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Secrets of Great Queens: Der alte Turm

tassentassentassen
Herausgeber: Bigfish Games
Entwickler: Vendel Games

Download (normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 05.06.2017

Wimmelbild-Abenteuer akzeptabler Länge mit Emblemen ohne Ende und technischen Mängeln
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Königin Elizabeth I. Sieht sich einer Verschwörung ausgesetzt. Nachdem ihre Mutter Anne Boleyn der Hexerei angeklagt und hingerichtet worden war, soll es nun ihr an den Kragen gehen. Wir spielen als getreue Lady Jane, die die Verschwörung aufzudecken hat.

Wie schon so unsagbar oft, gibt es auch hier schon in der Anlage der Geschichte einen gravierenden historistischen Fehler: Anne Boleyn wurde keineswegs wegen Hexerei hingerichtet, sondern offiziell wegen Hochverrat, in Wirklichkeit wohl eher, weil König Heinrich VIII. statt eines Sohnes nur eine Tochter von ihr bekam (und er im Hinrichten seiner Ehefrauen ohnehin eine erhebliche Routine an den Tag legte).

Zunächst muss aus einem von vier Spielmodi gewählt werden, der vierte ist in Teilen frei konfigurierbar. Hier tritt schon gleich zu Beginn der erste vollkommen unentschuldbare Programmfehler auf: Wir können die Anleitung nicht abwählen, obwohl ein Schaltknopf dafür vorhanden ist. Ähnliches geschieht auch bei der An- bzw. Abwahl von Glitzern bei aktiven Stellen bzw. Wimmelbildern.

Die Grafik ist durchaus ansehnlich, die Sprecher gefallen ebenfalls.

An Hilfen steht dass übliche zur Verfügung, nämlich eine Karte mit Transportfunktion, die zu erledigende Aufgaben zuverlässig anzeigt, sofern im Spielmodus so eingestellt und ein Tipp, der gleichfalls teleportieren kann.

Negativ fällt folgendes auf: Wollen wir im Inventar scrollen, so geht das nur immer für Einzelobjekt nach Einzelobjekt. Damit ist im Zweifelsfall für eine unschöne Klickorgie gesorgt.

Die Wimmelbilder werden sämtlich nur einmal besucht und stellen eine bunte Mischung verschiedener Varianten bereit, zum Teil einfallsreich und gelungen, zum Teil nur Standard. Voll gemüllte Halden werden vermieden, alles ist fair und gut zu bewältigen. Einige Wimmelbilder haben Minispiele eingebettet, andere begnügen sich mit einfachen Interaktionen.

Bei den Minispielen gibt es nichts Innovatives, immerhin aber stellen sie eine ordentliche Mischung dar. Der Schwierigkeitsgrad reicht von leicht bis mittelschwer, alle lassen sich überspringen. Es wird wohl ein Geheimnis der Entwickler bleiben, warum die ersten Minispiele keine Neustartfunktion aufweisen, di meisten späteren sehr wohl.

Die Geschichte wird flüssig erzählt und zu einem befriedigenden, allerdings abrupten Ende geführt. Wer aus Versehen oder mit Absicht die (wie sich heraus stellt) letzte Videosequenz überspringt, wird wohl mit vor Erstaunen offenem Mund feststellen, dass das Spiel plötzlich schon zu Ende ist. Die Länge bewegt sich im durchschnittlichen Bereich. In Anbetracht der letztlich häufig anzutreffenden unverschämt kurzen Spiele ist das schon fast als positiv zu sehen.

Der Abenteuerteil glänzt durch Abwesenheit von Fantasie und Einfallsreichtum. Geschlagene 17 Embleme zum Zwecke des Einsetzens irgendwo haben ihren Auftritt, dazu noch etliche weitere, die im Spiel nicht als Emblem benannt werden, aber dieselbe Funktion ausüben. Wenigstens treten keine nennenswerten logischen Fehler auf. Wir haben einen Helfer, der uns bei Bedarf zur Seite steht, erfreulicherweise kein niedliches Tier, sondern einen Herrn namens Captain Louis. Dieser ist durchaus humorig gestaltet und stellt für viele sicherlich ein Highlight dar.
Zumindest für mich höchst unerfreulich aber ist die Tatsache, dass ich mich in einem Minispiel unterwegs bei einer Hexenjagd beteiligen muss.

Kommen wir zu den oben erwähnten technischen Mängeln. Bei der Moduswahl wurde schon darüber berichtet, hier sind noch zwei unschöne Beobachtungen:
Es ist in der deutschen Fassung gründlich misslungen,die Karte mit korrekten deutschen Bezeichnungen zu versehen. Umlaute inklusive dem Eszett werden als kryptische Sonderzeichen dargestellt. Und es ist mir reproduzierbar gelungen, das Spiel einfrieren zu lassen, nämlich dann, wenn im Fenstermodus da Spiel länger im Hintergrund bleibt. Es blieb nur das Abschießen von außen.

Die Sammlerausgabe kann auch diesmal nicht empfohlen werden. Neben nicht zu übersehenden Sammelobjekten (Münzen) gibt es in jeder Szene Chamäleaonobjekte zu finden. Ansonsten das übliche. Wimmelbilder und Minispiele können nicht erneut gespielt werden. Das Angebot ist einfach zu dünn für den doppelten Preis.

Fazit
Das Spiel lässt sich flüssig und gefällig ohne übermäßigen Einsatz der grauen Zellen spielen. Nichts reißt vom Hocker, aber bis auf die technischen Mängel fällt auch nichts wirklich negativ auf. Wen diese Mängel nicht stören, kann getrost für sich eine halbe Tasse zur Wertung hinzu fügen. Wer kein Problem mit der Einfallslosigkeit im Abenteuerteil hat, kann eine weitere addieren.