Sea of Lies: In den Tiefen der Meere



tassentassen
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Eipix

Download (Normal): BigFish Games.de
Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Claudia K.
Datum: 27.04.2016

Durchschnittliche Spielzeit und ansonsten ein recht belangloses Spiel
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Als eine der ersten weiblichen Chirurgin an Bord eine Schiffes strandest du nach einem Krakenangriff auf einer Insel. Nachdem du dich mit deiner (nach einem Schiffbruch trockenen) Arztlizenz ausgewiesen hast, kannst du die Stadt betreten. Der Bürgermeister ist krank und eine geheimnisvolle Sirene scheint Schiffe in die Arme eines Seemonsters zu treiben. Aber ist wirklich alles so, wie es scheint?

Für den Weg zum (nicht allzu fernen) Ziel stehen dir 4 Modi zur Verfügung. Der Vierte ist individuell einzurichten und bietet auch Möglichkeiten, die Funktionalität der Karte zu bestimmen. Alle Einstellungen können über das Menü geändert werden. Die Karte ist mit der obligatorischen Expressreisemöglichkeit ausgestattet, das gleiche gilt auch für den Tipp. Er transportiert dich auf Wunsch, wenn der nächste Einsatzort mehr als einen Schritt entfernt ist.

Eine (der nur in der Sammler) verfügbaren Auszeichungen erhältst du sofort beim ersten Minispiel, wobei es schon frech ist, jemandem zu unterstellen, er bräuchte tatsächlich 30 Sekunden dafür. Aber in die Kategorie "unter 30 Sekunden" fällt fast jedes der einfallslosen Puzzles in Sea of Lies: In den Tiefen der Meere. Die meisten sind zwar grafisch nett eingefügt, haben aber ansonsten nichts, was die Möglichkeit, sie in der Sammleredition über die Extras noch mal zu spielen, in irgendeiner Form erstrebenswert macht.

Bei den Wimmelbildern gibt es Wortsuchliste mit zwei bis max. drei Interaktionen- besonders liebenswert bei zweien: suche Müll, um am Ende das Inventarobjekt zu nehmen, das die ganze Zeit offen vor dir lag. Es gibt Umriss- und Textsuche, Nahansichten und Einzelteilsuche - allerdings beschränken sich diese Abwechslungen mehr oder weniger auf das erste Drittel des Spieles. In der Hauptsache erscheinen Wortsuchlisten mit einfachsten Interaktionen. Und keine davon ist in irgendeiner Weise so interessant, dass man sie zwingend erneut spielen möchte. Auch hier verfehlt das Angebot der Sammleredition, dies zu tun, seinen Reiz.

Zusätzlich können in der Sammleredition noch Steuerräder gesucht werden. Eins pro Szene führt dann über die Extras zur Souvenirsuche (1 Objekt pro Szene). Es gibt Auszeichnungen, Videos, Hintergründe, Musik und das sehr kurze Bonusspiel beantwortet Fragen, deren Antwort das Hauptspiel schuldig bleibt. Und doch ist auch hier die Geschichte nicht in allen "Facetten" abgeschlossen.

Ansonsten ist Sea of Lies: In den Tiefen der Meere ein typisches Eipix-Spiel. Viele der Handlungen sind absolut sinnbefreit, dafür aber wird alles, was man tut, durch eine Animation oder kurze Deaktivierung des Mauszeigers verlangsamt. Die Geschichte ist schlecht erzählt, kommt niemals wirklich in die Puschen und verzettelt sich. Hier wurde versucht, etwas Mehrschichtigkeit einzufügen und es ist hoffnungslos daneben gegangen. Der Bewegungsradius ist meist recht eingeschränkt; auch weil es in ortsgebundene Kapitel eingeteilt wird. Dass ich einen "Menschen" mit kochendem Dampf verbrühen muss und ihn dann einfach liegen lasse, empfinde ich persönlich als Frechheit.

Alles in allem ist dieses Spiel absolut belanglos. Es hat ganz nette Grafiken, aber zumindest das sollte man vorrussetzen können und besser war Eipix auch in dem Bereich schon öfter. Die Nachlese ist kurz, weil es einfach keinen Sinn macht, immer und immer wieder die zahlreichen Fehler, die zahlreichen Minuspunkte zu wiederholen. Und für Neuleser: Geschichte - kann Eipix nicht. Wimmelbilder - will Eipix nicht. Puzzle - will Eipix nicht. Spiel, Spaß, Spannung - will Eipix nicht.

Die Sammler ist nicht empfehlenswert, das Normalspiel nur dann, wenn sich wirklich nichts besseres findet. Aber so ziemlich alles ist besser, als das Spiel eines Entwicklers, der gute Spiele machen kann und trotzdem lieber in der Massenproduktion einen Einheitsbrei herausbringt, den man vergessen hat, sobald das Spiel am Ende ist.