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Scarlett Mysteries: Das verfluchte Kind


tassentassentassen (Sammler) / tassentassentassentassen (normal)
Herausgeber: BigFish Games
Entwickler: Artifex Mundi / World Loom

Download (Sammler): BigFish Games.de

Autor: Andreas
Datum: 22.05.2018


Kurzes, leichtes, aber unterhaltsames Wimmelbild-Abenteuer
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Die Protagonistin Scarlett zeigte schon als Kind paranormale Fähigkeiten, die ihr schwer zu schaffen machten, weshalb ihr Vater sie in ein Waisenhaus verbrachte. Nunmehr erwachsen findet sie ein Telegramm an ihren Vater und macht sich auf die Suche nach ihm. Dabei trifft sie auf den Baron Steameyer, der offenbar in Kontakt mit ihrem Vater stand und ebenso offenbar ein dunkles Geheimnis verbirgt.

Betonen wir gleich zu Anfang, dass die im Werbetext angekündigten Horror-Szenarien mitnichten zu erkennen sind. Vielmehr handelt es sich um eine nicht selten gesehene Geschichte, die allerdings zugegebenermaßen in Teilen durchaus originell erzählt wird: In Visionen wird immer wieder die Vergangenheit beschworen. Das Ende ist befriedigend, kommt aber zu schnell. Da die ursprüngliche Hauptidee der Vatersuche nicht erfolgreich abgeschlossen wurde, deutet alles auf eine angedachte Fortsetzung hin.

Weniger überzeugend sind hier die vielen allseits bekannten Standardaufgaben, auch wenn sie gelegentlich durch eher ungewohntes bereichert werden. Als Stichworte mögen der kaputte Reißverschluss (seufz), Ölen von Rost, Reparieren einer Leiter, Ablenken eines Hundes genügen. Geradezu lästig ist der häufige Einsatz eines dieser Hilfsmittel (hier für Visionen benötigt), das immer wieder dasselbe kleine langweilige Minispiel verlangt. Hierbei müssen Bildkacheln geeignet gedreht oder auch schon einmal vertauscht werden, um ein Gesamtbild zu erzeugen. Ein wenig Feinschliff hätte ebenfalls gut getan. Speziell in der deutschen Fassung überzeugt es wenig, wenn mehrfach Objekte nach Bearbeitung bzw. Vervollständigung genau so heißen wie zuvor. Und völlig unklar ist es geblieben, wieso wir in einer der Visionen umständlich einen sogenannten spirituellen Stok erzeugen müssen, der dann zwei Szenen weiter kommentarlos und ohne je verwendet zu werden verschwunden ist.

Die Grafik ist solide gestaltet. Nur in einigen Wimmelbildern ist es so dunkel, das ein Spielen bei Tage Probleme bereitet.

Die Wimmelbilder stellen einerseits eine Stärke des Spiels dar: Sie sind abwechslungsreich und verlangen zumindest in Teilen tatsächlich echtes Suchen. Andererseits kommen bis auf sehr wenige Ausnahmen keine erwähnenswerten Interaktionen vor. Lediglich stumpfsinniges Wegräumen von Gegenständen wird verlangt. Bis auf zwei Ausnahmen werden alle nur einmal aufgesucht. Insgesamt handelt es sich hier um nicht allzu viele, was insofern schade ist, als die Minispiele andererseits schwächer ausfallen und in der Mehrzahl sind.

Besagte Minispiele sind mehrheitlich einfach bis maximal mittelschwer. Viele altbekannte Vertreter sind zu begutachten, darunter Sequenzen wiederholen, Balken verschieben, ein Kugel-Labyrinth, Symbole suchen. Ein Mosaik-Rätsel kommt in dreifacher Ausfertigung vor, leider sind alle drei alles andere als kompliziert, ebenso wie das Spiel mit den Balken. Vollkommen unverständlich ist es, dass fast alle Minispiele sich nicht neu starten lassen.

Über die Hilfen ist nichts nachteiliges zu berichten, Karte mit Transportfunktion und Tipp arbeiten zuverlässig.

Zur Sammlerausgabe schicken wir gleich voraus, dass sie ihr Geld nicht wert ist. In jeder Szene gibt es ein Chamäleonobjekt zu suchen, fehlende können aber nicht nachträglich gefunden werden. Das Bonusspiel ist extrem kurz und ohne jegliche Relevanz. Einige Minispiele und Wimmelbilder können nach gespielt werden, das war es dann schon, wenn man vom üblichen Füllmaterial absieht.

Fazit:
Es fällt ein wenig schwer, ein Urteil abzugeben. Hinsichtlich Geschichte und Wimmelbildern gibt es wenig auszusetzen, wenn man vom fehlenden Anspruch absieht. Die Minispiele fallen dagegen ab, die Sammlerausgabe sollte komplett gemieden werden. Oben sind daher zwei Wertungen angegeben, für Experten ist das Spiel nur als kleine Einlage zwischendurch zu empfehlen.