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Sea of Lies: Meuterei des Herzens


tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

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Autor: Claudia K.
Datum: 01.09.2013
Deutsch (Normal): 10.01.2013


Ein schon frech-kurzes Wimmelbild-Abenteuer mit guten Suchszenen
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Ein französicher Pirat wird erhängt und wirft kurz vor seinem gewaltsamen Tod noch ein Medallion in die Menge, dass den Besitzer zu einem Schatz führen soll (beruhend auf eine Legende über den Piraten Oliver Levasseur). Dein Neffe fängt es auf und bringt es dir. Kurz darauf holt ein seltsamer Diener des Baron dich ab, der Baron wünscht dich dringend zu sehen. Bei deiner Ankunft stellst du fest, dass es sich nicht um den in Aussicht gestellten Auftrag handelt, sondern um Erpressung. Dein Neffe wird als Geisel gehalten, bis du den Schatz des gehängten Piraten dem Baron gebracht hast. Die Baronin selbst, ein blondes Bündel der Verzweiflung, fleht dich an, den Verdacht ihres Mannes, sie habe ein Verhältnis mit diesem Piraten gehabt, durch Überbringung des Schatzes ausräumen.

Während du eine Mannschaft (bestehend aus Kapitän und Navigator) angeheuert und das Schiff des Piraten seefest machst, erfährst du, dass die Baronin einst eine Vorliebe für Piraten und im Speziellen für diesen Oliver hatte. Nach einem Schiffsbruch, der, wie der Zufall es will, auf der Insel von Pirat Oliver endet, stellt sich heraus, dass ihr einen blinden Passagier in Form der Baronin an Bord hattet. Die Tatsache, dass diese die Überfahrt zu einer Haarfärbung ins Brünette genutzt zu haben scheint, macht den ersten Ansatz von Meuterei (Mutiny) der Gehirnzellen durchaus nachvollziehbar. Im weiteren Verlauf wird es verwirrender, weil du als Detektiv den ehemaligen Diener des Barones nicht wiedererkennst, die hilfsbereite Baronin versucht, dich zu töten, der freundliche Navigator desgleichen und der angeheuerte Kapitän ist auch involviert. Nicht, dass dies alles viel Sinn macht oder gar unterhaltsam wäre.

Unterhaltsam sind in Sea of Lies: Meuterei des Herzens nur wenige Dinge und auch diese mit Grenzen. Die Musik passt zum Geschehen und die Grafiken sind gut. Größtenteils handgemalt, bunt ohne kitschig zu sein und der Situation absolut angepasst, macht es Spaß, sich die einzelnen Szenen anzusehen. Die Wimmelbilder (17 an der Zahl) bestehen alle aus einer Wortsuchliste, die ein bis zwei Interaktionen aufweisen und eine Nahansicht, in der es ca. 10 Gegenstände in Umrissform zu suchen gibt. Die Grenze liegt im Spielwert der Suchszenen. In der Gesamtheit eher übersichtlich gehalten, muss in der Nahansicht bis auf ein oder zwei Dinge jeder Gegenstand gefunden werden, was das Wort "suchen" in einen Kontext setzt, der sich auf blosses anklicken reduziert. Ebenfalls für einige sicherlich ein Plus: Einige Gegenstände müssen im Inventar kombiniert werden. Dabei wird aber immer nur der erste Teil der Kombination auch markiert, bei dem Rest heisst es ausprobieren. Oder das Buch konsultieren, denn vermutlich hast du für kompliziertere Kombinationen bereits hilfreiche Notizen gefunden.

Zu Beginn hast du die übliche Wahl zwischen drei Modi. Der leichteste ist absolut nicht zu empfehlen, denn nur weil jemand aktive Szenen durch Glitzer angezeigt und schnelle Aufladezeiten wünscht, muss er sich noch lange nicht in Wimmelbildszenen durch Glitzern der gesuchten Gegenstände belästigen lassen wollen. Beim mittleren Modus zeigt die Karte nicht an, wo es aktuell noch etwas zu tun gibt, bei schwersten Modus werden auch keine Ziele angezeigt. Eine Hopsfunktion haben alle drei Modi. Die Karte ist schön gemacht und geht in ihrer Ausgestaltung über das normale Maß hinaus. Der Tipp wird manchmal per Richtung den nächsten, erstrebenswerten Gegenstand oder Ort anzeigen, manchmal per Bild, das dann ebenfalls mit der Hopsfunktion ausgestattet ist. Nötig ist dies alles nicht. Das manchmal volle Inventar liegt an Kombinationsgegenständen, die Wege sind selten weit und die offenen Baustellen brauchen nicht lange, bis sie erledigt werden können.

Es erwarten den Spieler natürlich auch Puzzles. Es sind ebenfalls 17 und wären Piraten so dusselig gewesen, ihre Schätze mit solchen Puzzles zu schützen, es hätte niemals Schatzsuchen nach den verschwundenen Beutestücken von Piraten gegeben. Denn jedes Kleinkind ist in der Lage sie zu lösen. Was, gemeinsam mit den übersichtlichen Wimmelbildern, bei denen man gar nicht so schnell klicken kann, wie einem die gesuchten Gegenstände ins Auge springen, für die unverschämt kurze Spielzeit verantwortlich ist. Das Ende der Geschichte ist nur ein halbes Ende, denn deine Motivation für das Abenteuer war das Leben deines Neffen. Dieser aber wird nicht befreit. Nicht in der Normalversion, dafür braucht es die Sammleredition

2:35 bei mir, 2:25 bei Elke M. - und zwar inklusive der ca. 20-minütigen Bonus-Spielzeit. In Letzterer gibt es noch mal 5 Wimmelbilder (davon 3 reine Umriss-Suchen in Szenen, die du bereits aus dem Hauptspiel kennst) und 5 Puzzles, die sich nahtlos an die "Qualtiät" des Hauptspieles anschließen. Alle Puzzles und Wimmelbilder können im Extra erneut gespielt werden. Dazu gibt es die üblichen Verdächtigen und ein "Making Off". Geschichtlich ist es auch hier etwas verworren, einschließlich einer raschen Umfärbung der Baronin zurück zur Blondine und einem Monolog des Barones, der irgendwie so gar nichts mit den tatsächlichen Geschehnisssen zu tun hat.

Eine schlecht gemachte Geschichte, ein viel (viel,viel,viel,viel) zu kurzes Spiel, ein relativ gradliniger Spielverlauf, Puzzles ohne jeden Anspruch an nur irgendwas. In der Normalversion kein schlüssiges Ende, im Sammlerbonus ist das Finale auch eher fragwürdig und lässt jeden mit Gerechtigkeitsempfinden schaudern. Was bleibt sind schöne Grafiken, bedingt gute Wimmelbildszenen und passende Musik. Und so endet diese Nachlese mit dem Stoßseufzer von Elke M.: "Würden schlechte Spiele den Spieler klein machen, dann könnte man nach diesem Spiel bequem unter dem Teppich Basketball spielen."


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