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Shadowplay - Stimmen der Vergangenheit


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Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Madhead Games




Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 12.02.2018


Geschichte und Wimmelbilder gut, Abenteuerteil schwach
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Wir sind im Museum angestellt, freuen uns auf ein Wochenende mit unserer Tochter, als ein Einbrecher die Idylle stört und ein Artefakt entwendet. Es zerbricht dabei, wodurch besagte Tochter in eine Parallelwelt verschleppt wird und dafür Vorboten eines bösen Geistes auftauchen, welcher wieder einmal beabsichtigt, unsere Welt in Besitz zu nehmen und zu zerstören.

Kommt das jemandem bekannt vor? Kann es sein, dass wir dergleichen gefühlt hunderte Male gespielt haben? Rhetorische Fragen, die sich von selbst beantworten. Aber seien wir nicht voreilig: Als alter Western-Fan bin ich jederzeit bereit, dieselbe Story noch einmal zu erleben, wenn sie denn gut gemacht ist. Sehen wir also zu, ob das hier zutrifft.

Wir haben zunächst aus vier Modi zu wählen, der vierte ist weitgehend nach Vorliebe zu konfigurieren. Leider ist es wieder einmal nicht möglich, die vollkommen überflüssigen Einblendungen über neue und erledigte Aufgaben abzustellen.

Eine Stärke des Spiels ist die Erzählung der Geschichte, die für sich genommen alles andere als neu ist. Sie wird ohne logische Brüche voran getrieben, auch Längen treten nicht auf (von einem langweiligen wiederholt zu spielenden Minispiel abgesehen). Völlig unverständlich allerdings ist die Warnung gleich zu Beginn, dass es sich um einen nervenaufreibender Thriller für Erwachsene handele. Davon ist beim besten Willen nichts zu sehen, wenn man nicht gerade das Auftreten von schwarz-grünen Monstern (wieder einmal!) nervenaufreibend nennen möchte. Nervig trifft es eher.

Eine weitere Stärke stellen die Wimmelbilder dar. Sie werden sämtlich nur einmal gespielt und sind sehr abwechslungsreich. Es treten kleine Varianten im Fenster auf, die extrem leicht sind, dazu etliche Standardvertreter mit Wortsuchlisten und kleinen Interaktionen, aber auch einige durchaus innovative. Zum Beispiel werden in der Anzeige eines Navis angesagte Standorte gesucht. Zwar ist das bereits bekannte Ziel problemlos zu erkennen, aber wir müssen dennoch suchen, was dennoch unterhaltsam ist. Zusätzlich treten die von Madhead bekannten Suchbilder auf, in denen der Hintergrund Geschichte nach und nach erzählt wird.

Die Minispiele variieren in Schwierigkeitsgrad von Kindergartenniveau über einfach bis hin zu mittelschwer, es ist für jeden etwas dabei. Einige sind altbekannte, andere haben wir noch nicht so oft gesehen. Entbehrlich sind die wiederholten Aufgaben, mit Hilfe einer magischen Linse durch eine leichte Zielübung üble Geister zu vertreiben. Alle lassen sich überspringen und auch zurücksetzen.

Die Grafik ist sehr gut gelungen. Die Stimmen der Sprecher hinterlassen einen zwiespältigen Eindruck. Die Protagonistin will offenbar äußerste Entschlossenheit demonstrieren, was aber in erster Linie zum Herumschreien führt. Die Tochter fällt in erster Linie durch Kreischen auf.

Im Abenteuerteil zeigt sich leider, dass Madhead sein Pulver bei der Entwicklung der Geschichte verschossen hat. Hier überzeugt herzlich wenig, es treten hunderte von Schlüsseln auf, pausenlos müssen an vollkommen sinnentleerten Stellen gefundene Objekte (gern in Einzelteilen) irgendwo eingesetzt werden, alles ist erst einmal kaputt. Andauernd müssen zunächst massenhaft Gegenstände verschoben werden, bevor man endlich etwas brauchbares findet. Und natürlich müssen wir auch hier wieder eine Leiter basteln, zu schweigen vom unsäglichen kaputten Reißverschluss.

Das Spiel hat eine für aktuelle Maßstäbe akzeptable Länge.

In der Sammlerausgabe gibt es neben dem üblichen in den Wimmelbildern Chamäleonobjekte zu finden, in den Szenen gut eingebettete Sammelstücke. Wimmelbilder lassen sich nach spielen, Minispiele leider nicht.

Fazit:
Wir haben hier ein exzellent erzähltes Spiel akzeptabler Länge mit guten Wimmelbildern,gemischten Minispielen, aber schwachem Abenteuerteil. Neueinsteiger und all diejenigen, die gern dieselben Aufgaben wieder und wieder spielen, kommen voll auf ihre Kosten, alte Hasen mit Anspruch werden weniger gut bedient. Für diese käme ein Kauf bei einer Sonderaktion in Frage oder bei einer zu verfallen drohenden Gutschrift.