - nach einem anstrengenden Fall will Brenda sich einen kleinen Urlaub im Schloss ihrer Vorfahren gönnen. Sie findet das Tagebuch einer Vorfahrin, Willa de Shakeston, eine Hofdame am Hof von Königin Elisabeth I. Brend erfährt, dass die Königin Willa den kleinen Edward, Sohn des verstorbenen Earl of Oxford, anvertraute und dieser eines Tages verschwand. Im gleichen Moment verwandelt sich Brenda in Willa und findet sich im Jahre 1582 wieder.

Nach der Auswahl aus 4 Modi (inkl. eines Individualmodus mit viel freien Wahlmöglichkeiten) geht es los. Als Helfer steht dir schon bald Francis Drake (noch kein Sir) zur Verfügung. Er macht die Arbeiten, die für eine Hofdame nicht angemessen sind, benötigt aber meist Gegenstände für die jeweilige Aufgabe. Eine Karte gibt es im Buch und ist mit allen Hilfsmittel versehen. Auch eine Art Helfer ist ein Schriftrollen-Token mit einem Piratenschädel, das immer neu gefunden und eingesetzt werden muss, einen Teil der Geschichte erzählt und dann ein hilfreiches Objekt herausgibt. Der Tipp dient auch als Richtungsgeber mit Teleportfunktion, wenn nötig.

Bei den Wimmelbildern erwartet dich anfänglich eine große Auswahl unterschiedlicher Sucharten, Puzzle-Umriss-Suchen, Lege-zurück-Szenen, Bilder bestücken mit Dingen, die im Bild falsch liegen und mehr. Doch die Variante "Wortsuchliste mit Interaktion" wird nach und nach das dominierende Suchbild. Insgesamt ist Spirit of Revenge: Elisabeth's Secret aber eine Freude für Suchfreunde, die in einigen Spielen doch recht kurz kommen.

Bei den Puzzlen gibt es ebenfalls diverse Variationen, hier dominieren verschiedene Ausführungen von Memory. Sie sind gut gemacht, fast durchweg einfach bis sehr einfach, bieten aber allemal nette Unterhaltung; mehr aber jedoch nicht.

Grafisch gesehen ist Vendel mit Spirit of Revenge: Elisabeth's Secret nicht unbedingt ein Brüller gelungen. Es ist zwar nicht so, dass man Dinge nicht erkennen kann, aber so wirklich großartig sind die Bilder nicht. Eher beliebig, manchmal schon fast langweilig, strahlen sie kein "Leben" aus und sind bisweilen etwas gräulich im Grundton. Wer Wert auf Lippensynchronisation legt, der sollte hier wegsehen. Meist ist der Text schon längst abgelaufen, aber die Münder bewegen sich immer noch, wie bei einem Fisch, der nach Luft schnappt. Wie bei fast allen Spielen, die dieses Stilmittel nutzen: auch hier wäre es besser unterlassen worden.

Spielerisch kommt einem immer wieder das Wort "gefällig" in den Sinn. Es ist einiges an Laufleistung zu erledigen, doch in dem Bereich gibt es "schlimmere Kandidaten". Auch geschichtlich zeigt sich das Spiel nicht schlecht; zwei ineinander verwobene Geschichten sind durchaus dazu geeignet, den Story-Leser auch mal in die Irre zu führen, um überraschende Momente einzufügen. Wer die Geschichte allerdings nicht verfolgt, wird beharrlich nur nach Edward suchen und oftmals rätseln, warum er was tut. Die Spielzeit ist durchschnittlich und wird für erfahrene Spieler sicherlich kaum über vier Stunden gehen; sehr viel weniger, wenn Dialoge, Texte und Einspieler übersprungen werden. Diese machen ca. 20-30 Minuten der Gesamtspielzeit aus.

Vendel hat in allen Bereichen Sorge getragen, dass das Mittelmaß nicht überschritten wird, mit zwei Ausnahmen: Das Inventar ist oft sehr voll, allerdings hat man anders als bei anderen Spielen nicht das Gefühl auf der Stelle zu treten, da immer ausreichend zu tun ist. Trotzdem, das ein oder andere Mal kann man durchaus den Überblick verlieren, was sich noch so in der Aufbewahrung tummelt, was da eventuell noch fehlte und wo es letztendlich gebraucht wird. Etwas sehr bemüht wird es, wenn man im Inventar ein Objekt mit einem anderen kombinieren muss, um mit dem Ergebnis dann ein Inventarobjekt zu kombinieren. Ebenfalls sehr bemüht ist der Humor, den Francis Drake rüberbringen soll, wenn er etwas tut oder etwas mit ihm geschieht. Entweder Humor oder nicht, aber auf Kommentare, die schlechter sind als jede Slapstick-Nummer, können die meisten Spieler doch verzichten.

In der Sammleredition gibt es Worte und veränderliche Objekte zu finden - alles ist ohne Bedeutung, in den Extras sind nicht einmal Auszeichnungen zu finden. Dort gibt es nur Musik, Konzeptkunst, Hintergründe und eine Bildergalerie der Team-Mitglieder. Die Bonusgeschichte erzählt, wie Francis Drake zur Story gekommen ist und besticht ebenfalls nicht in der Läge; ist aber spielerisch im gleichen Niveau, wie das Hauptspiel.

Am Ende bleiben die Worte Beliebigkeit und Durchschnitt. Das Spiel sticht an keinem Punkt wirklich heraus; zwar ist die Geschichte besser erzählt als in den meisten Spielen, dies wird aber wohl von den meisten Spielern ignoriert. Spirit of Revenge: Elisabeth's Secret hat keine Höhepunkte und keine Tiefen, es hat keine gravierenden "No-Go"s und keine "Wow"s. Es ist ein nettes Spiel für nette Unterhaltung. Von der Sammleredition sollte man dringend Abstand nehmen, die Normalversion ist ihren Preis aber wert und kann als "Junkfood"-Snack empfohlen werden.