Showing Tonight: Mindhunters Incident

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Herausgeber: Gamehouse
Entwickler: Phime Games


Download: BigFish Games.com

Autor: Uschi W.
Datum: 17.03.2016

Für Expertentüftler mit hoher Frustrationsgrenze
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Du siehst dir zum x-ten Mal deinen Lieblings-B-Movie-Horrorfilm an. Nur einmal kurz eingenickt und du erwachst mitten im Film, was ist da nur passiert? Du triffst auf Gabriella, die mit einer Zusammenfassung der Ereignisse ein kleines bisschen Licht ins Dunkel bringt: die Gedankenjäger (Mindhunters) sind hinter euch her, die Filmcrew ist auch verschwunden und alles was hilfreich wäre ist kaputt. Also, was bleibt dir schon anderes übrig als kräftig zu zupacken und die Mindhunters zur Strecke zu bringen?

Du darfst zu Beginn aus 3 verschiedenen Schwierigkeitsmodi aussuchen, leider ist keiner davon benutzerdefiniert. Der Tipp, der nicht gerade schnell lädt, wird dich auch oft in die Irre führen; immer wieder wird er dich an Gabriellas Schreibtisch in den Wohnwagen bringen, von dort führt er dich in die Universität und wieder zurück in den Wohnwagen.  Leider ist auch die Karte nicht sehr hilfreich, du siehst nur Bereiche, keine einzelnen Szenen und du kannst auch nicht erkennen in welchem Bereich etwas für dich zu tun ist, es sei denn der Tipp oder das Spiel selber öffnet die Karte.
Links vom  Inventar findest du wichtige Informationen: so hast du hier die Akten der verschwundenen Crewmitglieder, alle Ziele und – ganz wichtig – Hinweise, die du sammelst. Oft schließt eine Nahansicht so schnell, dass du nicht einmal mitbekommst, dass du wichtige Informationen verpasst hast. Also: wenn du einmal hängst, einfach nachsehen, meist findest du den vermissten Code, etc… bei den Hinweisen.

Die Grafik ist etwas altmodisch, aber durchaus gelungen; manchmal ist sie sehr detailliert, manche Szenen erscheinen aber ziemlich leer. Der Sound ist durchgehend derselbe, er unterstreicht nicht, sondern untermalt nur und das auch nicht besonders eindrucksvoll.

Einfach wirst du nicht durch dieses Spiel kommen, du bist Großteils auf dich alleine gestellt und hast, je weiter du fortschreitest, immer mehr Schauplätze, die dir zur Verfügung stehen. Aus diesem Grund und weil dich die Karte immer nur in die erste Szene eines Bereiches transportiert, stehen dir viele, viele Kilometer bevor. Manche Gegenstände, die du findest, wirst du relativ zeit- und ortsnah einsetzen können, manches wirst du für lange Zeit in deinem Rucksack mit dir herumschleppen.

Du wirst 2 Arten von Wimmelbildern vorfinden. Zum einen gibt es interaktionsfreie lange Wortlisten - ganz die alte Schule - die Gegenstände verschmelzen teilweise mit dem Hintergrund und sind gar nicht so leicht zu finden. Zum anderen gibt es interaktionsfreie kurze Wortlisten. Du bekommst allerdings erst den gefundenen Gegenstand, wenn du ihn durch Drehen seinem Schatten anpassen kannst. Das ist gar nicht so einfach, wie es sich anhört, leider wird das mit der Zeit auch etwas mühsam, da es so repetitiv ist.

Sehr viele Minispiele begleiten dich durchs Spiel. Wie schon bei den Wimmelbildern beim Aufnehmen von Gegenständen, wirst du oft Objekte, bevor du sie einsetzen kannst, an ihre Silhouette anpassen müssen. Darüber hinaus wirst du Kabeln verbinden; Frequenzen einstellen; Telefonnummern wählen; mit einer Angel ein Messer bergen; Türen mit Codes und Symbolen öffnen; einen Ton nachspielen; Sender einstellen; mit Go-Steinen Muster vervollständigen; ein Fischmemory spielen; Gefäße richtig befüllen und vieles mehr. Du siehst bereits, dass die Bandbreite sehr hoch ist, Verstand, Geschicklichkeit und sogar dein Gehörsinn sind gefragt. Manche der Minispiele sind relativ einfach,  viele sind jedoch richtig harte Nüsse.

Das 7. und letzte Kapitel spielst du aus der Sicht von Wornoff, dem Bösewicht. Du erkennst es daran, dass das Inventar violett und nicht mehr rot hinterlegt ist und Hörner hat. Leider muss das erwähnt werden, dass der Übergang nicht sehr gelungen ist. Ursprünglich war das letzte Kapitel als Bonuskapitel geplant, als Showing Tonight: Mindhunters Incident jedoch nicht als Sammleredition auf den Markt kam, wurde es kurzerhand an das Hauptspiel gehängt. Das Ende des Spieles bereitet auf eine Fortsetzung vor.

FAZIT:
Showing Tonight: Mindhunters Incident von Phime Studios ist für Expertentüftler mit hoher Frustrationsgrenze sehr gut geeignet. Es ist kein einfaches Spiel, erschwert wird es noch durch einen nicht funktionierenden Tipp und einer relativ nutzlosen Karte. Die Geschichte ist auch teilweise wirr erzählt und schwer nachvollziehbar, so wird die Bewegungsfreiheit, die wir genießen, auch oft zur Qual. Mit ein paar kleinen Änderungen hätte das Spiel richtig gut werden können. Ich hoffe sehr, dass Phime aus diesem Spiel gelernt hat und die Fortsetzung so gut wird, wie dieses Spiel verspricht.