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Shaolin Mystery: Die Rache der Terrakottakrieger


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Digital Quarter Shanghai

Download: BigFish Games.de

Wenn Du Shaolin Mystery: Die Rache der Terrakottakrieger auch bewerten oder die Meinung anderer Spieler lesen möchtest, dann geht es hier lang

Autor: J.L.
Datum: 11.06.2012

Schulnoten - Spielidee: 2, Spielaufbau: 2, Steuerung: 1, Grafik: 2, Musik: 2, Wiederspielbarkeit: 4, Suchtfaktor: 3
Spielprinzip: Wimmelabenteuer
Rahmenhandlung: Ein Drache wird gestohlen.
Schwierigkeit: einfach bis durchschnittlich, Minispiele durchschnittlich bis überdurchschnittlich
Optionen: Musik und Sound/ Vollbild und Fenster/eigener oder Systemzeiger

Wir schreiben ein mythologisches Zeitalter, Du lebst in einem chinesischen Dorf, zu Füßen eines ausbrechenden Vulkans: Der Drache, der Dein Dorf vor der Lava schützt, wird von Terrakottakriegern gefangen, Einwohner und Gebäude befinden sich in höchster Gefahr! Der Dorfälteste erteilt Dir den Auftrag, die Glocke zu läuten, damit sich Deine Nachbarn im Shaolin-Kloster in Sicherheit bringen. Dummerweise versperrt eine Barrikade den Weg aus dem Dorf heraus.

Der Nachfolger von „Shaolin Mystery: Der Jadedrachenstab“ beginnt konventionell und keineswegs anspruchsvoll. Allerdings enthält gleich die erste Szene etwas, das bereits den Vorgänger auszeichnete, nämlich überraschungen, die für den Spielverlauf zwar unnütz, dafür aber niedlich sind. Das Spiel besticht anfangs durch solche ansprechenden Kleinigkeiten.

Die Wimmelbilder sind als durchschnittlich einzuschätzen: Die Szenen wirken nicht überladen und sind deutlich genug gezeichnet, um alles zu finden. Die Atmosphäre wirkt größtenteils stimmig, einige Objekte verlangen simple Aktionen. Die übersetzung der Objekte ist zumeist gut, wenngleich die üblichen Kandidaten (Schleife/Bogen) mitunter unzutreffend benannt sind. Gleich das erste Minispiel, das übrigens früh im Spiel erscheint, bringt Knobelfreunde auf den Geschmack, denn es kombiniert verschiedene Handlungen und erfordert etwas Kopfarbeit. Ein Klick auf den Tipp erläutert den Sinn des Minispiels, den Rest darfst Du selbst herausfinden. Angesichts dessen ist es gut, dass sich jedes Puzzle auf den Anfang zurücksetzen lässt; Ungeduldige dürfen die Logik-betonten Rätsel auch überspringen.

In vielen Spielszenen öffnen sich auf Klick sogenannte Container: Das sind in diesem Fall Ringe, die darauf warten, mit Objekten bestückt zu werden, um einen Vorgang auszulösen. Die Gegenstände findest Du in der Szene; anders als bei Inventarobjekten offenbaren sie sich aber nicht durch den Hand-Cursor, sodass hier sowohl ein gutes Auge als auch das Abtasten der Szene per Mausklick gefragt sind.

Wenngleich der in ungefähr einer Minute erneuerbare Tipp in den Puzzles keine konkrete Hilfe bietet, gestaltet er das Spiel in den Szenen und Wimmelbildern anfängerfreundlich. Zusätzliche Unterstützung erhältst Du, indem Du Nahansichten anklickst, die Dir ziemlich genau verraten, was an der jeweiligen Stelle zu tun ist. Das Tagebuch, hier heißt es „Journal“, enthält das nötigste Wissen: Geschichte, Aufgaben und Karte. Weil Du Aufgaben nur aufgrund bestimmter Aktionen erhältst und nirgends sonst daran erinnert wirst, lohnt sich der Blick ins Buch, wenn Du nicht weiterkommst. Die Karte fällt enttäuschend aus, mehr als die Lage der Orte und aktiven Wimmelbilder hat sie nicht mitzuteilen, sie beamt Dich auch nicht von Szene zu Szene, weshalb Du viel per pedes unterwegs bist, denn Deine Aufgaben arbeitest Du erst allmählich ab.

Die Spielsteuerung funktioniert erwartungsgemäß per Zeiger, Lupe, Hand und Richtungspfeil; ihre feine Programmierung sorgt für ein komfortables Spielerlebnis. Gefällig und dennoch enttäuschend wirkt die Musik von Li Ming. Sie ist nett-geheimnisvoll anzuhören – mehr aber auch nicht. Das gleiche Urteil ist über die Grafik zu fällen, die sich zwar chinesischer Motive bedient und durchaus ansehnlich gemacht ist, insgesamt aber wie europäisiertes asiatisches Essen daherkommt: etwas fade. Von einem in Shanghai, ausschließlich von Chinesen produzierten Spiel wäre mehr künstlerische Authentizität zu wünschen, die Shaolin Mystery II das gewisse Extra verleihen würde.

Das Spiel verlässt sich auf eine dünne Geschichte und bietet eine tendenziell langweilige, wenn auch professionelle künstlerische Umsetzung. Nicht, dass wir uns missverstehen, es handelt sich um ein anständiges Spiel mit einigen sehr ansprechenden Einfällen und angenehmem Gameplay. Dass allerdings mehr möglich gewesen wäre, ist in jeder Szene zu spüren, ausgenommen die ausgezeichneten Minispiele. Ein paar Details trüben das Vergnügen, wenn etwa ein Code für ein Minispiel nicht stimmt, alle Wimmelbilder doppelt gespielt werden müssen oder bereits erledigte Aufgaben im Journal noch als aktuell gelten. Arachnophobikern sei vom Download übrigens abgeraten.

Mit Shaolin Mystery: Die Rache der Terrakottakrieger präsentiert Digital Quarter ein routiniert produziertes Spiel, das wenige spielerische Highlights enthält und sich zu sehr auf Bewährtes verlässt, um lange im Gedächtnis haften zu bleiben. Binnen maximal vier Stunden ist es abgespielt, der Wiederspielwert ist gering, weil es keinen Zufall gibt – und so wird es rasch vergessen sein. Im Großen und Ganzen entspricht das Spiel gutem Durchschnitt mit seinen tollen Minispielen und der gefälligen Umsetzung.


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